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Geschichte: Erinnern und nicht vergessen!

"Die Erinnerung aufrecht erhalten, nicht vergessen, damit diese unvorstellbaren Grauen und Verbrechen nie wieder passieren", war die Intention der Gedenkveranstaltung am gestrigen Abend anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz. Die Resonanz war riesig. Die St.-Agnes-Kapelle, die älteste Kirche in Bocholt, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die vier Bocholter Gymnasien, die Gesamtschule, der Arbeitskreis Synagogenlandschaften der VHS und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit hatten den Abend vorbereitet.


Kleine Bildergalerie

  • Rappelvoll war die St.-Agnes-Kapelle bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung Auschwitz - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Rappelvoll war die St.-Agnes-Kapelle bei der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung Auschwitz - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Das Zitat von Jeanette Wolff 'Sag nicht, wir wollen das nicht hören' - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Das Zitat von Jeanette Wolff 'Sag nicht, wir wollen das nicht hören' - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Ein Blick in die volle St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Ein Blick in die volle St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Charlotte Boland begrüßte die Gäste - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Charlotte Boland begrüßte die Gäste - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Charlotte Boland begrüßte die Gäste - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Charlotte Boland begrüßte die Gäste - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Erster Stadtrat Thomas Waschki - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Erster Stadtrat Thomas Waschki - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Erster Stadtrat Thomas Waschki bei seiner Ansprache - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Erster Stadtrat Thomas Waschki bei seiner Ansprache - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Jüdische Lieder wurden im Rahmen der Gedenkfeier auch vorgetragen - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Jüdische Lieder wurden im Rahmen der Gedenkfeier auch vorgetragen - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Ein Blick in die volle St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de
    Ein Blick in die volle St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Charlotte Boland vom St.-Georg-Gymnasium begrüßte die über 100 Gäste in der St.-Agnes Kapelle. "Uns ist es wichtig, dass man nicht vergisst. Wir wollen die Erinnerung aufrecht erhalten, um dieses grauenhafte Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Vor allem wollen wir aber auch der Opfer gedenken, denn es gibt meiner Meinung nach nichts Schlimmeres, als auf eine Zahl reduziert zu werden", betonte Boland.

Erinnerung an Jeanette Wolff und Sigmar Seif

Thomas Waschki, Erster Stadtrat der Stadt Bocholt, erinnerte in seinem Grußwort an Jeanette Wolff und Sigmar Seif. "Mit dem Motto "...wehret den Anfängen, wo Gruppen, Zeitungen und Schriften die Demokratie untergraben wollen..." greifen Sie ein Zitat von Jeanette Wolff auf, die mehrere Konzentrationslager überlebte, während bis auf die jüngste Tochter ihre ganz Familie ermordet wurde", sagte Thomas Waschki. 1967 habe Wolff als Bundestagsabgeordnete in ihrer Ansprache zur Woche der Brüderlichkeit diesen mahnenden Satz gewählt, weil damals mit der NPD eine rechtsextreme Partei in mehrere Landtage eingezogen war.

Ein einziger Bocholter jüdischen Glaubens überlebte Auschwitz

"Unter den Bocholtern jüdischen Glaubens überlebte nur Sigmar Seif das Vernichtungslager Auschwitz", berichtete Waschki weiter. Seif habe einmal über seinen Aufenthalt in Golleschau, einem Außenlager von Auschwitz erzählt: "Alles zusammen, war ich sieben Jahre eingesperrt, habe Hunger gelitten, Schläge bekommen, sehr schwer in Polen in einem Steinbruch arbeiten müssen, sollte bereits beerdigt werden, aber der Wille zum Leben war stärker in mir",  Die aus Film "Schindlers Liste" bekannten Oskar und Emilie Schindler retteten 81 jüdische Männer aus Golleschau, einer davon war Sigmar Seif.

Abschließend dankte Waschki allen an diesem Gedenkabend Beteiligten und betonte, wie wichtig es sei, die Botschaft "...Wehret den Anfängen..." in die heutige und kommenden Generationen weiterzutragen. "Es ist wichtig, wie es auch auf der Tafel am städtischen Denkmal "Die Trauernde" von Ellen Bernkopf steht, dass "der Mensch nicht vergesse, was er dem Menschen zufügen kann".

Tom Curic und Frieda Geuting von der Gesamtschule sorgten mit ihrem Beitrag für die historische Einordnung.

"Am 27. Januar 1945 wurde mir die Freiheit geschenkt..."

Alina Schaffeld und Stella Dieckmann vom Mariengymnasium sangen zwischen den einzelnen Vorträgen die Lieder "Shir Lashalom" und "Jerusalem aus Gold", Finja Wesendonk spielt "Saxology" von Otto M. Schwarz. Johannes Kalweit, Karim Faharat, Jakob Bußkamp und Tim Böting vom St.-Josef Gymnasium lasen aus Tibor Wahls "Arbeit macht tot" vor. Von ihrem Besuch in Auschwitz Ostern 2019 berichteten Leonie Prinzen, Anna Lena Seggewiß und Charlotte Boland vom St.-Georg-Gymnasium. Dazu gab es auch Erfahrungsberichte von Mia Eidam, Luise Laub und Ronja Seewald vom Euregio-Gymnasium. 

Emma Büink und Stephanie Weinert berichteten zum Thema "Erinnerungskultur heute" von ihrem Besuch des Holocaust Mahmals in Berlin.


Hoffnungen - Wünsche

Wünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.deWünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.de
Wünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.deWünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.de
Wünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.deWünsche an der Pinwand - Foto: Fatma Boland, bocholt.de

Im letzten Teil der Veranstaltung bekamen die Gäste die Gelegenheit, ihre Wünsche und Hoffnung zu Papier zu bringen und an die Pinwand zu heften. Davon wurde rege Gebraucht gemacht und so kamen die verschiedensten Gedanken zusammen, u.a.: 

"Ich wünsche mir, dass die Menschen endlich verstehen, dass wir alle gleiche Individuen sind und dass wir alle im selben Boot sitzen"

"Ich hoffe auf eine neue Welt des Friedens und der Freiheit"

"Ich wünsche mir, dass dieSchülerinnen und Schüler in ihrem ganzen Leben aktiv bleiben im Einsatz für die Menschlichkeit"

"Mein Wunsch ist, dass andere Kulturen und Unterschiede akzeptiert und alle gleich behandelt werden. Der Rassismus unter Menschen muss gestoppt werden", schrieb M. Krichel.

"Ich wünsche mir für die Zukunft, dass das Leben mehr geachtet und geschätzt wird."




28.01.2020 07:55
Kategorie: Bildung und Kultur
Von: Bruno Wansing
Große Resonanz fand die Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung Auschwitz's am 27.1.2020 in der St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Große Resonanz fand die Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung Auschwitz's am 27.1.2020 in der St.-Agnes-Kapelle - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de



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