Bündnis für Familie in Bocholt e.V.
Für Familie und Gemeinschaft
Familie ist privat. Zugleich ist sie für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung und insofern allgemein von Belang. Das Bocholter Bündnis für Familie setzt sich für ein familienfreundliches Klima ein, in dem Kinder willkommen sind. Ein entsprechendes Umfeld steigere die Lebensqualität und stärke das menschliche Miteinander, heißt es in seiner Gründungserklärung. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Bündnis-Mitglieder fördert Familien auf vielfache Weise, ohne dies auf einen bestimmten Familienbegriff zu reduzieren.
Gemeinsam für eine familienfreundliche Stadt
Vor gut 20 Jahren gab das Bundesfamilienministerium einen Impuls zur Gründung lokaler Bündnisse für Familie. Der Name war und ist bezeichnend: Gemeinsam, unter Einsatz verschiedener Betroffener, soll die Thematik angegangen werden. Bundesweit entstanden seitdem an vielen Orten Initiativen, um derartige Bündnisse zu schmieden, unter anderem auch in Bocholt. Das hiesige große Engagement in den folgenden Jahren würdigte das Ministerium mit der Verleihung des Siegels "Ausgezeichnetes Bündnis 2023/2024" in Berlin.
Die konkreten Inhalte ihres Engagements legen die lokalen Bündnis-Initiativen jeweils individuell fest. Konkret tut dies in Bocholt ein Vorstandstrio mit Sabahat Hameed als erster, Annette Hünting-Deckers als zweiter Vorsitzenden sowie Jennifer Middelkamp. Aktive Bündnispartner unterstützen sie bei den einzelnen Aktivitäten.
Vernetzung ist Grundvoraussetzung, und sie gelang: In Bocholt sind Unternehmen und der Unternehmerverband ebenso Bündnispartner wie die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Stadt Bocholt, die Stadtsparkasse und das Versorgungsunternehmen stadtwerker. Auch Privatpersonen sowie viele Geschäftsleute und Dienstleister unterstützen das Bündnis für Familie.
Vereinbarkeit von Familie und Arbeit
Ein wesentliches Moment der Bündnis-Bewegung: Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit, beides Eckpfeiler unserer Gesellschaft, wurde und wird angesichts deren raschen und vielfach gravierenden Wandels auf vielen Ebenen zu einer wachsenden Herausforderung. In und mit hiesigen Unternehmen nach Möglichkeiten zu suchen, um betriebliche Anforderungen und Familiensituationen aufeinander abzustimmen, ist eine Zielsetzung, die mit Elan und Erfolg angegangen wird, wie Jennifer Middelkamp schildert, die als Pressesprecherin des Unternehmerverbandes beste Voraussetzungen dafür mitbringt.
Die Materie ist komplex. Die Regelung von Schichtarbeit, flexiblen Arbeitszeiten oder Monteurseinsätzen ist wesentlich für das Familienleben. Oder auch: Wie lässt sich die Situation Alleinerziehender mit dem Beruf vereinbaren? Was ist, wenn in Familienangehörige zu pflegen sind? Solchen Fragestellungen wird jeweils betriebsspezifisch nachgegangen, aber im Rahmen des jüngst gegründeten "Netzwerkes Vereinbarkeit" finden auch Austausch und Impulsgebung
zwischen Firmen untereinander statt. Alle zwei Jahre verleiht das Bündnis für Familie die "Bocholter Auszeichnung für Familienfreundlichkeit" (BAFF) und würdigt damit Unternehmen auf der Grundlage unterschiedlicher Kriterien - unter anderem etwa für die Einrichtung eines betriebsnahen Kindergartens. Familienfreundlichkeit sei ein wichtiges Kriterium, Fachkräfte zu gewinnen, sagt Jennifer Middelkamp. Wenn dem vielfach gefolgt werde, trage dies auch zum Image Bocholts als lebenswerter Stadt bei.
Angebote für Kinder
Schon früh in die Arbeitswelt hineinschnuppern können Schülerinnen und Schüler der Klassen drei bis sechs im Rahmen des Bündnis-Programms "Abenteuer Unternehmen". Auf eher spielerische Weise erleben sie zum Beispiel, wie bei Gigaset ein Handy entsteht oder was im Hintergrund getan wird, damit sie im Bahia-Bad planschen können.
Der Sicherheit von Kindern dienen die mehr als 200 sogenannten Notinseln in der Bocholter Innenstadt und den Stadtteilen, die auf Initiative des Bündnisses für Familie in Kooperation mit der Hänsel+Gretel-Stiftung und dem städtischen Fachbereich für Jugend, Familie, Schule und Sport entstanden sind. In Geschäften und Einrichtungen, an denen sie das Notinsel-Schild/Logo sehen, können Kinder Hilfe finden, wenn sie den Bus verpasst, etwas verloren oder sich verletzt haben. Lässt sich manches vielleicht per Handy klären, so dienen die Notinseln auch als Zufluchtsorte, wenn Kinder sich gemobbt oder bedrängt fühlen. Die Notinsel-Anbieter werden geschult, und die Notinsel-Standorte sind in Schulweg-Plänen gekennzeichnet. Kindergärten und Grundschulen beziehen sie bei Schulweg-Erkundungen mit Kindern ein.
Kleine Wünsche, große Wirkung
Die Betonung des menschlichen Miteinanders und von Zusammenarbeit gilt auch für die Wunschstern-Aktion. Gemeinsam mit dem städtischen Seniorenbüro, dem Verein Leben im Alter (LiA), der Bocholter Tafel und Quartierstreffs erfüllen Privatleute und Firmen Wünsche bedürftiger Senioren ab 60 Jahren. Auszubildende der Firmen liefern das Gewünschte aus. Das Älterwerden ist auch ein Aspekt von Familie - in vielerlei Hinsicht. Annette Hünting-Deckers, neben ihrem Beruf als Demografie-Beauftragte der Stadt Bocholt ehrenamtlich für die Aktion im Einsatz, weiß von Situationen und Wünschen zu berichten, die nahe gehen. Eine Frau habe sich mal einen Friseurbesuch gewünscht, andere einen warmen Schlafanzug oder einen Christstollen.
Bei bestimmten Veranstaltungen ist das Bocholter Bündnis für Familie mit einem Stand vertreten, unter anderem anlässlich des Weltkindertages am 18. September von 15 bis 18 Uhr am Kapu. Dann werben Sabahat Hameed, Annette Hünting-Deckers und Jennifer Middelkamp für die Sache und zugleich auch um Unterstützerinnen und Unterstützer. Was sie ehrenamtlich leisten, ist viel. Neben Beruf und Familie. -jf



