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Ein Marktplatz, auf dem Geld tabu ist

Ehrenamt trifft Unternehmerschaft am 11. Mai / Motto: "Gute Geschäfte für Bocholt" / Jetzt anmelden / "Experiment"


Bocholt (PID) - Am 11. Mai treffen gemeinnützige Organisationen und Bocholter Unternehmen auf ungewöhnliche Weise aufeinander. Eine Stunde lang lautet das Motto „Gute Geschäfte für Bocholt“. Geld spielt dabei keine Rolle. Es geht um Leistungen und Hilfestellungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Um Vereinbarungen, bei denen die Partner beide etwas beisteuern, was dem jeweils anderen hilft.

Beispiel: Ein Medien-Unternehmen stellt einer auf Wiedereingliederung spezialisierten Organisation einen Praktikumsplatz zur Verfügung, die im Gegenzug einen Vortrag zum Thema „BurnOut Prophylaxe“ hält.

Oder: Eine Werbeagentur übernimmt den Webseiten-Auftritt für einen Verein, der sich um die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kümmert. Im Gegenzug werden die Mitarbeiter der Werbeagentur als Team-Event zu einer Aufführung eingeladen.

Eine Art Speed-Dating

Damit sich passende „Partner“ finden, wird am 11. Mai 2017 in der Versammlungshalle der Firma Siemens ein „Marktplatz“ der besonderen Art veranstaltet. Wenn der Gong ertönt, können gemeinnützige Organisationen und Unternehmen eine Stunde lang auf die Suche nach einem passenden „Partner“ gehen. So genannte „Makler“ geben Hilfe, falls es hakt. „Es hat ein bisschen was von Speed-Dating“, sagt Hugo Pettendrup über das bunte Treiben. Sein Unternehmen unterstützt die Stadtverwaltung Bocholt bei der Planung und Durchführung dieser Aktion.

Was haben Vereine und Unternehmen davon?

Gemeinnützige Vereine und Institutionen können auf der Börse interessante Kontakte knüpfen, von Unternehmen lernen, ihr eigenes Auftreten und ihre Präsenz stärken, vielleicht auch kleine Projekte oder Ziele umsetzen, die sonst gar nicht zustande gekommen wären. Für Unternehmen ist eine Beteiligung nicht nur gut fürs Image und den Bekanntheitsgrad. Sie demonstrieren lokales Engagement und zeigen Standortverbundenheit. Vielleicht gewinnen sie durch die mediale Verbreitung Arbeitskräfte oder Kunden von morgen. Vieles ist möglich. Überraschungen sind beim ersten Bocholter „Marktplatz“ dieser Art erwünscht.

"Experiment" erstmalig im Münsterland

In anderen deutschen Städten wurde diese besondere Veranstaltung bereits mit Erfolg erprobt. Im Münsterland ist dieses Format neu, Bocholt macht den Anfang. „Es ist ein Experiment, von dem wir uns einen positiven Anstoß erhoffen“, sagt Rainer Howestädt, Koordinator für freiwilliges Bürgerengagement bei der Stadt Bocholt. Sollte der „1. Bocholter Marktplatz“ von den Akteuren positiv aufgenommen werden, seien weitere „Marktplätze“ vorgesehen, so Howestädt.

Kooperationspartner

Kooperationspartner der Stadt Bocholt ist auch die Regionale 2016, das Strukturförderprogramm des Landes. Regionale-Projektmanager Dr. André Wolf begrüßt das Vorhaben: „Die Regionale ist ja vom Wesen her eine riesige regionale Kontaktbörse, und der Marktplatz Gute-Geschäfte-für Bocholt  ist eine Kontaktbörse auf kleiner, lokaler Ebene. Kontakte und Netzwerke sollen entstehen. Ich bin in Bocholt auf Vereine gestoßen, die kompetent und kreativ sind und wissen, wo sie noch Bedarf haben. Für die Marktplatzmethode hat Bocholt somit eine gute Ausgangsposition. Das Format ist und soll übertragbar auf andere Städte sein. Abgucken ist daher ausdrücklich erlaubt.“

Neben dem Verein „Leben im Alter‘“ aus Bocholt sind auch die Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen und die Kreishandwerkerschaft Borken mit dabei. Deren Hauptgeschäftsführer Christoph Bruns sagt: „Interessant bei dieser Methode ist die passgenaue Unterstützung. Das ist das Besondere im Vergleich zum Sponsoring. Man schafft eine konkrete Situation, um ein reales Problem unterstützend zu lösen.“ Norbert Steinig von der IHK Nord Westfalen ergänzt: „Das Engagement von Unternehmen für gemeinnützige Einrichtungen ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Für die Betriebe sind die Chancen, interessante Kontakte zu knüpfen, sicher groß – und das ganz ohne Geld.“

Unterstützt wird der Marktplatz „Gute Geschäfte für Bocholt“ zudem vom Unternehmen Siemens. Das Bocholter-Borkener Volksblatt hat die Medienpartnerschaft übernommen.

Mitmachen - so geht’s:

Vor der Hauptveranstaltung am 11. Mai finden zwei Informationsveranstaltungen statt. Am Donnerstag, 9. März 2017, sind Unternehmen eingeladen. Eine Woche später, am Donnerstag, 16. März, werden gemeinnützige Organisationen informiert. Beide Infoveranstaltungen finden im Ratssaal am Berliner Platz 1 statt und starten jeweils um 18 Uhr.

Anmelden

Mitmachen können gemeinnützig tätige Vereine, Institutionen oder Gruppen sowie Bocholter Unternehmen jeglicher Art. Anmeldungen nimmt Rainer Howestädt unter Tel. 02871 953-503, per E-Mail unter rainer.howestaedt@mail.bocholt.de oder online unter www.gute-geschaefte-bocholt.de entgegen.
Die Online-Anmeldung bietet hierbei viele Vorteile.

Alle Informationen unter www.gute-geschaefte-bocholt.de .

Die Teilnahme am „1. Bocholter Marktplatz für Gute Geschäfte“ ist kostenfrei.

Hintergrund: Bocholter Engagement-Strategie 2018+

Bürgerschaftliches Ehrenamt und freiwilliges Engagement wird in Bocholt gezielt unterstützt: Die Stadt beschäftigt einen Ehrenamtskoordinator, würdigt Bürger etwa mit der Vergabe von Ehrenamtskarten, unterhält eine Freiwilligen-Agentur und beteiligt sich an bundesweiten Projekten. Die Aktion „Gute Geschäfte für Bocholt“ ist eingebettet in eine „Engagement-Strategie 2018+“, die das Ziel verfolgt, Ehrenamt auf breiter kommunaler Basis zu stärken. Sie soll bisher Erreichtes festigen und neuen Ansätzen eine Plattform geben.

Infos über die Ehrenamtsförderung in Bocholt unter www.bocholt.de/rathaus/ehrenamt .



08.02.2017 16:00
Kategorie: Ehrenamt

Freuen sich auf den ersten Marktplatz in Bocholt unter dem Motto "Gute Geschäfte für Bocholt" (v.l.): Hugo Pettendrup (HP Fundconsult), Dr. André Wolf (Regionale 2016), Rainer Howestädt (Freiwilligenkoordinator Stadt Bocholt), Agnes Wellkamp (Verein "Leben im Alter").



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