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Robinie ist Baum des Jahres 2020

Der Landwirtschaftliche Stadtverband Bocholt (LSB) stiftete den nächsten Baum für den Weg der Jahresbäume der Stadt Bocholt. Heute morgen (25.4.2020) pflanzten Klaus Kleinheßeling vom Vorstand des LSB und Matthias Niemann, Pressesprecher des LSB gemeinsam mit Peter Schlabs und Gisbert Buyting vom Grünflächenamt sowie Stadtbaurat Daniel Zöhler und Michael Wiesmann, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Grün, eine Robinie auf der Fläche an der Böggeringstraße.


Gepflanzt wurde ein 10 Jahre altes Exemplar des bienenfreundlichen Baumes. "Wenn der jetzt Fuß fasst, dann zieht der auc h richtig in die Höhe", berichtete Gisbert Buyting. Stadtbaurat Daniel Zöhler betonte den Standort: "Hier kommt der Baum, direkt am Wegesrand, ebenso wie die anderen Bäume auf dem Weg der Jahresbäume super zur Geltung".

Eigentlich wollte der LSB schon im letzten Jahr gemeinsam mit dem Imkerverein einen Jahresbaum pflanzen, ließ dann aber den Imkern anlässlich deren 100jährigem Jubiläum den Vortritt. "Das haben wir doch gerne gemacht, ob wir unseren Baum ein Jahr früher oder später pflanzen, ist ja nicht so entscheiden", so Klaus Kleinheßeling. 

55 weitere Robinien im Stadtgebiet

Wichtig war ihm aber, darauf hinzuweisen, das bei 40 Mitgliedern des LSB insgesamt 55 weitere Robinien gepflanzt wurden. "Damit haben wir auch einen weiteren Beitrag zur städtischen Aktion '800 Bäume für 800 Jahre' geleistet und wir werden das auch weiter fortführen", betonte Kleinheßeling. Gerade die Robinie sei wegen ihrer Bienenfreundlichkeit der passende Baum für den LSB. "Das ist schon eine Herzensangelegenheit für uns, wir setzen uns für Artenvielfalt ein", so Kleinheßeling weiter.

Hintergrund:

Gewöhnliche Robinie – so lautet ihr offizieller Name. Ungewöhnliche Robinie wäre allerdings der sehr viel passendere Name, wenn man ihre erstaunlichen Eigenschaften kennenlernt und sieht, was aus ihr in den letzten Jahrhunderten geworden ist.

In ihrer nordamerikanischen Heimat, den Wäldern der südlichen Appalachen und des Ozark-Plateaus westlich des Mississippis, ist sie eine unter vielen Baumarten – eine, die sich nicht besonders hervortut. Lediglich nach einem Brand oder Sturm – da ist sie der Pionier, der die verwüstete Fläche schnell und meist vollständig besiedelt, um dann nach zwei bis drei Jahrzehnten den übrigen dort heimischen Baumarten nach und nach wieder ihren Platz einzuräumen.

Doch als im Verlauf der Kolonisierung Nordamerikas die ersten Robinien um 1630 nach Europa kamen, war das der entscheidende Schritt zu einer ungewöhnlichen Weltkarriere. Heute gehört die Robinie neben Eukalypten und Pappeln zu den weltweit meistgepflanzten Bäumen. In China und Südkorea wachsen heute mehr Robinien als in ihrer Heimat, den USA.

Wie viele Pflanzen in der Familie der Hülsenfrüchtler enthält auch die Robinie toxische Lektine. Für uns Menschen sind besonders die Rinde, aber auch die reifen Samen und Blätter giftig. Für Rehe, Ziegen, Rinder und andere Wiederkäuer dagegen sind die eiweißreichen Blätter eine sehr bekömmliche Delikatesse. Hasen und Kaninchen nagen im Winter gerne die Rinde junger Robinien ab, ohne Schaden zu nehmen. Für Pferde dagegen können bereits 150 g Robinienrinde den Tod bedeuten.

Allein die Blüten der Robinien sind nicht giftig – im Gegenteil: Die stark duftenden Blütentrauben lassen sich – ähnlich wie die Blütenstände des Holunders – in Pfannkuchenteig getaucht und in heißem Öl ausgebacken – in delikates Naschwerk verwandeln. Mit wässrigen Auszügen aus den Blüten lassen sich Limonaden und Gelees aromatisieren.

Bienen produzieren einen hellen, klaren, milden und dank des hohen Fruktosegehalts über Jahre nicht kristallisierenden Honig. Meist wird er unter dem irreführenden Namen Akazienhonig vermarktet. Mehr als die Hälfte des im robinienreichen Brandenburg geernteten Honigs stammt in guten Jahren von Robinien.



25.04.2020 11:48
Kategorie: Umwelt
Von: Bruno Wansing
Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020 - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Die Robinie ist der Baum des Jahres 2020 - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Matthias Niemann (LSB), Peter Schlabs (Stadt Bocholt), Klaus Kleinheßeling (LSB), Gisbert Buyting (Stadt Bocholt), Michael Wiesmann (Vorsitzender Ausschuss Umwelt und Grün) und Stadtbaurat Daniel Zöhler (v.l.n.r.) pflanzten am Tag des Baumes eine Robinie - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Matthias Niemann (LSB), Peter Schlabs (Stadt Bocholt), Klaus Kleinheßeling (LSB), Gisbert Buyting (Stadt Bocholt), Michael Wiesmann (Vorsitzender Ausschuss Umwelt und Grün) und Stadtbaurat Daniel Zöhler (v.l.n.r.) pflanzten am Tag des Baumes eine Robinie - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de



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