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Claudio Rosenberg auf Spurensuche in Bocholt

Besuch am Haus der Großmutter Liesel Löwenstein


Bocholt (PID) - Der Chilene Claudio Rosenberg besuchte am 13. November 2022 die Stadt Bocholt. Er war hier auf Spurensuche zur Geschichte seiner Familie. Rosenberg ist der Enkelsohn der Bocholterin Liesel Löwenstein. In Bocholt lebten auch ihre Eltern Wilhelmina und Aaron Löwenstein, sowie fünf Geschwister. Sie waren jüdischen Glaubens, flohen in den 30er Jahren aus Bocholt und wurden fast alle in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet.

Rosenberg ist selber in der Textilbranche tätig und aus diesem Grund aktuell in Deutschland. Ur-Großvater Aaron Löwenstein war ein Bocholter Textilfabrikant. Er betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Adolf Löwenstein - zunächst in der Nähe des Bahnhofs, dann in der Weidenstraße - eine „Möbelfabrik mit Weberei“. Diese ging Ende 1932 in den Vergleich und wurde im Dezember 1938 an einen Bocholter Kaufmann verkauft. Die Arbeit in der Textilbranche ging vom Ur-Großvater auf den Großvater und seinen Vater über, berichtete Claudio Rosenberg.

Besuch an der Synagoge und Stolpersteinen

In Bocholt besuchte Claudio Rosenberg zunächst den Platz der ehemaligen jüdischen Synagoge. Dort erzählten ihm Josef Niebur und Hermann Oechtering vom VHS-Arbeitskreis Synagogenlandschaften die Geschichte der Bocholter Synagoge und erinnerten an ihre Zerstörung in der Pogromnacht am 9. November 1938. Auf dem anschließenden Stadtrundgang besuchte Rosenberg unter anderem die Stolpersteine der Familie Stern-Herzfeld und der Familie Metzger.

Besuch am Haus der Großmutter

Der weitere Weg führte zum Haus von Rosenbergs Großmutter Liesel Löwenstein am Hemdener Weg 11, die im Jahr 1988 in Santiago de Chile (Chile) verstarb. Auch der Besuch des jüdischen Friedhofs mit dem Grabstein des Ur-Großvaters Aaron Löwenstein war ein emotionaler Rückblick auf die Vergangenheit. Natürlich durfte ein kurzer Aufenthalt im LWL-TextilWerk Bocholt im Hinblick auf die textile Familiengeschichte nicht fehlen.

Empfang durch die Stadt Bocholt

Am Abend empfing die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Kroesen den Gast aus Chile. Sie stellte ihm die Stadt Bocholt kurz vor. Intensiv kam sie mit Rosenberg zu den verschiedenen Besichtigungspunkten des ehemaligen jüdischen Lebens in Bocholt ins Gespräch. Ein Handy-Anruf bei Rosenbergs Eltern in Chile gehörte zu den schönen Momenten im Rahmen dieses Empfangs. „Es war ein sehr emotionaler Besuch sowie ein sympathisches und warmes Willkommen in Bocholt. Vielen Dank allen Menschen, die dieses ermöglicht haben“, schrieb Rosenberg abschließend ins Gästebuch der Stadt Bocholt.



15.11.2022 10:00
Kategorie: Europa/International



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