Bocholt auf Facebook Bocholt auf Twitter

"Bocholt.de Logo"
"Bocholt.de Banner"

Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt - was ist zu tun?

Ab Anfang Mai bis in den August hinein ist im gesamten Stadtgebiet mit einem Auftreten von Raupen bzw. Raupennestern des Eichenprozessionsspinners zu rechnen. Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Eichen im Stadtgebiet befallen sein wird. Um Raupen oder Raupennester des Eichenprozessionsspinners an Bäumen im Gebiet der Stadt Bocholt zu melden, nutzen Sie bitte das


Warum die Brennhaare gefährlich werden können

Die Brennhaare der Raupen, die ein Nesselgift enthalten, können für Menschen und Tieren erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Ein Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen löst Hautausschläge, Brennen und Juckreiz aus. Seltener kommt es auch zu schwereren Reaktionen wie Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen oder Fieber.

Stadt setzt auf Meisen

Die Verwaltung in Bocholt wird neben den üblichen Vorsorgemaßnahmen im Jahr 2020 eine neue Methode erproben: Meisen sollen helfen, den Plagegeist auf biologische Weise einzudämmen.

Die Idee stammt aus den Niederlanden. Dort soll in Straßenzügen mit Eichenbestand, in denen viele Meisen nisten, weniger Raupenbefall beobachtet worden sein.

Ob das tatsächlich funktioniert, will man nun auch in Bocholt testen. An vier ausgesuchten Stellen im Außenbereich – „Beltingshof“ (Mussum), „Tenbensel“ (Suderwick),  „Bettingsbusch“ (Spork) und Schüttensteiner Weg/Düstere Stiege (Liedern) - werden bis zu 100 Nistkästen für Meisen aufgehängt. Das Kalkül dahinter: Während der Brut- und Nistzeit steht bei den Vögeln zur Aufzucht ihrer Jungen u.a. der Eichenprozessionsspinner auf dem Speiseplan. Kleiner Haken: Die Raupe ist für die Meisen nur solange als Nahrung interessant, solange sie keine Brennhaare gebildet hat.

Die Aktion erfolgt in Absprache mit dem hiesigen Naturschutzbund (NABU). Der NABU selbst bewirbt ebenfalls den Einsatz von Meisen- und Fledermauskästen als natürliche Methode zur Verringerung der EPS-Bestände. Informationen unter www.nabu-borken.de/spinner . Der NABU richtet sich an Privatpersonen, wogegen die Verwaltung für die öffentlichen Straßen und Plätze zuständig ist.

Verwaltung und NABU werden die Teststandorte beobachten, um den Erfolg der Meisen-Methode anschließend zu messen. „Danach wird entschieden, ob im nächsten Jahr eine Ausweitung auf weitere Bereiche vorstellbar ist“, sagt Ralf Deller, stellvertretender Leiter des städtischen Fachbereichs für Öffentliche Ordnung.

Vorsorge durch Sprühkanone

Neben dem Pilotprojekt wird die Verwaltung städtische Eichenbestände vorsorglich mit einem biologischen Mittel vom Boden bzw. vom Hubsteiger aus behandeln lassen. Das Mittel gilt für Mensch und Tier bei sachgerechter Anwendung als unbedenklich. Es hemmt die Entwicklung der Raupen, so dass erst gar keine Nesselhärchen ausgebildet werden. Die Sprühmaßnahmen werden Ende April / Anfang Mai durch den Entsorgungs-und Servicebetrieb Bocholt (ESB) und ein extern beauftragtes Unternehmen durchgeführt.

Zahlen und Fakten

In Bocholt sind rund 170 Hektar Außenfläche mit den vom Eichenprozessionsspinner bevorzugten Stieleichen betroffen. Im Innenbereich sind rund 2.200 Eichen auf öffentlichen Flächen erfasst. Hinzu kommen Eichen auf privatem Grund.

Die Verwaltung hat für die Bekämpfung 100.000 Euro im Haushalt angesetzt. Im Vorjahr allerdings reichte das bei weitem nicht aus: Aufgrund des starken Befalls beliefen sich die Kosten in 2019 auf 400.000 Euro. Die Nachbehandlung, das Absaugen von gemeldeten Nester, erwies sich als kostenintensiv.

Es gilt: Auf öffentlichen Flächen ist die Stadtverwaltung für die entfernung von Nestern zuständig, auf privatem Gelände der Eigentümer.

Wenn Sie einen Eichenprozessionsspinner-Befall auf einer Fläche im Gebiet der Stadt Bocholt bemerken und vermuten, dass der Befall noch nicht bekannt ist, können Sie diesen über ein neu eingerichtetes Online-Meldeverfahren der zuständigen Stelle melden. Eine Meldepflicht besteht aber grundsätzlich nicht.

Nachfolgend finden Sie eine digitale Karte, in der alle bereits gemeldeten bzw. bekannten Befallsorte im Stadtgebiet markiert sind. Das Online-Meldeverfahren und die Übersichtskarte wurden vom Kreis Borken und der Stadt Bocholt entwickelt und den kreisangehörigen Kommunen und Gemeinden zur Verfügung gestellt.


Fachbereich Öffentliche Ordnung

Bei Gefahren oder Angelegenheiten, die die allgemeine Sicherheit und Ordnung betreffen, stehen Ihnen folgende Mitarbeiter zur Verfügung:


Ralf Deller
Telefon+49 (2871) 953-353
E-Mailan Ralf Deller
Markus Heine
Telefon+49 (2871) 953-355
E-Mailan Markus Heine