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Wie die innere Haltung das Unternehmen prägt

CSR-Themendialog bei der Spaleck GmbH & Co. KG in Bocholt


Unternehmen agieren nicht auf einsamen Inseln, sondern nehmen mit ihren Entscheidungen Einfluss auf die Gesellschaft und Umwelt. Wie sich das Unternehmen der Herausforderung stellt, einen Industriebetrieb zukunftsfähig zu halten, zeigte die Spaleck GmbH & Co. KG als Gastgeber des CSR Themendialogs am 10.07.19 in Bocholt.
Carsten Sühling, Geschäftsführer der Spaleck GmbH & Co. KG betonte die Wichtigkeit auch vermeintlich weicher Themen in der Unternehmensführung. Spaleck habe zunächst ökologische Einzelprojekte forciert und sie dann unter eine Struktur gebracht. Fundamental für den Erfolg bei solchen Prozessen sei die interne Kommunikation. „Man kann nie genug kommunizieren – gerade beim Thema CSR. Die Wichtigkeit der Themen ist noch nicht angekommen; oft fehlen das Wissen und die Hintergrundinformationen.“ So gab es Nachfragen, wozu denn ein Insektenhotel wichtig sei. „Man muss in den Dialog mit der Belegschaft treten und das Bewusstsein für solche Fragen schärfen. Wir haben uns gefreut, welche Begeisterung und Identifikation wir dann damit bei den Mitarbeiter*innen wecken konnten“, beschreibt Herr Sühling die Wirkung einer offenen Kommunikation der Umweltschutzmaßnahmen am Unternehmenssitz.
Heidi Renz, Referatsleiterin Gesellschaftliche Verantwortung im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, spannte den Bogen von dem Begriff des Ehrbaren Kaufmanns, der bereits im 12. Jahrhundert geprägt wurde zu den heutigen Ansprüchen an ein verantwortungsvolles Unternehmertum. Sie verwies auf die Anforderungen der Digitalisierung und die damit verbundene Aufgabe einer „Corporate Digital Responsibility“, die es zu berücksichtigen gelte.
Für Udo Westermann, Leiter des CSR-Kompetenzzentrums Münsterland ist eine Befassung mit den CSR Themen ein Kernaspekt unternehmerischen Innovationsgeistes. „Unternehmen, die in CSR-Themen mutlos agieren, wird es irgendwann nicht mehr geben.“ Und neben der Innovationsfreude gehöre dann auch die Formulierung von Erfolgsmaßstäben dazu, um den Erfolg später bemessen zu können. „Hier ist dieselbe Professionalität gefragt, die Unternehmen auch bei der Steuerung betriebswirtschaftlicher Ziele zeigen.“

Ernennung des neuen CSR-Botschafters Ralf Hellmann
Im Rahmen der Veranstaltung wurde Ralf Hellmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Dibella GmbH zum neuen CSR Botschafter für das Münsterland ernannt. Die Ernennungsurkunde überreichte Frau Renz im Namen von Minister Prof. Andreas Pinkwart. Herr Hellmann benannte seine persönlichen Erweckungserlebnisse mit den Umweltunfällen Deep Water Horizon und Fukushima und der Finanzkrise in 2007: „Am Tag der Finanzkrise hatten wir unseren Kunden gerade eine Preiserhöhung angekündigt, die Preise sind dann aber aufgrund der Finanzkrise schlagartig zusammengebrochen. Da ist mir klar geworden, dass wir das Thema Nachhaltigkeit umsetzen müssen.“ Dies setzt der Unternehmer aus der Textilbranche konsequent um. So werden alle Unternehmensbereiche auf Nachhaltigkeit überprüft, was auch Fragen beinhaltet, „wie Mitarbeiter*innen zur Arbeit kommen, welche Getränke bei Besprechungen genutzt werden, woher die Stühle kommen auf denen sie sitzen und welcher Farmer unter welchen Bedingungen unseren Rohstoff Baumwolle herstellt. Unsere Hauptherausforderung sind die Lieferketten – vom Rohstoff bis zum Produkt. Durch die konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit können wir bei Bioprodukten transparent zeigen, dass dieser Farmer auf diesem Feld für uns produziert.“
2014 gründete er die international tätige Vereinigung MaxTex, ein Zusammenschluss von Textilherstellern, Konfektionären, Rohstoffproduzenten, wissenschaftlichen Institutionen und jungen Start-ups. Sie verbindet das Ziel, nachhaltiges Handeln über die gesamte textile Wertschöpfungskette sicherzustellen. MaxTex erhielt 2019 den Preis für Unternehmensethik 2018/2019 vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik.
Das Thema CSR habe leider noch zu wenige Unternehmen durchdrungen. Mit seinem Engagement als CSR-Botschafter will Herr Hellmann dazu beitragen, Unternehmen für CSR zu sensibilisieren, weitere Vernetzung zu schaffen und das Thema in der Region auch über die eigene Branche hinaus zu tragen.

CSR- Selbstbewertung als Einstieg in eine CSR- Strategie
Das CSR- Kompetenzzentrum stellte das Konzept der CSR- Gruppenworkshops und die Methodik der CSR- Selbstbewertung vor: In dieser werden unternehmensspezifisch die wesentlichen Themen und wirksamsten Hebel aus der Vielzahl der heute diskutierten Megatrends identifiziert. Das Ergebnis dient als Handlungsgrundlage für konkrete Maßnahmen und eine Profilierung am Markt und als attraktiver Arbeitgeber.
Gabi Mumbeck, Spaleck GmbH & Co. KG, nimmt seit November 2018 an der ersten Runde der CSR-Gruppenworkshops teil. Die CSR-Selbstbewertung helfe, die für das eigene Unternehmen wichtigen Themen zu identifizieren und zu gewichten. Beispiel bei Spaleck sei die Optimierung der Personalarbeit wie zum Beispiel das Employer Branding gewesen. Das spricht sich rum, „so haben wir deutlich mehr Bewerbungen als im Vorjahr erhalten.“ Die Vorteile der Unternehmer-Workshops sieht Frau Mumbeck vor allem im Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, die zu neuen Ideen anregen.
Das CSR-Kompetenzzentrum hatte gemeinsam mit der Spaleck GmbH & Co KG, dem AIW Unternehmensverband, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG) sowie der Wirtschaftsförderung der Stadt Bocholt zum CSR Dialog eingeladen. Die Wirtschaftspartner möchten ihren Mitgliedsunternehmen zusammen mit dem CSR-Kompetenzzentrum Münsterland die Möglichkeit bieten, das CSR- Konzept einer verantwortungsvollen Unternehmensführung umzusetzen.
Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland wird getragen durch die Unternehmerinitiative future e.V. - verantwortung unternehmen und durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Unternehmen können sich bei der Einführung dauerhafter CSR-Strategien durch das CSR-Kompetenzzentrum begleiten lassen. Ab Oktober 2019 werden dazu weitere kostenfreie CSR-Gruppenworkshops für kleine und mittlere Unternehmen angeboten.

 



11.07.2019 13:42
Kategorie: Wirtschaft
Von: Hullermann
Foto 1: Informierten 24 TeilnehmerInnen über Handlungsansätze und Erfolgsfaktoren von CSR, von links: Udo Westerman, CSR Kompetenzzentrum Münsterland, Andreas Brill, AIW, Veronika Droste, WFG Borken, Carsten Sühling, Spaleck GmbH & Co. KG, Heidi Renz, Wirtschaftsministerium NRW, Vanessa Hullermann, WiFö Bocholt, Ralf Hellmann, dibella GmbH

Foto 1: Informierten 24 TeilnehmerInnen über Handlungsansätze und Erfolgsfaktoren von CSR, von links: Udo Westerman, CSR Kompetenzzentrum Münsterland, Andreas Brill, AIW, Veronika Droste, WFG Borken, Carsten Sühling, Spaleck GmbH & Co. KG, Heidi Renz, Wirtschaftsministerium NRW, Vanessa Hullermann, WiFö Bocholt, Ralf Hellmann, dibella GmbH, Foto Spaleck GmbH & Co. KG

Foto Spaleck GmbH & Co. KG

Foto 2: Überreichung der Ernennungsurkunde zum CSR Botschafter an Ralf Hellmann, Geschäftsführender Gesellschafter der dibella GmbH durch Heidi Renz (rechts), Referatsleiterin Gesellschaftliche Verantwortung im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und Dr. Udo Westermann (links), Leiter des CSR Kompetenzzentrums Münsterland. Foto Spaleck GmbH & Co. KG



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