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"Arm trotz Arbeit?!"

Woche der Armut vom 2. - 8. März 2020 // Veranstalterteam will sensibilisieren


"Arm trotz Arbeit?!" - das ist nicht nur das Motto der diesjährigen Woche der Armut. "Es ist auch das Hauptthema und es ist ein Skandal, dass man heute mit einem einzigen Job nicht mehr über die Runden kommen und sein Leben selbst bestimmen kann", sagt Ulrik Störzer von der Familienbildungsstätte.

 

"Wir wollen einerseits auf das Thema aufmerksam machen und gleichzeitig auch nach Alternativen und Lösungen schauen", ergänzt Johannes Janßen-Kappenberg von der Caritas.

Dafür hat die Veranstaltergemeinschaft aus Stadt Bocholt, Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg, Caritas, Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO), Engagement für Menschen und Rechte e.V. (EMRE), Liebfrauen Bocholt und Fabi für den ersten Tag der Woche der Armut am 2. März Referenten mit unterschiedlichen Ansätzen eingeladen.

Nach der Eröffnung durch den Schirmherrn der Woche der Armut, Peter Kossen (Pfarrer aus Lengerich), werden in einer Podiumsdiskussion Alexander Hagelüken und Tobi Rosswog ihre Thesen vorstellen. Hagelüken vertritt die Aufassung, dass es keine Probleme gebe, wenn alle bis 67 Jahre arbeiteten. Auf der anderen Seite stehe Rosswog, für den Selbstbestimmung am wichtigsten sei. "Seine These ist, dass man selbst entscheiden müsse, was und wie viel man arbeitet", erläutert Annette Eßingholt von der EWIBO. Claudia Soggeberg vom Caritasverband wird die Diskussion moderieren. "Ich gehe davon aus, dass es auf der Bühne sehr kontrovers zugeht", kündigt Fatma Boland von der Volkshochschule Bocholt-Rhede-Isselburg an.

Straßenstrich in der Fleischindustrie

Schirmherr Kossen hat sich dem Kampf gegen die "moderne Sklaverei in der Fleischindustrie" verschrieben. Er spricht vom "Straßenstrich in der Fleischindustrie" und prangert an, dass Menschen aus Rumänien, Bulgarien nach Deutschland "gekarrt" werden und unter widrigsten Bedingungen arbeiten müssen. Kossen hält im Rahmen der Woche der Armut am 4. März ab 19 Uhr in der Familienbildungsstätte einen Vortrag zum Thema "Arm trotz Arbeit: Menschen werden angemietet, verschlissen und dann entsorgt".

Betroffene haben keine Lobby

"Die Betroffenen haben keine Lobby. Und wer zwei, drei Jobs hat, sich um Kinder kümmern muss, der hat auch sicherlich keine Kapazitäten, Lobbyarbeit zu betreiben und auf die Probleme aufmerksam zu machen", ist sich Boland sicher.

"Gesundheit ist ein Menschenrecht! Armut und Gesundheit" - so lautet der Titel von Dr. Uwe Denker, der am 5. März in der Fabi (19 Uhr) über Menschen berichtet, die nicht krankenversichert sind. "Und das, obwohl sie teilweise in Arbeit sind", sagt Störzer, der auch als Vertreter von EMRE an der Woche der Armut beteiligt ist. "Nach Scheidung, Trennung, Verlust der Arbeit fallen Menschen unter das Radar und auch das ist ein Puzzelteil der Woche der Armut", so Störzer weiter.

Mit einer Schweigeaktion am 7. März 2020 um 11 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Historischen Rathaus wollen die Veranstalter zum Ende der "Woche der Armut" dieser "ein Gesicht geben". "Wir haben Plakate vorbereitet, die das Thema umsetzen und hoffen an diesem Tage auch, dass Betroffene zum Marktplatz kommen", wünscht sich Boland großes Interesse an der "Woche der Armut" und der Abschlussveranstaltung.

Hartz IV trotz Vollzeitjob

Das Thema "Arm trotz Arbeit?!" macht auch vor Bocholt nicht halt. "Auch in Bocholt gibt es Menschen, die trotz Vollzeitjob mit Hartz IV-Leistungen aufstocken müssen, damit ihr Geld zum Leben reicht", weiß Störzer. Das machten auch die Zahlen der Bocholter Tafel deutlich. 300 Familien wöchtenlich besuchten die Tafel , 70 die in Isselburg. "Umso wichtiger ist es, dass wir die Bevölkerung in Bocholt für das Thema sensibilisieren", so Boland abschließend.



14.02.2020 08:00
Kategorie: Soziales
Von: Bruno Wansing
Will mit der Woche der Armut unter dem Motto "Arm trotz Arbeit?!" sensibilisieren, das Veranstalterteam mit (v.l.n.r.) Ulrik Störzer (Fabi), Annette Eßingholt (EWIBO), Angelika-Fatma Boland (Stadt / VHS), Gustav Arnold (SKM) und Johannes Janßen-Kappenberg (Caritas) - Foto: Bruno Wansing, Stadt Bocholt

Will mit der Woche der Armut unter dem Motto "Arm trotz Arbeit?!" sensibilisieren, das Veranstalterteam mit (v.l.n.r.) Ulrik Störzer (Fabi), Annette Eßingholt (EWIBO), Angelika-Fatma Boland (Stadt / VHS), Gustav Arnold (SKM) und Johannes Janßen-Kappenberg (Caritas) - Foto: Bruno Wansing, Stadt Bocholt



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