Stadtverordnetenversammlung stimmt angepasstem Budget für Rathaussanierung zu
Abdeckung signifikanter Risiken führt zu neuem Finanzrahmen von 114,1 Millionen Euro
Die Stadtverordnetenversammlung hat der aktualisierten Kosten- und Risikobetrachtung für die Sanierung des Rathauses am Berliner Platz zugestimmt. Beschlossen wurde dabei die finanzielle Abdeckung der signifikanten Projektrisiken, wodurch sich der neue Gesamtrahmen auf 114,1 Millionen Euro beläuft. Die gezielte Vorsorge soll den weiteren Bauverlauf absichern und zeitliche Verzögerungen durch nachträgliche Budgetanpassungen verhindern.
Der Sanierungsprozess des Rathauses am Berliner Platz befindet sich in einer fortgeschrittenen Phase. Um das Großprojekt gegen künftige Unwägbarkeiten abzusichern und einen möglichst unterbrechungsfreien Bauverlauf zu gewährleisten, hatte die Stadtverwaltung dem politischen Gremium eine differenzierte Finanzbetrachtung vorgelegt. Mit der Beschlussvorlage zur Änderung des Wirtschaftsplanes der Gebäudewirtschaft Bocholt wurden die potenziellen Gesamtkosten auf Basis unterschiedlicher Risikoszenarien neu bewertet. Ziel des Verfahrens ist es, finanzielle Unwägbarkeiten mit verschiedenen Eintrittswahrscheinlichkeiten frühzeitig aufzuzeigen und die Handlungsfähigkeit des Projekts zu wahren.
"Niemand ist über diese Zahlen erfreut - ganz im Gegenteil. Wir wissen sehr genau, wie kritisch die Sanierung des Rathauses in der Bocholter Bürgerschaft verfolgt wird", sagt Bürgermeister Christian Mangen. Doch zur Wahrheit gehöre auch: "Schönrechnen und das Prinzip Hoffnung bringen uns nicht weiter."
"Wir machen uns hier ganz bewusst ehrlich", so Mangen. "Wir haben die Karten und alle kalkulierbaren Risiken ungeschönt auf den Tisch gelegt. Nur mit einer transparenten und belastbaren Finanzierungsgrundlage sichern wir die Handlungsfähigkeit dieses Großprojekts", sagt Bürgermeister Mangen.
Die Anpassung des Budgets wurde notwendig, da das bisherige Budget von 83,9 Millionen Euro, welches im April durch kurzfristige zusätzliche Mittel auf rund 92,4 Millionen Euro erhöht worden war, für die Fertigstellung nicht mehr auskömmlich ist. Die reine Basis-Kostenprognose ohne Risikobetrachtung liegt aktuell bei rund 102,3 Millionen Euro. Diese Steigerung um rund 18,4 Millionen Euro gegenüber dem Ursprungsbudget resultiert im Wesentlichen aus Planungsfortschreibungen, der Überarbeitung von Vorplanungen, Projektänderungsanträgen, bauzeitlichen Verzögerungen infolge der Projektpause sowie den allgemeinen Preissteigerungen im Bauwesen.
In ihrer Entscheidung folgte die Stadtverordnetenversammlung dem Vorschlag der Verwaltung im Grundsatz, beschränkte die finanzielle Vorsorge jedoch auf die signifikanten Risiken. Die Abdeckung von Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit wurde aus dem Beschluss ausgenommen, sodass die maximale Summe bei 114,1 Millionen Euro anstelle der theoretisch möglichen 120 Millionen Euro einer vollständigen Risikobetrachtung liegt. Dieser Gesamtrahmen bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Risiken eintreten oder die Mittel voll ausgeschöpft werden. Es handelt sich vielmehr um eine kontrollierte und solide Finanzierungsgrundlage auf Basis der derzeit bekannten Faktoren.
"Wir müssen das Projekt jetzt unter realistischen Bedingungen zu Ende führen. Die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung gibt uns die notwendige Sicherheit, um den Bauverlauf ohne ständige Unterbrechungen durch nachträgliche Budgetdebatten fortzuführen", erklärt Stadtbaurat Dave Welling.
Die Verantwortlichen halten weiterhin an dem Ziel fest, das Gebäude im Jahr 2027 fertigzustellen. Für den Fall, dass unerwartete Probleme zu zeitlichen Verzögerungen führen, hat die Verwaltung bereits vorsorglich konstruktive Gespräche mit den Fördergebern aufgenommen. Damit soll sichergestellt werden, dass die zugesagten Förder- und Kreditkonditionen für die Stadt Bocholt auch bei unkalkulierbaren Verschiebungen erhalten bleiben und der städtische Haushalt geschützt wird.

