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Europa: „Insalata mista“ im Europarat

Bocholter Gruppe besuchte Straßburg


Bocholt (PID) - Der Besuch im Europarat Straßburg gehörte für 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Bocholt und Umgebung mit zu den Höhepunkten im Programm des Deutschland- und Europapolitischen Bildungswerks Nordrhein-Westfalen (DEPB). Unter dem Motto „Der deutsch-französische Grenzraum – Labor für Europa?“ fand vom 25. bis 28. September 2014 eine Bildungsreise nach Oppenau und Straßburg statt.

Besuch im Europarat

„Das soziale Gewissen Europas“ – dieses Thema hatte die Führung im Gebäude des Europarates und das Gespräch mit dem dort tätigen deutschen Juristen Thomas Kattau. Die Gruppe aus Bocholt besuchte unter anderem den Plenarsaal der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Dort nehmen die Abgeordneten ihren Platz im Saal in alphabetischer Reihenfolge und nicht nach Parteizugehörigkeit ein. Claudia Klein, Besuchsgruppenleiterin des Europarates, scherzte daher: "Das ist ein wenig wie Insalata mista". Klein ging in der Führung auch auf die Sanktionsmöglichkeiten der Parlamentarischen Versammlung bei Abstimmungen ein. "Den russischen Abgeordneten wurde aufgrund der aktuellen politischen Situation in der Ukraine bis zum Jahresende das Stimmrecht entzogen", so Klein weiter.

Aufgaben des Europarates

Der Europarat wurde am 1. Mai 1945 in London gegründet. Im Jahr 1950 kam Deutschland hinzu. Heute gehören 47 Staaten mit rund 820 Millionen Menschen zu dieser umfassenden europäischen Institution. Der Europarat ist Europas führende Organisation für Menschenrechte. Diese können am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der seinen Sitz ebenfalls in Straßburg hat, eingeklagt und durchgesetzt werden. "Allerdings gibt es zurzeit einen Rückstand von 80.000 Fällen, der im Moment aufgearbeitet werden muss", erklärte Kattau im Gespräch.

Besuch im Konzentrationslager Struthof

Tief beeindruckt zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Besuch des Konzentrationslagers Struthof im Elsass, in dem mehr als 54.000 Menschen aus 34 Nationen einsaßen und Arbeitsdienste in den umliegenden Unternehmen leisten mussten. Das Konzentrationslager wurde erst durch den Bau eines Museums im Jahr 2005 geschichtlich in den Vordergrund gerückt. Bis dahin war es eine Gedenkstätte für die französischen Widerstandkämpfer. "Viele Menschen kamen vor Hunger und Anstrengung um", erzählte der Elsässer Michel Schirck, der den Besuch begleitete.

Koordinationspartner des DEPB

Die jetzige Reise, die auch eine Besichtigung der Stadt Straßburg mit der dortigen Kathedrale und des Klosters auf dem Odilienberg beinhaltete, wurde in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bocholt e.V., der Europa-Union Bocholt e.V., dem Europe-direct Informationszentrum Bocholt und der Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg organisiert.

 



29.09.2014 13:00
Kategorie: Europa/International



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