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Umwelt: Energiewende in #Bocholt selbst in die Hand nehmen

Eigenen Solarmstrom produzieren, Kosten sparen und der Umwelt etwas Gutes tun


Bocholt (PID) - Immer mehr Haushalte in Deutschland produzieren ihren eigenen Strom aus Photovoltaik-Anlagen. Auch die Bocholter nehmen die Energiewende selbst in die Hand und nutzen die Dächer von Wohngebäuden, Garagen, Carports und Co. um die Energie der Sonne zu ernten. Das zeigt die große Nachfrage nach dem Förderprogramm „Bocholt Speicherstadt“. Dieter Ivanovic und Ludger Nienhaus, zwei gebürtige Bocholter, berichten über ihre Erfahrungen mit dem hausgemachten Sonnenstrom.

Seit Mai letzten Jahres unterstützt die Stadt Bocholt den Kauf und die Installation von kleinen Photovoltaik-Kompaktanlagen und Solarstromspeichern. Beide Techniken führen dazu, dass Bocholter Hauseigentümer und Mieter mehr regenerativen Strom selbst direkt verbrauchen können, "und das geht erstaunlich einfach", weiß Klimamanagerin Karolina Kowalik vom städtischen Umweltreferat. Die kleinen Photovoltaik-Module lassen sich auch auf Balkon, Terrasse oder Carport aufstellen. Die geförderten „Mini-PV-Anlagen“ bestehen aus einem PV-Modul mit vormontiertem Wechselrichter. Sie wiegen knapp 20 Kilogramm und haben eine Leistung von bis zu 300 Watt. Bei den Solarstromspeichern handelt es sich, einfach gesagt, um Batterien, mit denen die erzeugte Energie aus einer schon vorhandenen Photovoltaik-Anlage zwischengespeichert werden kann. Dadurch kann der eigene Strom auch in den Abendstunden und nachts genutzt werden.  

Vom blauen Frühlingshimmel "scheint"  die Energie  

Auf immer mehr Dächern und Grundstücken in Bocholt leisten Solarzellen gute Arbeit - aber nicht nur dann. Auch bei hellem bedecktem Himmel, ohne direkten Sonnenschein, klappt es mit der Stromproduktion. „Sonnenenergie kommt bei den Bocholter Bürgerinnen und Bürgern- im wahrsten Sinne des Wortes- gut an“, berichtet Umweltreferentin Angela Theurich. „Von unserem neuen Förderprogramm „BOCHOLT SPEICHERSTADT!“ wird rege Gebrauch gemacht.“

Auch Dieter Ivanovic nutzte den Bocholter Zuschuss für seinen Solarstromspeicher. Seine 4 kW große PV-Anlage ist mit einem Lithiumspeicher mit Speicherkapazitäten von 5 kWh versehen und produziert seit November 2016 sauberen Sonnenstrom. „Wir haben letztes Jahr auf den Sonnenstrom umgerüstet und sind mehr als zufrieden. Die Unabhängigkeit von Stromkostenschwankungen, die Ersparnis und die städtische Finanzspritze haben uns motiviert, eigenen Sonnenstrom zu produzieren“, berichtet Ivanovic. Sein Solarakku kann den Sonnenstrom vom Garagendach effizient und wirtschaftlich bunkern. So steht auch am Abend sauberer Strom zur Verfügung, ebenso am nächsten Morgen.

Nachts kommt der Windstrom

Ivanovic Solarstromspeicher ist smart-grid-tauglich und damit ein besonders Modell, dass mit bis zu 600 Euro unterstützt wird. Ist der Stromspeicher leer oder wurde er über Tag nicht geladen, dann kann er über einen zusätzlichen Zähler nachts mit Windstrom geladen werden – das macht der intelligente Speicher selbstständig. Alle Zustände des Speichers werden in eine zentrale Datenbank, die eine Anbindung an die Strombörse hat, zeitgleich hinterlegt. Wird der zentralen Datenbank ein Überschuss an Windstrom von der Strombörse gemeldet, dann gibt sie den Befehl an den Stromspeicher, sich auf den zweiten Zähler des Kunden zu schalten. Der Speicher wird geladen. Bis zu 800 kWh ist der Windstrom kostenlos. Darüber hinaus kann der Kunde in sein Monitoring eingeben ab welchem Kilowattstundenpreis an der Strombörse der Speicher mit Windstrom geladen wird. Allerdings ist dafür eine gewisse Investition notwendig, um die Batterien an einen zentralen Netzmanager anzuschließen und einen zusätzlichen Zähler für den Netzbetrieb der Batterie zu installieren. Interessante Speichermodelle gibt es bereits einige auf dem Markt, sie werden immer leistungsfähiger, kostengünstiger und haben längere Garantiezeiten. Ivanovic's PV-Anlage mit Speicher rentiert sich bereits nach 11 Jahren. Man muss nicht Mathematik studiert haben, um zu verstehen: Jede Kilowattstunde selbst erzeugter Strom, die selbst verbraucht wird, statt sie beim Stromkonzern zu kaufen, spart bares Geld.

Minisolaranlagen: Solarenergie für den Hausgebrauch  

Minisolaranalagen sind kleine Kraftwerke, die Strom produzieren und Dank handlicher Größe, etwa 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche, an den unterschiedlichsten Stellen eingesetzt werden können - ein Balkon oder eine Terrasse reichen völlig aus. Mit 300 Euro gefördert werden die Mikro-Sonnenkraftwerke, die den Solarstrom ausschließlich für die eigene Verwendung erzeugen und eine Leistung von 300 Watt je Element haben. Die erschwingliche Kleinstanlage deckt den konstanten Stromverbrauch eines Zweipersonenhaushalts ab, der ständig für „Stromdauerabnehmer wie Kühlschrank, W-Lan Router, Standby-Anlagen, Telefonladestation, Lüftungsanlage etc. benötigt wird“, ergänzt Kowalik.

Hausarbeit mit der Sonne

Auch Ludger Nienhaus möchte seinen Grundverbrauch reduzieren und installierte im August 2016 eine Mini-PV-Anlage auf dem Carport-Dach. Eine große PV-Anlage haben die Eheleute Nienhaus schon seit einigen Jahren auf dem Hausdach, diese speist aber den ganzen Strom ins öffentlich Netzt. Die neu installierte Kleinstanlage hat eine Nennleistung von 530 Watt und dient zur Deckung eines kleinen Teils des konstanten Strombedarfs.  Um zusätzlich Energiekosten zu sparen und die Mini-PV-Anlage effizienter zu nutzen erledigt die Familie Nienhaus die Hausarbeit mit der Sonne. „Wenn die Sonne scheint, dann lassen wir unsere Waschmaschine und Spülmaschine laufen und der Strom wird direkt aus der Mini-PV-Anlage  geliefert“, freut sich Nienhaus. Die produzierte Strommenge kann an einem Zähler abgelesen werden:  „So ist der Erlös aus der Anlage direkt sichtbar“.    

„Die Bereitschaft der Bürger ist groß, selbst zum Energieerzeuger zu werden und etwas für den Klimaschutz zu tun, wenn die Anlagen erschwinglich sind“, informiert die Umweltreferentin Theurich. Die Investition in eine Anlage, die Stromkosten spart und der Umwelt dient, lohne sich doppelt, zumal es auf der Bank für Erspartes kaum noch Zinsen gebe.



21.04.2017 09:00
Kategorie: Umwelt



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