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Reinigung und Wartung von Kanälen

Der ESB spült die Kanäle mit einem Kanalspülwagen durch. Sydney Szymczak bringt vorher den „Aero-Kill“ in Position, der die Mitarbeiter vor Aerosolen schützt. Foto: Bruno Wansing

Der ESB kümmert sich um die Kanalreinigung, die Zustandskontrolle, Instandhaltung und Sanierung von Kanälen im Bocholter Stadtgebiet.Die Abwasserableitung im Stadtgebiet Bocholt erfolgt sowohl im Trenn- als auch im Mischsystem. Im Trennsystem werden Schmutz- und Regenwasser in voneinander getrennten Kanalsystemen abgeleitet. Beim Mischsystem wird mit dem Schmutzwasser auch anfallendes Regenwasser mitgefördert. Im Stadtkern erfolgt die Abwasserableitung vorwiegend im Mischsystem, in den Außengebieten vorwiegend im Trennsystem.

Die Entfernung von Ablagerungen aus den Rohren und die Reinigung von Regeneinläufen erfolgt regelmäßig mit modernen Rohrreinigungsfahrzeugen, deren Kombinationsmöglichkeit von Wasserhochdruck- und Saugtechnik eine effektive Kanalreinigung ermöglicht. Der ESB verfügt über zwei derartige Fahrzeuge und gewährleistet so eine weitestgehend störungsfreie Abwasserableitung.

Die Zustandskontrolle des Kanalsystems erfolgt mit modernen Spezialkameras welche das Kanalnetz durchfahren und den Zustand aufzeichnet. Die mit diesen Spezialkameras festgestellten Schäden werden nach klassifizierten Kriterien abgestuften Schadenskategorien zugeordnet und bei hoher Dringlichkeitskategorie sofort oder im laufenden Wirtschaftsjahr saniert. Neben der Reparatur in offener Bauweise kommen auch moderne Robotertechnologien, welche eine grabungslose Sanierung im Rohr ermöglichen, zum Einsatz.  


Was passiert bei der Kanalreinigung?

Bei der Hochdruck-Kanalreinigung wird ein Schlauch in die Kanalisation eingeführt und mit Wasserdruck, der aus einer Reinigungsdüse austritt, durch den Kanal vorangetrieben. Im Kanal befindliche Ablagerungen werden dabei herausgespült und aus dem Kanal entfernt. Dieser Vorgang erzeugt im Bereich vor der Düse einen Unterdruck und hinter der Düse (zum Spülwagen hin) einen Überdruck. Der entstandene Druck wird zum größten Teil durch den Luftaustausch in den Straßenschächten ausgeglichen. Sind die sanitären Anlagen fachgerecht ausgeführt und in einem ordnungsgemäßen Zustand, ist hier der Druckausgleich durch den Revisionsschacht (Kontrollschacht auf dem Grundstück) und durch die Dachentlüftung gewährleistet. Der verbleibende restliche Druck kann normalerweise durch angeschlossene Lüftungsleitungen der Hausinstallationen entweichen. Im Normalfall bemerken Anlieger also überhaupt nicht, dass die Kanäle gereinigt wurden. Hin und wieder kann es jedoch zu Störungen kommen. Frage zu den gängigsten Störungen beantworten wir Ihnen hier:

 


Aus dem Geruchsverschluss ist Wasser ausgetreten

Das lässt darauf schließen, dass sich Ihre Dachentlüftung und/oder Ihr Revisionsschacht in einem nicht ordnungsgemäßen Zustand befinden. Überprüfen Sie bitte zunächst Ihre Anlagen, gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Installateur. Überprüfen Sie, ob Ihr Revisionsschacht auch wirklich frei und nicht unter Flur liegt (z. B. überpflastert wurde) und dass der Schachtdeckel nicht durch Folien o. ä. verschlossen wurde. Ist Ihre Dachentlüftung in Ordnung, vergewissern Sie sich, dass auch alle Becken an die Dachentlüftung angeschlossen sind.  Das gilt insbesondere, wenn das Ereignis nur an einer Stelle aufgetreten ist. Bei nachträglich angeschlossenen Sanitäranlagen ist dies der häufigste Grund.


Nach der Kanalreinigung macht sich übler Geruch bemerkbar

In diesem Fall konnte der Unterdruck nicht ausgeglichen werden. Dabei wurde das Wasser des Geruchsverschlusses ganz oder teilweise herausgesaugt. Hierdurch kann die Kanalatmosphäre ungehindert in Ihre sanitären Anlagen einströmen. Lassen Sie einfach Wasser in die Becken laufen bzw. betätigen Sie die Toilettenspülung. Dadurch wird der Geruchsverschluss wieder gefüllt und es kann keine Kanalluft eintreten.


Aus der Toilette, Dusche oder Badewanne ist Wasser mit Fäkalien ausgetreten

In diesem Fall hat in Ihrem Sanitärsystem bereits vor der Spülung eine schwerwiegende Störung vorgelegen. In einem ordnungsgemäß funktionierenden Entwässerungssystem werden durch die Toilettenspülung die Fäkalien direkt durch die Fall- oder Grundleitung in das Hauptkanalsystem gespült. In den häuslichen Entwässerungsleitungen dürfen sich keine Fäkalien befinden. Sollten dennoch Fäkalien aus Ihrer Toilette in das Badezimmer gedrückt worden sein, so müssen sich diese bereits vorher aufgrund einer Verstopfung in Ihrem System angesammelt haben.


Kann es sein, dass der Spülschlauch fälschlich in mein Haussystem gelaufen ist?

Das ist äußerst unwahrscheinlich. Angenommen es wäre tatsächlich der Fall gewesen, dann wäre das Wasser lediglich aus Ihren Geruchsverschlüssen herausgesaugt worden. Vor der Düse herrscht ein Unterdruck, es kann nichts herausgedrückt worden sein.


Können die Fäkalien aus dem Hauptkanal in meine Leitungen hineingedrückt worden sein?

Nein, das ist in der Regel nicht möglich. Wenn nach einer Kanalspülung Fäkalien das Bad verunreinigen, stammen diese aus dem eigenen Leitungssystem. Es werden fast nie Abwässer von außen ins Haus hineingedrückt, da sich in den Hauptkanälen zu wenig Abwasser befindet, um ein Haussystem zu fluten. Zum anderen besteht das Abwasser in den Kanälen hauptsächlich wirklich aus Wasser. Entgegen der allgemeinen Vorstellung sind Fäkalien nur der geringste Teil am Abwasser. Starke Verschmutzungen im Bad sind ein deutlicher Hinweis auf stark verengte und verstopfte Rohrleitungen im eigenen Haus. Tritt dieser Schadensfall auf, sollten Sie Ihre Rohrleitungen überprüfen lassen.


Ihre Frage wurde nicht beantwortet? Wenden Sie sich in diesem Fall gerne an Ihre Kontaktperson beim ESB.


Kontakt

Heinz Welberg
Telefon+49 (2871) 2463-40
E-Mailan Heinz Welberg