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Wo landet Europas Steuergeld?

Tagestour zu EU-finanzierten Projekten im Kreis Borken // Samstag, 21. März 2020, 10-16 Uhr, Treffpunkt Europa-Haus Bocholt


Bocholt (EUBOH) - Wo landet eigentlich Europas Steuergeld? Um diese Frage zu beantworten, lädt das Europe Direct Informationszentrum Bocholt (EDIC) zu einer Bustour am Samstag, 21. März 2020 ein. Es werden ausgewählte EU-Projekte in der Region besichtigt und es wird erklärt, wie z.B. die Agrarförderung funktioniert und was der europäische Mehrwert hinter den EU-Projektförderungen ist. Die Tour dauert von 10 bis 16 Uhr. Treffpunkt ist das Europa-Haus Bocholt an der Adenauerallee 59.

Anmeldungen

Anmeldungen nimmt Sebastian Borgert, Leiter des EDIC Bocholt, unter E-Mail sborgert@ewibo.de bzw. Tel. 02871/217 65-218 bis zum 12. März 2020 entgegen. Weitere Informationen unter www.europe-direct-bocholt.de . Die Teilnahme ist kostenlos.

Jeder Deutsche trägt täglich mit ca. 84 Cent zum Haushalt der Europäischen Union bei. Mit dem Geld fördert die EU Projekte in allen Regionen Europas, so auch im Kreis Borken. Damit verfolgt sie ihre Ziele, z.B. die Förderung der Gleichstellung und Beschäftigung, Umweltschutz oder Forschung.

Auf der Bustour werden u.a. die Werke von Gigaset und Grunewald, aber auch Naturschutzgebiete, Landwirte sowie soziale Einrichtungen besucht.

Wofür gibt die EU Geld aus?

Damit nicht jedes Jahr über den Haushalt gestritten wird, plant die EU mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen sieben Jahre im Voraus. Die laufende Periode dauert von 2014-2020. „Der EU-Haushalt im Jahr 2020 umfasst über 150 Milliarden Euro“, erklärt EDIC-Leiter Borgert. "Da ist es doch spannend, was mit dem Geld passiert."

Die größten Posten sind die Unterstützung der Landwirtschaft und die Förderung der gleichwertigen Lebensverhältnisse in der EU. Dies wird über die sogenannten Strukturfonds angestrebt. Dazu zählen z.B. der Europäische Sozialfonds (ESF) und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Insgesamt fließen 94 % des EU-Haushalts durch solche Projekte wieder zurück in die Mitgliedstaaten.

EU-Förderung in NRW und dem Kreis Borken

Für die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen standen von 2014-2020 insgesamt 618 Millionen Euro zur Verfügung. „Davon profitieren weit über 2.000 Landwirte im Kreis Borken, etwa über Direktzahlungen für ihre bewirtschafteten Flächen, aber auch durch Prämien für Umweltschutzmaßnahmen“, so Borgert.

Für die Förderung der Wirtschaft und Beschäftigung, der Erhöhung der Lebensqualität oder der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stehen in ESF und EFRE insgesamt 1,84 Mrd. Euro in NRW zur Verfügung.

„Gigaset in Bocholt erforscht z.B. für ca. 190.000 EUR ein Verfahren zur Ressourceneinsparung in der Spritzgießtechnik. Die Mercatronics GmbH im Industriegebiet Bocholt hat für über 800.000 EUR auf der Basis von Seilrobotertechnik ein Regalbediengerät entwickelt. Und die Rehau AG aus Velen erforscht für ca. 664.000 EUR bis 2022 additive Verfahren, sprich 3D-Druck, im großtechnischen Maßstab“, zählt Borgert auf.

Im sozialen Bereich wird in diesem Jahr die Freizeitanlage am Aa-See Bocholt mit 800.000 EUR verbessert und über das Projekt „Stark im Beruf“ werden Frauen mit Migrationshintergrund unterstützt, die z.B. nach einer Schwangerschaftsunterbrechung wieder im Berufsleben Fuß fassen möchten. Auch der Umwelt- und Naturschutz wird im Kreis Borken durch die EU gefördert.

Spannende Verhandlungen über den Finanzplan 2021-2027

Derzeit verhandeln die Mitgliedstaaten mit der Europäischen Kommission und dem Parlament über den neuen Finanzrahmen für den Zeitraum 2021 bis 2027.

„An der Aufteilung des Haushalts wird erkennbar, welche Themen uns in der EU tatsächlich wichtig sind“, stellt Borgert fest. „Nehmen wir die neuen Aufgaben wie den Europäischen Grünen Deal zur Bekämpfung des Klimawandels, den Schutz der EU-Außengrenze oder die Digitalisierung ernst und unterfüttern sie mit Geld? Oder waren dies Lippenbekenntnisse und die Verteilung des Budgets bleibt beim Alten? Gleichzeitig fehlen durch den Austritt Großbritanniens jährlich ca. 12 Milliarden EUR im Haushalt. Bei einem Mehr an Aufgaben und weniger Geld im Topf müssen wir an manchen Stellen sparen. Oder sind die Mitgliedstaaten bereit, mehr in den EU-Haushalt zu zahlen?“

Die Verhandlungen werden laut Borgert "spannend. Die Tour zu EU-Projekten soll Bürgerinnen und Bürger dazu einladen, sich an der aktuellen Debatte zu beteiligen."



03.03.2020 17:00
Kategorie: Europa/EDI



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