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Artenvielfalt im Garten


Siegerinnen und Sieger stehen fest

„Die Auswahl der Gewinner fiel der Jury des Umweltreferates sehr schwer“, sagt Angela Theurich, „300 Fotos wurden aufgrund des Aufrufs der Stadt Bocholt eingereicht, darunter viele extrem attraktive und aussagekräftige Aufnahmen. Sogar zwei kurze Filmchen waren dabei. Daher hat die Stadt Bocholt kurzerhand fünf zusätzliche Preise bereit gestellt“. Im Umweltreferat freut man sich nicht nur über die große Beteiligung, sondern besonders auch darüber, dass es in Bocholter Gärten solche Nischen der Artenvielfalt noch gibt. „Solche Bereiche sind von großer Wichtigkeit und Schönheit!“, so Theurich. Vielleicht motivieren die tollen Fotos ja den einen oder anderen Balkon- und Gartenbesitzer dazu, selbst ein Eckchen mit Küchenkräutern oder Blütenstauden zu bepflanzen.


Plätze 1 - 3

Platz 1, Brigitte ThimmPlatz 1, Brigitte Thimm
Platz 2 - Angelika CaninenbergPlatz 2 - Angelika Caninenberg
Platz 3 - Ansgar VoßhenrichPlatz 3 - Ansgar Voßhenrich

Begründung zu Platz 1, Brigtte Thimm:

Neben der frisch geschlüpften Großlibelle, die sich gerade trocknet, ist auch noch deren Larvenhülle zu sehen. Da die Libelle auf Lavendel sitzt, muss es neben dem trockenem Standort, den der Lavendel benötigt, in diesem Garten auch einen Teich/ein Feuchtbiotop geben. Das Bild zeugt somit von Vielfalt. Fotografisch sind sowohl die Gesamtkomposition des Bildes, als auch die gestochen scharfe Flügelstruktur hervorzuheben.

Begründung zu Platz 2, Angelika Caninenberg:

Ein Bläuling im Garten ist etwas ganz Besonderes! Bläulinge sind inzwischen in ganz Europa in ihrem Bestand gefährdet (da sehr spezialisiert).

Begründung zu Platz 3, Ansgar Voßhenrich:

Super-Foto einer Sumpf-Schwebfliege, brillante Farben, optimale Schärfe, deutet auf Feuchtbereiche im Garten hin. Zeigt, dass es attraktive Insekten gibt, die wahrscheinlich nur wenige je bewusst gesehen haben.


Zusatzpreise

Foto: Thomas BarteltFoto: Thomas Bartelt
Foto: Jana BauerFoto: Jana Bauer
Foto: Anja PeltzerFoto: Anja Peltzer
Foto: Patrick KuhnFoto: Patrick Kuhn
Foto: Miriam PietzkaFoto: Miriam Pietzka

Begründung Thomas Bartelt: Ein sehr gut gelungenes „Suchbild“ von einem „Großen grünen Heupferd. Seine Anwesenheit weist auf Vielfalt hin (es bevorzugt Lebensräume die warm, trocken und windgeschützt sind und eine mindestens 30 cm hohe Vegetation aufweisen. Die Larven halten sich in der Krautschicht auf, ebenso die frisch geschlüpften erwachsenen Tiere, die später im Jahr Sträucher und Bäume bevorzugen.) Es lohnt sich also, manchmal genauer hinzuschauen.

 

Begründung Jana Bauer: Das Foto „Hummel auf Borretsch“ zeigt Details, wie u. a. Pollen an „Hinter-Schenkel und Rücken“ gestochen scharf. Die Farbkomposition ist attraktiv und ausgewogen. Das Bild macht deutlich, dass blühende Gartenkräuter Nahrungsquelle für Insekten sind. Sie anzupflanzen funktioniert nicht nur im Garten sondern auch auf dem kleinsten Balkon.

 

Begründung Anja Peltzer: Ideale Nahrungsquelle für Hummeln, Schmetterlinge und Co. Das Foto zeigt eine andere Art von Garten, als sie sonst in der hiesigen Region anzutreffen ist.

 

Begrünung der Auswahl Patrick Kuhn: Beim „Kohlweißling im Anflug auf Blutweiderich“ gefallen Bildkomposition sowie Schärfe der Insektenbeine- und Fühler sind hervorragend für ein Foto „in Bewegung“. Blutweiderich ist eine hervorragende natürliche Nektar- und Pollenquelle für zahlreiche Insekten und weist auf feuchte Standorte hin.

Miriam Pietzka schrieb: „Heute habe ich in der Stadt zufällig ein Plakat für den Fotowettbewerb gesehen und mir gedacht, dass ich unbedingt mitmachen muss, denn wir wohnen in DER Naturoase in Bocholt. Sieht man unser Haus auf Google Earth, dann ist es eine grüne Oase inmitten von Steinchengärten und zugepflasterten Parkplätzen. In unserem Natur-Garten fühlen sich sehr viele Vogel- und Insektenarten wohl (und wir natürlich auch!), ein Wespennest am Haus lassen wir nach einem Telefonat mit Bocholts "Bienen- und Wespenflüsterin" auch so wie es ist. [...]   Begründung „Besuch Honigbiene auf Margerite“: Ansprechendes Foto mit Farbbrillanz und Detailschärfe. Die Aufnahme zeigt, dass nicht nur solitär lebende Wildbienen, Hummeln, Käfer und Schmetterlinge sondern auch Honigbienen in blühenden Gärten die von Ihnen benötigte Nahrung finden.


Bildergalerie mit den eingereichten Fotos

Fotowettbewerb "Naturnahe Gärten"

Der Fotowettbewerb der Stadt Bocholt soll dazu beitragen, den Lebensraum in der Stadt für Schmetterlinge und Wildbienen zu vergrößern. Durch Versiegelung, Intensivbewirtschaftung und den Klimawandel finden Insekten immer weniger Nahrung, Nistplätze und Rückzugsorte, wodurch die Anzahl der Insekten sich verringert.

Naturnah gestaltete Gärten mit einheimischen Pflanzenarten bieten Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten. Sie sind daher besonders hilfreich, um Schmetterlinge und Wildbienen zu unterstützen. Die naturnahe Gartengestaltung bietet nicht nur Schmetterlingen und Wildbienen einen Rückzugsort, sondern einer großen Vielzahl von kleinen Lebewesen, und ist ebenso für den Menschen ein Hingucker: Der Fotowettbewerb soll genau dies zeigen!

Zeig her deine Naturoase

Die Bürgerinnen und Bürger können das beste Foto ihres naturnah gestalteten Gartens und seinen Bewohnern einreichen, das die Vielfalt von Pflanzen und Insekten darstellt. Die eingereichten Fotos werden auf der Homepage der Stadt veröffentlicht.

Für die schönsten Fotos gibt es drei Gartencentergutscheine im Wert von 100€, 75€ und 50€ zu gewinnen. Alle Teilnehmenden bekommen eine Lavendelstaude, die im Umweltreferat im Rathaus Bocholt abgeholt werden kann. Eingesendet werden können die Fotos an klimakommune@mail.bocholt.de, Einsendeschluss ist der 29.06.2018. Bitte Kontaktdaten wie Telefonnummer und Adresse angeben. Mit der Einsendung wird einer Veröffentlichung der Fotos zugestimmt.

Auch Personen, die bisher noch keine bei Insekten beliebten Blumen, Kräuter und Sträucher angepflanzt haben, sollen motiviert werden ihren Garten insektenfreundlicher zu gestalten. Insbesondere Kräuter verschönern den Garten, locken Wildbienen an und eignen sich für den Menschen zur Nutzung in der Küche. Weitere gute Möglichkeiten, um Insekten in den Garten zu locken, sind die Anlegung von Wildblumenbeeten, Totholz- oder Steinlesehaufen und das Anbieten von Nistblöcken für Wildbienen. Wieso es so wichtig ist, Bienen und andere Insekten zu unterstützen und welche Möglichkeiten es zur naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens gibt, erfahren Sie hier.



Weiteres zu naturnahen Pflanzen für Bienen und Co.

Wildblumenwiese (Foto: Bruno Wansing, Stadt Bocholt)Wildblumenwiese (Foto: Bruno Wansing, Stadt Bocholt)

Seit Jahrzehnten ist in Deutschland ein immer größerer Rückgang der Bienenpopulation zu verzeichnen. Ursachen für diesen Rückgang sind vor allem auf Eingriffe in das Ökosystem zurückzuführen. Insbesondere die intensive Landwirtschaft mit häufiger Mahd, hohem Pestizideinsatz und einem damit verbundenen Rückgang der Pflanzenvielfalt sind dafür verantwortlich. Eine weitere Belastung für die Population der Honigbienen stellt die Varroamilbe dar. Sie vermehrt sich im Bienenstock, nistet sich ein und befällt die Bienen sowie deren Brutwaben.

Besonders die Wildbienen, die keinen Honig produzieren, sind von einem Populationsrückgang betroffen. In Deutschland gibt es über 550 Wildbienen-Arten, davon ist laut Roter Liste nahezu ein Drittel vom Aussterben bedroht. Dabei sind Wild- und Honigbienen besonders schützenswert, denn sie sind das drittwichtigste Nutztier weltweit, da sie nicht nur Wildblumen, sondern auch alle Nutzpflanzen bestäuben. Eine einzelne Wildbiene kann bis zu 5.000 Blüten pro Tag bestäuben.

Um Wildbienen zu unterstützen, hilft die Anlegung eines möglichst naturnah gestalteten Gartens. Bienen benötigen vor allem Blumen mit ungefüllten Blüten. Des Weiteren lohnt es sich heimische mehrjährige Arten anzupflanzen, denn diese bleiben länger erhalten. Insgesamt sind eine extensive Gartenbewirtschaftung und ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel für einen naturnahen Garten geeignet. Unkräuter wie die Brennnessel sind eine der beliebtesten Futterpflanzen von Schmetterlingen und ihren Larven und können gerne stehen gelassen werden. Sträucher und Gehölze sind ebenso ein guter Lebensraum, da sie Schutz und Nahrung bieten. Größere Gartenprojekte, die die Artenvielfalt von Pflanzen und Insekten im eigenen Garten erhöhen, sind beispielsweise die Anlegung eines Gartenteichs, einer Trockenmauer oder Schmetterlingsspirale. Diese können entsprechend bepflanzt werden und man schafft so einen idealen Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten. Weitere Infos über Pflanzen, die Bienen unterstützen, und wann sie blühen, sind in der Broschüre „Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten“ vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammengefasst.

Alles Wichtige zum Thema naturnahe Gartengestaltung finden Sie in der Ausarbeitung "Die naturnahe Gartengestaltung zur Unterstützung der Insekten" von Lisa Hölzner (Praktikantin im Umeltreferat).


Kontakt

Angela Theurich
Telefon+49 (2871) 953-137
Fax+49 (2871) 953-222
E-Mailan Angela Theurich
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