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Über 2.800 Kinder folgten St. Martin

Strahlende Kinderaugen beim Martinszug 2021, mit Klick geht es zur Bildergalerie - Foto: Bruno Wansing, bocholt.deStrahlende Kinderaugen beim Martinszug 2021, mit Klick geht es zur Bildergalerie - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Am Mittwoch, 10. November 2021, startete der Innenstadt-Martinszug mit den Schülerinnen und Schülern von 16 Bocholter Schulsystemen und folgt dem Darsteller des Bischofs Martin (Johann Biermann) auf seiner Schimmelstute ("Chantal"), die erstmals beim Martinszug dabei und noch ein wenig nervös war. Bei tollem herbstlichem Wetter leuchten die vielen selbst geschnitzten Runkeln oder auch die selbst gebastelten Laternen und sorgen für ein tolles Lichtermeer in der Bocholter Innenstadt. Vor dem Historischen Rathaus nehmen die Kinder dann "endlich" die Martinstüte in Empfang.

 


Martinszug 2019

Martinszug in Bocholt 2019 - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de - Mit einem Klick auf das Bild geht es zur Bildergalerie 2019Martinszug in Bocholt 2019 - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de - Mit einem Klick auf das Bild geht es zur Bildergalerie 2019

Am Mittwoch, 6. November 2019, startete der Innenstadt-Martinszug mit den Schülerinnen und Schülern von 16 Bocholter Schulsystemen und folgt dem Darsteller des Bischofs Martin (Johann Biermann) auf seinem Schimmel ("Snickers"). Bei tollem herbstlichem Wetter leuchten die vielen selbst geschnitzten Runkeln oder auch die selbst gebastelten Laternen und sorgen für ein tolles Lichtermeer in der Bocholter Innenstadt. Vor dem Historischen Rathaus nehmen die Kinder dann "endlich" die Martinstüte in Empfang.


Bilder 2018

Nach dem Zug steht St. Martin mit seinem Pferd auf dem Marktplatz vor dem Historischen Rathaus - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de - mit Klick auf das Bild geht es zur BildergalerieMit Klick auf das Bild geht es zur Galerie

Bunte Laternen, vielfach aus Runkeln geschnitzt, so folgten in diesem Jahr über 3.000 Kinder dem St. Martin (Johannes Biermann) auf seinem Schimmel und sorgten mit ihren Laternen für ein Lichtermeer auf ihrem Zug durch die Innenstadt. Dabei ließen sie sich von dem in diesem Jahr regnerischen Wetter nicht beeindrucken und holten sich auf dem Marktplatz ihre Tüte ("boah, ist die schwer", O-Ton) ab. bocholt.de-Fotograf Bruno Wansing hat den Zug in Bildern eingefangen.


1. Der heilige Martin

Selbst gebastelte Laternen aus Runkeln prägen den Martinszug in Bocholt - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Über das Leben und Wirken des Hl. Martin berichten der Schriftsteller Sulpicius Severus (geb. etwa 363, gest. um 420), ein Zeitgenosse Martins und Bischof Gregor von Tours (geb. 538, gest. 594), einer seiner Nachfolger auf dem Bischofsstuhl von Tours. Sulpicius Severus überliefert keinen Lebenslauf im üblichen Sinne, sondern berichtet in der äußeren Form von Briefen und Dialogen über einzelne Stationen im Leben des Hl. Martin. Bischof Gregor von Tours trägt im 6. Jahrhundert Berichte über die Wunderwirkungen und die Verehrung seines Vorgängers Martin zusammen. Martin wurde um das Jahr 316 (andere setzen spätere Jahre) in Sabaria, dem heutigen Szombathely (Steinamanger) in Ungarn als Sohn eines römischen Offiziers geboren und trat mit etwa fünfzehn Jahren ebenfalls in das römische Herr ein. Zuletzt war er als Offizier in der kaiserlichen Garde-Kavallerie eingesetzt. Diese Offiziere trugen einen weißen Uniformmantel. Martin hatte sich - wie viele junge Menschen seiner Zeit - der aufstrebenden neuen Religion des Christentums zugewandt, die seit Kaiser Konstantin auch öffentlich gefördert wurde. In seine Dienstzeit als Offizier der kaiserlichen Garde-Kavallerie. die ihn u.a. nach Amiens im heutigen Nordfrankreich führte, fällt die winterliche Mantelteilung zwischen dem Soldaten Martin und dem frierenden Bettler. Nach seinem freiwilligen Abschied aus dem kaiserlichen Heer wurde Martin Schüler des Bischof Hilarius von Poitiers, versuchte um 360 seine Eltern zum Christentum zu überzeugen (es gelang ihm nur bei seiner Mutter), lebte dann als Einsiedler in der Nähe von Mailand, zog als "Wandermönch" durch Italien und ließ sich schließlich in der Nähe der Stadt Poitiers als Einsiedler nieder, gemeinsam mit vielen Schülern und Gesinnungsfreunden. Als 371 in Tours ein neuer Bischof gewählt wurde, fiel die Wahl auf Martin, der sich ihr zunächst widersetzte (er soll sich in einem Gänsestall versteckt haben). Martin blieb auch nach seiner Bischofswahl dem mönchischen Leben verhaftet. In seine bischöfliche Amtszeit fallen viele Missionsreisen durch sein Bistum zur Bekehrung der Bevölkerung. Auf einer seiner Seelsorgsreisen starb Martin am 8. November 397 in Candes und wurde am 11. November 397 in Tours begraben. Die schon zu Lebzeiten des Hl. Martin einsetzende Verehrung nahm mit dem Tod weiter zu. Vor allem in Gallien und im späteren fränkischen Reich wurde er als nationaler Schutzheiliger verehrt. Seine Bischofsstadt wurde ein bedeutender Wallfahrtsort des Mittelalters. Der Mantelumhang Martins (cappa genannt) wurde von den fränkischen und später den französischen Königen in der Saint Chapelle in Paris (das heutige Wort Kapelle ist von der capella abgeleitet) aufbewahrt und dort von einem Capellanus (das heutige Wort Kaplan ist hiervon abgeleitet) betreut.


2. Das Brauchtum

Für Kinder ist der Martinszug immer aufregend - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Das Gedächtnisfest des Hl. Martin am 11. November wurde im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zu einem wirtschaftlich bedeutungsvollen Stichtag. Am Martinstag mußten die Erntearbeiten beendet sein, an ihm wechselte das Dienstpersonal seinen Herrn und erhielt seinen Jahreslohn. Am Martinstag wurden die Pachten und Steuern, wurden die Rechnungen von Kaufleuten und Handwerkern bezahlt. Der Martinstag war der letzte Feiertag vor der vierzig Tage dauernden vorweihnachtlichen Fastenzeit. In Bocholt ist die Verehrung des Hl. Martin seit Jahrhunderten ein Bestandteil des alljährlichen Festkreises. Der Brauch des Gabenheischens, zunächst durch Studenten und nach dem Dreißigjährigen Krieg durch Kinder und Arme, entstand. In dem plattdeutschen Lied "Sünte Martins Vöggelken" wird das Gabenheischen angesprochen. Weil das Gabenheischen der Kinder am Martinsabend zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend in Belästigungen und Betteleien ausartete, wurde in Bocholt vom Verein für Heimatpflege erstmals im Jahre 1910 ein gemeinsamer geregelter Umzug ausgerichtet. Entsprechend der Tradition werden seitdem viele ausgehöhlte und mühevoll mit kunstreichen Schnitzereien versehene Runkelrüben, aus denen der weiche Schein einer Kerze leuchtet, gezeigt. Dem Martinszug reitet seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts der Bischof Martin voran; es wird nicht wie im Rheinland der Soldat Martin vorangestellt. Vielleicht ist Martin als Bischof herausgestellt worden, weil das furchtbare Erlebnis des Ersten Weltkrieges den Wunsch nach einem mildtätigen, sorgenden Vorbild verstärkte. Nach der Gebietsreform 1975 wurde der große Innenstadtmartinszug der alten Stadt Bocholt beibehalten. In den zu Bocholt gekommenen umliegenden Gemeinden wurde die dort entstandene Tradition der Martinsumzüge ebenfalls in der bisherigen Weise fortgeführt. Zu den insgesamt elf Martinsumzügen in Bocholt kommen noch viele kleinere Umzüge einzelner Kindergärten hinzu, sodass in den Tagen um den 11. November überall die alten Martinslieder ertönen, Martinslichter gezeigt werden. Der Verein für Heimatpflege Bocholt e.V. (Kontaktadresse www.Heimatverein-Bocholt.de hat das Martinsbrauchtum in verschiedenen Schriften vorgestellt und aufgearbeitet. Für die Interessenten hat er - gemeinsam mit der Kath. Kirchengemeinde St. Georg - eine CD (Schutzgebühr fünf Euro) erstellt, die den Hl. Martin, sein Leben, seine Wirkung und das Brauchtum um ihn mit vielen Texten und Legenden, mit Interpretationen und besonders auch mit den in Bocholt gesungenen Martinsliedern vorstellt. Text und Noten der Martinslieder sind unter der vorgenannten Internet-Adresse ebenfalls abrufbar.  


3. Bilderbögen

Bruno Wansing, Internetredakteur der Stadt Bocholt, begleitet den Martinszug mit der Kamera und erstellt in jedem Jahr Bilderbögen von den Martinszügen. 


4. Literatur

Beiträge zu Leben und Verehrung des heiligen Martin, bearb. v. Georg Ketteler, in: UNSER BOCHOLT Jg. 28 (1977), H. 3.

Wer noch weiter ins Thema einsteigern möchte, kann sich bei Andreas Drouve "Der heilige Martin - Patron der Armen - Vorbild der Nächstenliebe" Topos-ISBN: 978-3-8367-0770-1 einen tiefen Einblick verschaffen!


Veranstalter

Verein für Heimatpflege e.V.
Geschäftsstelle im Stadtmuseum Bocholt
Osterstraße 67
46397 Bocholt


Kontakt


Fotos

Bruno Wansing
Mobiltelefon+49 (170) 6300437
Telefon+49 (2871) 953-571
WWWWeitere Infos auf der bocholt.de
E-Mailan Bruno Wansing
Fax+49 (2871) 953-189

Datum

Mittwoch, 10.11.2021, 17 Uhr



Zugweg

Kinder und Musikgruppen stellen sich auf dem Berliner Platz auf. Von Dort startet der Umzug ca. 17 / 17.15 Uhr. Über den Vorplatz des Mariengymnasiums geht es über die Aa-Brücke zur Schanze (entlang des Seniorenheims) und weiter über die Brückenstraße auf den St.-Georg-Platz. Johannes Biermann, der seit Jahren den St. Martin darstellt, reitet mit seinem Schimmel über die Schanze, den Casinowall, Südwall, überquert dann die Osterstraße zur Ostmauer und reitet weiter über die Nordmauer, Nordstraße berührend, Niederbruch, Wesemannstraße und Langenberstraße. Über die Ostmauer führt der Weg über die Osterstraße und Königstraße zum Markt. Hier werden die Martinstüten an die teilnehmenden Schüler aus den Klassen 1 bis 6 der Innenstadt-Schulen verteilt.



Impressionen aus den Vorjahren

Bilder vom Zug 2014

Selbst gebastelte Laternen aus Runkeln prägen das Bild des Martinszuges in Bocholt - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de