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Obelisk im Stadtwald

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1936 errichteten österreichische SA-Legionäre der sogenannten Österreichischen Legion im Bocholter Hilfswerk-Lager unter Mitwirkung ortsansässiger Handwerker ein Denkmal zur Erinnerung an ihre toten Kameraden aus Österreich.

Die Inschrift auf dem Sockel des Denkmals lautete: "Unseren toten Kameraden aus Österreichs Freiheitskampf Juli 1934".

Diese Mitglieder der österreichischen SA hatten beim gescheiterten Putsch gegen die autoritär herrschende Regierung in Wien am 25. Juli 1934 ihr Leben verloren. Hintergrund war der sogenannte Juliputsch, bei dem österreichische Nationalsozialisten die Macht in Österreich übernehmen wollten und unter anderem den damaligen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordeten. Der Umsturzversuch wurde jedoch niedergeschlagen.

Ein Denkmal wird zum Mahnmal

Das Denkmal selbst stellte einen steinernen Obelisken dar. Auf seiner Spitze thronte ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln. Am Fuße des Monuments war ein Hakenkreuz im Eichenkranz und eine Widmungstafel als Symbole der nationalsozialistischen Ideologie angebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Embleme notdürftig beseitigt. Heute steht der Überrest des Denkmals als Mahnmal abseits im Unterholz des einstigen Lagergeländes und kennzeichnet ein letztes, mahnendes Zeugnis nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in Bocholt.

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Die Österreichische Legion in Bocholt

Mit dem Verbot der NSDAP in Österreich im Juni 1933 flohen tausende österreichische Anhänger der Partei nach Deutschland. Dort wurden sie zunächst als sogenannte Österreichische Legion in Bayern untergebracht und später in Lagern im gesamten Deutschen Reich verteilt.

Unter anderem entstand eines dieser sogenannten Hilfswerk-Lager in Bocholt. Ab Frühjahr 1935 wurden hier die Österreicher militärisch gedrillt und ideologisch indoktriniert.

Schon bald zeigte sich die Gewaltbereitschaft der österreichischen Legionäre. Zu ihren Untaten zählten unter anderem ein Überfall auf eine Veranstaltung der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Rhede, die Zerstörung des Kolping-Denkmals an der St.-Georg-Kirche in Bocholt sowie Übergriffe auf jüdische Bürgerinnen und Bürger.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kehrten viele der Männer in ihre Heimat zurück. Ab Herbst 1939 wurde das Lagergelände für tausende Soldaten zum Kriegsgefangenenlager Stalag (Stammlager) VI F.

Quellen und Nachschlagewerke zu dem Thema:

Bocholter Quellen und Beiträge, 14. Band, Geschichte des Bocholter Stadtwaldlagers, Stadt Bocholt, Bocholt, 2015

Marius Lange: "Stellt die Pfaffen an die Wand!" - Die Österreichische Legion im Münsterland 1935-1938", Aschendorff Verlag, Münster, 2022

Hans-Walter Schmuhl (Hg.): Bocholt im 20. Jahrhundert: Eine Stadt auf neuen Pfaden, Bocholt, 2022

Marius Lange: Ein unbequemes Erbe - Das 1936 errichtete Juli-Putsch-Mahnmal der Österreichischen Legion im Bocholter Stadtwald, in: Unser Bocholt 71 (2020), Heft 1