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Pflegeversicherung

Pflegerin bei der Altenpflege

"Auf welche Leistungen aus der Pflegeversicherung habe ich Anspruch? Was bringt die Pflegeversicherung mir und meinen Angehörigen, die mich pflegen?"  

Die Leistung der Pflegekasse bietet bei vorliegender Pflegebedürftigkeit eine finanzielle Entlastung. Weiterhin entlastet sie durch unterschiedliche Hilfen die pflegenden Angehörigen. Die für Sie zuständige Pflegekasse ist bei Ihrer Krankenkasse eingerichtet.


Die Leistungen der Pflegeversicherung bestimmen sich nach Pflegegrad, in die der pflegebedürftige Mensch durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) eingestuft wurde.

Definition der Pflegebedürftigkeit

  • Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb die Hilfe von anderen brauchen.
  • Pflegebedürftig sind Personen, die körperliche, kognitive oder psychische Belastungen oder gesundheitlich bedinge Belastungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können.
  • Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate, bestehen.

Leistung bei stationärer Pflege

Pflegegrad monatliche Leistung
1 125 €
2 770 €
3 1.262 €
4 1.775 €
5 2.005 €

Leistung bei häuslicher Pflege

Pflegegrad monatliche Sachleistung monatliche Geldleistung
1 - -
2 689 € 316 €
3 1.298 € 545 €
4 1.612 € 728 €
5 1.995 € 901 €

Sie können auch eine Kombination aus Sachleistungen und Geldleistungen wählen. Die jeweilige Leistungshöhe reduziert sich dann.

 


Entlastungsbeitrag

Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die ambulant gepflegt werden, erhalten einen einheitlichen Entlastungsbeitrag von bis zu 125 € monatlich.

Der Entlastungsbeitrag ist keine pauschale Geldleistung, sondern ist zweckgebunden. Er kann zur (Ko-)Finanzierung einer teilstationären Tages- oder Nachtpflege, einer vorübergehenden vollstationären Kurzzeitpflege oder von Leistungen ambulanter Pflegedienste verwendet werden. Außerdem kann er für Leistungen durch nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden.

 


Sonstige Ansprüche aus der Pflegeversicherung

  • Verhinderungspflege bis zu 1.612 €/Jahr
    Ab Pflegegrad 2 kann die Bereitstellung einer Ersatzpflegekraft  für max. sechs Wochen im Jahr bei Ausfall der Pflegeperson in Anspruch genommen werden.
    Kann durch 50 % des Leistungsbeitrages für die Kurszeitpflege (806 €) aufgestockt werden.
    Das hälftige Pflegegeld wird max. 6 Wochen weitergezahlt.

  • Kurzzeitpflege bis zu 1612 €/Jahr
    Ab Pflegegrad 2  besteht ein Anspruch auf eine stationäre Kurzzeitpflege von bis max. 8 Wochen im Jahr.
    Leistungen der Verhinderungspflege können im vollen Umfang umgewidmet werden.
    Das hälftige Pflegegeld wird wird max. 8 Wochen weitergezahlt.

  • Tages- und Nachtpflege bis zu 1.995 €/Monat
    mehr dazu erfahren Sie hier

  • Soziale Sicherung der Pflegeperson
    • Beiträge zur Rentenversicherung bei mindestens 10 Stunden Pflege pro Woche
    • Gesetzliche Unfallversicherung während der Pflegetätigkeit
    • Für die Dauer von bis zu sechs Monaten haben berufstätige pflegende Angehörige einen Anspruch auf unbezahlte, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit
    • Berufstätige haben einen Anspruch auf eine bezahlte kurzzeitige Freistellung von bis zu zehn Arbeitstagen, um die Pflege eines Angehörigen zu organisieren.

Familienpflegezeitgesetz

Am 1. Januar 2012 ist das neue Familienpflegezeitgesetz in Kraft getreten. Dieses macht es möglich, nahe Angehörige zu pflegen und weiterhin erwerbstätig zu sein. Beschäftige schließen dazu mit ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung zur Familienpflegezeit ab.

Danach können sie über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Arbeitsstunden je Woche verringern. Der Lohn wird in der Zeit nur halb so stark abgesenkt wie die Arbeitszeit.


Hilfe zur häuslichen Pflege

Die sog. Hilfe zur häuslichen Pflege ist eine Leistung nach dem Sozialgesetzbuch XII. Sie steht allen Personen zu, die wegen Krankheit oder Behinderung auf Dauer für bestimmte Tätigkeiten und Abläufe im Alltagsleben tägliche Hilfe benötigen, die nicht nur auf den Haushalt beschränkt ist.

Die Personen müssen also pflegebedürftig sein. Diese Hilfe wird gewährt, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung nicht gezahlt werden, bzw. diese nicht ausreichen und auch durch den Einsatz von Einkommen und Vermögen die Kosten nicht gedeckt werden können.

Unterhaltspflichtige Angehörige sind jedoch unter bestimmten Voraussetzungen zur Leistung eines Unterhaltsbeitrages verpflichtet. Nähere Informationen erteilt das Seniorenbüro der Stadt Bocholt.