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Ehrenamt

Freiwillige Feuerwehr

Einsatz, der einem viel gibt

Anderen helfen. Freiwillig, einfach so. Wer macht denn sowas? Die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr tun das, und sie sind für alle da - auch für diejenigen, die so verständnislos fragen. Überwiegend aber für viele Dankbare, die das zu schätzen wissen. Die Gemeinschaft ginge gänzlich verloren ohne diejenigen, die sich dafür einsetzen - aus Überzeugung, Mitmenschlichkeit, Empathie. Einfach so. Sie tun etwas Wichtiges, Wert- und Sinnvolles. Und nicht zuletzt deshalb etwas auch für sie selbst Befriedigendes.

Ja, der Aufwand ist nicht gering. Und ja, man muss Einschränkungen einkalkulieren. Zu Beginn braucht es für die Tätigkeit in der Einsatzabteilung natürlich eine Ausbildung, die an Wochenenden stattfindet. Mindestens ein halbes Jahr lang. Weitere Lehrgänge können sich anschließen. Die Feuerwehr ist bekanntlich nicht nur im Einsatz, um Brände zu bekämpfen. Häufiger sind die sogenannten Technischen Hilfeleistungen, etwa bei Verkehrsunfällen, wenn der Strom ausfällt oder bei Sturm und Starkregen. Die 112 ist die Nummer für fast alle Fälle. Insofern gibt es für Feuerwehrleute wenig planbare Ernstfälle, aber viel Abwechslung und viel hinzuzulernen.

Freiwillige Feuerwehr Übungsabend
Von klein auf begeisternd

Das Lernen und Üben im Team hat seinen Reiz. Technisches Wissen und vermitteltes oder erweitertes handwerkliches Geschick sind über die Anwendung bei der Feuerwehr hinaus von persönlichem Nutzen. Gleiches gilt für das praktizierte Teamwork, die Zusammenarbeit. Mit netten Gleichgesinnten macht das auch Spaß. So mancher schätzt den körperlichen Einsatz. Und quasi nebenbei schadet es nicht, sich auch in Sachen Stressbewältigung zu wappnen.

Feuerwehr - das lockt bereits Kinder. Zunächst ist das mit "Tatü-Tata" als Ankündigung verbunden, dass da etwas Spannendes passiert. Einsatzfahrzeuge und Ausrüstung imponieren. Und dann macht es Spaß, bei einer öffentlichen Demonstrationsveranstaltung mal ganz spielerisch mit einem Wasserschlauch zu üben. In der Kinderfeuerwehr kann man im Alter zwischen acht und zwölf Jahren aktiv werden. Wenn "die Kleinen" größer werden, wird die sich weiterentwickelnde Technik ein spannenderes Thema. Beispielsweise der Einsatz von Drohnen zur Erkundung und Situationseinschätzung oder zur Personensuche. Dabei kommen zum Beispiel Mitglieder der Unterstützungsabteilung zum Einsatz.

Rund 50 Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren umfasst die Bocholter Jugendfeuerwehr. Ab 17 können sie mit der Grundausbildung beginnen, um mit 18 in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr zu wechseln. Die beinhaltet unter anderem etwa den Umgang mit der Kettensäge und mit hydraulischem Rettungsgerät. Für die Feuerwehr ist es wichtig, dass sie dabeibleiben. Ihr geht es wie vielen anderen Einrichtungen: Oft zieht es die jungen Leute hinaus in die Ferne, in eine Ausbildung oder ins Studium, jedenfalls widmen sie ihre verfügbare Zeit lieber anderen Dingen. 

Michael Burhoff und Martin Bühs: Feuerwehr
Gemeinsam handeln, wenn es darauf ankommt

Man muss schon sehen, dass ein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr "etwas anderes als Fußball" ist, wie Martin Bühs sagt, stellvertretender Löschzugführer und

unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Parallelen in bestimmter Hinsicht gibt es zwar, aber die Feuerwehrleute haben keinen festen Spielplan. Ihr Einsatz erfolgt meist unvorhergesehen und unregelmäßig. Ausnahmen sind feststehende Veranstaltungen wie die Kirmes oder eben auch Fußballspiele, die sogenannten Risikospiele des 1. FC Bocholt mit erhöhtem Sicherheitsaufwand.

Bei aller Disziplin, die Fußballern als Teamplayern abverlangt wird: Bei Einsätzen der Feuerwehr geht es um mehr als um Sieg oder Niederlage, nämlich um das Wohl und Wehe von Menschen. Dafür muss jeder Handgriff klappen, muss jeder und jede genau das tun, was erforderlich ist, was von ihm oder ihr verlangt wird. Schnell, ohne langes Überlegen oder Diskutieren. Und auch wenn es gefährlich ist. Das bedeutet, Hierarchien und die Autorität der Einsatzleitung als selbstverständlich anzuerkennen und ihr unbedingt Folge zu leisten. "Ich muss mich auf jeden verlassen können", sagt Bühs' Kollege Michael Burhoff, Löschzugführer und Einsatzplaner.

Tatsächlich wird unter Feuerwehrleuten klare Führung geschätzt und erfolgreicher gemeinsamer Einsatz auch als persönliche Bestätigung empfunden. Das motiviert und ist, wenn man es sich bewusst macht, letztlich bedeutsamer als ein Pokalsieg. Dank und Anerkennung bestätigen das - von Patienten, um die sich der Rettungsdienst gekümmert hat, oder von Bocholtern, deren Keller nicht mehr unter Wasser steht. Bei alledem sind Manöverkritik und konstruktive Vorschläge unter den Feuerwehrleuten möglich und wichtig: bei Auswertungen nach Einsätzen und im Hinblick auf folgende. 

Ich muss mich auf jeden verlassen können.

Michael Burhoff, Löschzugführer und Einsatzplaner

Reinschnuppern und mitmachen 

Rund 180 Personen umfasst die Freiwillige Feuerwehr in Bocholt, mehr als die Hälfte von ihnen gehören zugleich der Berufsfeuerwehr an. Gerne hätte man mehr Freiwillige aus anderen Berufen, die eine sinnvolle Tätigkeit neben ihrem Job suchen. Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein, sagt Michael Burhoff. Der Arbeitgeber muss mitspielen, was in Bocholt allgemein gut funktioniere, und natürlich auch die Familie. Und auch Entfernungen spielen eine Rolle. Zu den bestehenden drei Löschzügen der Hauptwache und einem weiteren in Suderwick soll einer in Stenern hinzukommen, was laut Michael Burhoff aktuell konkreter wird. In Stenern und auch in Barlo sieht er Interessenten.

Das Beste in solchen Fällen: Reinschnuppern. Bei Übungsabenden kann man oder frau sich einen Eindruck verschaffen, und natürlich sind auch persönliche Gespräche möglich. Wer Interesse an einer vielseitigen und für seine Mitmenschen enorm wichtige und unverzichtbare Tätigkeit hat, wendet sich an Michael Burhoff oder Martin Bühs. -jf

Michael Burhoff, Fachbereich Feuerwehr, Leiter Geschäftsbereich Operativer Dienst
02871/953-2487; michael.burhoff(at)bocholt(dot)de

Martin Bühs, Fachbereich Feuerwehr, Geschäftsbereich Operativer Dienst, Großschadensereignisse, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
02871/953-2542; martin.buehs(at)bocholt(dot)de

Weitere Informationen auch unter www.bocholt.de/feuerwehr