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Gisa Pauly: "Mit seinen Frauen habe ich kein glückliches Händchen"

Im voll besetzten Obergeschoss der Stadtbibliothek Bocholt begeisterte Autorin Gisa Pauly am Dienstagabend (6.11.2018) ihre aktuelle und künftige Leserschaft. "Mit seinen Frauen habe ich kein glückliches Händchen", sagte sie zu einem der Hauptdarsteller ihrer Mama Carlotta - Romane. Mit ihrem aktuellen Roman "Wellenbrecher", aus dem sie vorlas, traf sie aber genau ins Schwarze.


Kleine Bildergalerie

  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
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  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
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  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
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  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
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  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
  • Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de
    Impressionen von der Lesung mit Gisa Pauly am 6.11.2018 - Fotos: Bruno Wansing, bocholt.de

"Ich wollte vom Schreiben leben..."

Lange Jahre arbeitete Gisa Pauly als Lehrerin bis irgendwann der Entschluss reifte, "was anderes zu machen." "Ich wollte vom Schreiben leben", stellte sie sich zu Beginn der Lesung erst einmal vor. "Mir langt's - Eine Lehrerin steigt aus" war ihr erster Roman. "Danach hätte mich niemand mehr als Lehrerin genommen", sorgte sie für die ersten Lacher im Publikum. Krimis habe sie nie schreiben wollen, das sei erst mit einem Aufruf eines Verlages, ein Expose für einen Regionalkrimi zu schreiben, gekommen. "Das hat gut geklappt, da habe ich dann Blut geleckt".

Autorin zum "Anfassen"

Im Interview mit bocholt.de-Redakteur Bruno Wansing im Vorfeld der Lesung zeigte sich die sympathische Autorin als eine "zum Anfassen". "Vorbilder habe ich keine", berichtete sie, "ich wollte und will immer nur so schreiben, wie ich denke und nicht wie jemand anderes." Das sei für den eigenen persönlichen Stil immens wichtig. Ingrid Noll, ebenfalls eine deutsche Schriftstellerin, finde sie sehr witzig.

Mama Carlotta und Kommisar Erik

Eine plötzliche Eingebung habe ihr Mama Carlotta beschert, "Italien war mir- weil ich eine Akteurin mit viel Temperament haben wollte - eigentlich klar, erst wollte ich die Toscana, dann bin ich aber südlicher gegangen und in Umbrien gelandet, alles etwas beschaulicher und noch italienischer", berichtete Pauly weiter. Beim Gegenstück habe sie eine Weile überlegen müssen. "Sylt kannte ich von Familienurlauben, da war es dann halt Sylt und es wurde ein echter Friese". Sie sei nach den ersten Geschichten auch schnell bestätigt worden, dass Sylt die richtige Wahl gewesen sei. "Erst wollte ich ja Juist, aber da gab es schon was und auf Sylt gibt es viel mehr Möglichkeiten als auf den kleineren Inseln."

Den phlegmatischen Kommissar Erik Wolf habe sie genau so gewollt. "Klar, ist es ein bisschen Klischee, aber die Friesen sind halt so, er passt aber gut zu Mama Carlotta", ist sie sich sicher.

Sturmflut kommt im Mai 2019

Weitere Abenteur mit Mama Carlotta wird es geben. Der 13. Band heißt "Sturmflut", ist schon fertig und erscheint am 7. Mai 2019. "Ich bin für 16 Bände vertraglich gebunden, kann mir aber sicherlich vorstellen, dass es auch darüber hinaus Abenteuer mit Mama Carlotta geben wird", kündigt Pauly an. In "Sturmflut" wird es um eine Entführung und ein Lyric-Festival auf Sylt gehen.

Keine Verfilmung

Eine Verfilmung der Romane wird es vorerst nicht geben. "Oliver Berben hatte schon mal die Filmrechte, aber daraus ist dann nichts geworden, vielleicht zum Glück", sagte Pauly. Die Figuren ihrer Romane lebten so sehr in ihrem Kopf, "wenn dann die Schauspieler so gar nicht mit meinen Vorstellungen übereinstimmten, könnte ich das nicht so gut haben", berichtete Pauly weiter.

"Boah, klasse", freute sich eine Zuhörerin am Dienstag, als Pauly den neuen Roman und den Erscheinungstermin ankündigte. Überhaupt zeigte sich, dass die meisten der Zuhörerinnen und Zuhörer die Romane zum größten Teil gelesen hatten. Zwei Bücher pro Jahre schaffe sie, nach der "Sturmflut" arbeite sie zurzeit an der Fortsetzung des Romans "Jeder lügt, so gut er kann".

Ideenkiste

Wichtigstes "Utensil" beim Schreiben ist Gisa Paulys "Ideenkiste". "Immer, wenn mir, egal wo auch immer, eine Idee kommt, schreibe ich mir die auf und der Zettel kommt in die Ideenkiste" berichtet Pauly. So sei ihr auch der Einstieg in "Wellenbrecher" gelungen. "Ich habe bei einer Feier gesehen, wie zwei Frauen sich angesehen hätte, zwei Westfälinnen. Beiden sei klar geworden, dass sie sich von früher kannten und wie es sich herausstellte, aus der Grundschule. Sie können sich vorstellen, wie das ablief, völlig ohne Temperament", konnte sich Pauly ein Grinsen angesichts der münsterländisch-westfälischen Bocholterinnen im Zuhörerraum nicht verkneifen. Sie habe sich dann sofort überlegt, wie das wohl bei Mama Carlotta aussehen könnte, wenn diese eine ehemalige Freundin, die sie lange nicht mehr gesehen hätte, begrüßen würde. 

Käptn's Kajüte

Ein Ausflug in Käptn's Kajüte, zum leicht kriminellen Wirt Tove Gries und dem lebenden Inventar Fietje Tiensch durfte natürlich auch nicht fehlen. Dass es um Weinpanscherei gehen müsse und Tove Gries darin verwickelt sein müsste, sei ihr als Idee bei einer Winzerin in Italien gekommen, die gleichzeitig auch Konzertpianistin war. "Dort habe ich so viel vom Wein gelernt und auch von der Panscherei, da war die Idee sofort geboren", berichtete Pauly. Die Zuhörerinnen und Zuhörer hingen gebannt an Paulys Lippen.

"Frau Kemmertöns"

Eine Figur, die sonst eher nur am Rande auftauchte, sollte in "Wellenbrecher" eine etwas größere Rolle bekommen. "Ich mag es gar nicht erzählen, aber die Idee zu dieser Figur ist mir in unserer Metzgerei gekommen, als es dort eine neue Verkäuferin gab. Genauso hatte ich mir die Nachbarin von Mama Carlotta vorgestellt, dick, langsam, nicht unbedingt freundlich, eine echte Friesin halt." 

Eriks Frauen

"Mit seinen Frauen habe ich bislang kein glückliches Händchen", gab Pauly unumwunden zu. Die Figur der Wiebke sei ihr am Ende völlig aus dem Ruder gelaufen. "So sollte sie gar nicht sein". Bei der aktuellen Freundin im "Wellenbrecher", Svea, stand die Überlegung, wie sie das mit dem Kochen machen sollte. "Erst wollte ich sie zu einer Vegetarierin machen, dann habe ich mir gedacht, ich haue noch einen raus und mache eine echte Veganerin aus ihr", so Pauly. Und dann ist da ja noch Staatsanwältin Dr. Speck. Geteilter Meinung waren die Zuhörerinnen und Zuhörer, als Pauly diese fragte, ob es denn was werden können, mit Erik und der Staatsanwältin. Bei einer spannenden Stelle, die sie zuletzt las, endete sie. "Das ist ein Cliffhanger, mehr darf ich auch nicht verraten, sie sollen ja selber herausfinden, wie es weiter geht."

Lang anhaltender Applaus zeigte die Begeisterung, die Pauly hervorgerufen hatte. "Es war ein sehr schöner Abend", "weiter so", "sehr schön", "ich habe vorher noch keines der Bücher gelesen, jetzt fange ich aber an", waren nur wenige begeisterte Anmerkungen der Gäste. Pauly nahm sich ausführlich Zeit, die mitgebrachten oder frisch erworbenen Bücher zu signieren.




07.11.2018 11:25
Kategorie: Stadtbibliothek
Von: Bruno Wansing
Gisa Pauly las in der Stadtbibliothek Bocholt aus ihrem aktuellen Roman 'Wellenbrecher' - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de

Gisa Pauly las in der Stadtbibliothek Bocholt aus ihrem aktuellen Roman 'Wellenbrecher' - Foto: Bruno Wansing, bocholt.de



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