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Tageseinrichtung St. Ludger Bocholt-Holtwick, Aloysianastraße 22

Der Kindergarten St. Ludger ist eine Tageseinrichtung für Kinder der kath. Kirchengemeinde St. Ludgerus Spork.

Geplant war der Kindergarten für 2 Gruppen und sollte nur Kinder des Ortteiles Holtwick aufnehmen.

Gebaut wurde er an der Georgiusschule von der Gemeinde Holtwick und fiel zunächst nach der kommunalen Neuordnung an die Stadt Bocholt, die die Einrichtung der Kirchengemeinde Spork schenkte.

Als die Pfarrgemeinde den Kindergarten übernahm, musste sie ihre Einrichtung in Spork schließen. Die Kinder aus den Ortsteilen Spork und Hemden sollten nun auch nach Holtwick in den Kindergarten gehen. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für die Kinder aus allen Gemeindeteilen konnte mit dem bestehenden Raumangebot nicht mehr gedeckt werden. So wurde der Gymnastikraum zum Gruppenraum umfunktioniert und ein Nebenraum und eine Toilettenanlage angebaut. 

Am 1. August 1975 öffnete der Kindergarten mit 3 Gruppen, in denen insgesamt 90 Kinder von 7 Erzieherinnen betreut wurden, seine Pforten.

Im Laufe der Jahre gab es immer wieder bauliche Veränderungen.Die Einrichtung bekam eine neue Küche mit einem Frühstücksbereich. Es entstand ein neuer Ruheraum, ein Bällchenbad und eine Werkecke.

Bereiche zum Rollenspiel, zum Kuscheln und Sich-Zurückziehen, um Bilderbücher anzusehen, zum Bauen, zum Spielen mit Gesellschaftsspielen, aber auch Möglichkeiten zum Bewegen wurden eingerichtet.

Seit über 12 Jahren werden in der Einrichtung Kinder mit und ohne Behinderungen betreut.

Zum 25-jährigen Bestehen der Einrichtung feierte die Pfarrgemeinde mit einem großen Pfarrfest  im Ortsteil Holtwick das Jubiläum.

Im Herbst 2000 begann mit Hilfe der Väter die Umgestaltung des Außenbereichs in einen naturnahen Erlebnisspielplatz. Er wird mit Elternhilfe jedes Jahr wieder neu überarbeitet und ergänzt.

Eingeweiht wurde der Spielplatz im Juni 2001 mit einem Wortgottesdienst und einem anschließenden Familienfest.

Zum Ende des Kindergartenjahres 2005 wurde die dritte Gruppe geschlossen, weil die Kinderzahl deutlich gesunken war. Seit 2 Jahren können auch offiziell Kinder unter 3 Jahren betreut werden.  

Lit.:

Alfred Tekniepe, Erhard Tekniepe, Festschrift zum 50-jährigenPfarrjubiläum 2001/2002, S. 199.

Faltblatt des Kindergartens St. Ludger.                                                                              

Elisabeth Stockmann, Marianne Hobiger (07.06.10 15:46 Uhr)


Temming & Heilborn, Buchhandlung

m Jahre 1863 gründete Josef Temming in der Viehstraße - heutige Nordstraße - die erste in Bocholt erwähnte Buchhandlung. Das Sortiment bestand vorwiegend aus Unterrichtshilfen, Gesangsbüchern, religiöser Erbauungsliteratur und wurde später um Erzählungen, Geschichtsbücher und Kalender erweitert. Der Betrieb - ab 1864 von den Brüdern Amandus und Josef Temming gemeinsam betrieben - umfasste auch eine Buchbinderei und eine kleine Druckerei. Nach der Gründung des Bocholter - Borkener Volksblattes im Jahre 1871 wuchs das Unternehmen. 1924 erfolgte eine Erbteilung, wobei das Ehepaar Wilhelm und Berta Heilborn, geb. Temming, die Buchhandlung im Hause Nordstraße 27 erhielt. Bei dem Angriff auf Bocholt am 22. März 1945 wurde auch dieses Geschäftshaus zerstört. Bald nach Kriegsende wurden das Haus und die Buchhandlung wiederaufgebaut. 1953 trat das Ehepaar Meinolf und Margret Evenkamp, geb. Heilborn, in die Firma ein. In der Folgezeit wurde die Buchhandlung regelmäßig erweitert und modernisiert. Im Jahre 1985 wurde das Geschäft an den Buchhändler Hartmut Beimdiek verpachtet. Seit 2002, nach dem Ausscheiden H. Beimdieks, firmiert das Geschäft unter der Bezeichnung "Temming & Heilborn - Bücher in Bocholt GmbH".

Lit.:

Chronik der Familie Temming, Bocholter - Borkener Volksblatt am 9.03.1965.

Burchard Müller-Kemler (25.08.06 08:56 Uhr)


Terhoffsteddestraße

Diese Straße soll an den ersten Pfarrer der Kirchengemeinde Spork, Heinrich Terhoffstedde (1891-1968), erinnern.  

Lit.:

Gerhard Schmalstieg, Straßennamen in Bocholt nach nur hier bekannten Personen, in: UNSER BOCHOLT Jg. 55 (2004) H. 4, S. 53-72.

Wilhelm Seggewiß, Bocholter Straßen erzählen Geschichte, in: UNSER BOCHOLT Jg. 40 (1989), H. 3, S. 61.

(31.10.07 08:16 Uhr)


Textilhandel im Mittelalter

Der Aufschwung des Bocholter Textilgewerbes durch die Baumseidenmanufaktur zeigte sich in einer verstärkten Ausfuhr ihrer Waren, vor allem an den Niederrhein und die niederländischen Städte an der Zuiderzee und der Ijssel. Die der Hanse angeschlossenen Städte Doesburg, Zuitphen, Deventer, Zwolle und Kampen waren im 15. Jahrhundert die wichtigsten Handelsplätze der Niederlande und damit auch für Bocholt und das Münsterland. Ihre Handelswege führten vor allem in den Ostseeraum. Auch die Bocholter Kaufleute, mit der Hanse assoziiert, waren an diesen Handelswegen beteiligt.

Auch nach Norden (Hamburg, Bremen, Dänemark) gingen Bocholter Textilwaren. Die Lieferungen gingen ferner nach Bremen, wie eine Warenplombe beweist. Dort wurden 1908 im alten Hafengelände an einem Ausladeplatz mehrere Plomben gefunden, darunter eine aus Bocholt stammende. Auf einer runden Scheibe ist der Stadtname Bocholt eingepresst; die andere Scheibe trägt das Bocholter Wappen, eine Buche. Die Scheiben waren über einen Steg miteinander verbunden und wurden durch eine Plombenzange mit dem Warenstück fest zusammengepresst. Die Warenplombe galt als ein Gütesiegel für die Hochwertigkeit des Produktes und die Richtigkeit der Maße. Sie wurde nach entsprechenden Kontrollen vom Bocholter Bomsidenamt, siehe "Textilstadt Bocholt", vergeben. Die Plombe beweist, dass Bocholter Textilkaufleute ihre Erzeugnisse über die Hansestadt Bremen auf den Routen der Hanse auch in den Ostseeraum verkauften.  

Lit.:

Werner Sundermann, u.a., Vom Spinnwirtel und Handwebstuhl zur Textilfabrik, Textilgewerbe in Bocholt, in.: Bocholt - von der Steinzeit bis heute, Ausstellungskatalog 1999.

Werner Sundermann, Bocholt und die östliche Niederlande: Handel - Verkehr - Textilindustrie - Eisenindustrie, in: Kaufmann, Kram und Karrenspur - Handel zwischen Ijssel und Berkel, Druck: J. Fleißig, Coesfeld, Begleitbuch zur gleichnamigen Euregio-Ausstellung 200/2001, in: UNSER BOCHOLT Jg. 58

(2007), H. 3, (erscheint im Herbst 2007).

Werner Sundermann (28.03.07 15:49 Uhr)


Forum für Textilkultur

Das Textilmuseum in Bocholt ist als eine Museumsfabrik nach historischen Vorbildern im Jahre 1989 eröffnet worden. Ein Kesselhaus mit Schornstein, ein Maschinenhaus, eine Fabrikationshalle mit Sheddächern, Werkstatt, Büros, Lager, Tor- und Pförtnerhaus, Remise, Eisenbahngleis und Arbeiterhäuser sind Heimat einer münsterländischen Weberei aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Es riecht nach Öl und Arbeit, und die Webstühle rattern so laut, dass man sich unwillkürlich die Ohren zuhält. Was Sie heute bei einem Besuch in unserer Weberei erleben, war für tausende Männer und Frauen vor 100 Jahren Alltag. Zu der Maschinenfabrik gehören u.a. Kesselhaus und Dampfmaschine - und natürlich die große Webhalle: unter den Sheddächern setzen Transmissionsriemen und lange Antriebswellen wie von Geisterhand über 30 historische Maschinen in Bewegung. Vor den Augen der Besucher entstehen Stoffe für Handtücher und Tischdecken. Am Handwebstuhl können Sie sich selbst als Weber versuchen.

Im September 2011 ist darüber hinaus die historische Spinnerei Herding als zweiter Teil des Museums eröffnet worden. Als weithin sichtbares Zeichen prangt ein gläserner Kubus auf dem Dach der Spinnerei. Stahlstäbe vor der Glasfassade deuten textile Strukturen an; vier Etagen mit insgesamt 9.000 Quadratmetern bieten Platz für Geschichte und Vermittlung, Kunst und Kreativität, Begegnung und Innovation.

TextilWerk Bocholt,

- Weberei: Uhlandstraße 50, 47397 Bocholt und

- Spinnerei: Industriestr. 5, 46395 Bocholt

Tel. (0 28 71) 21611-0

Fax. (0 28 71) 2 16 11-33

E-Mail: textilmuseum@lwl.org

Internet: www.lwl-industriemuseum.org

Öffnungszeiten:

Weberei: Di. - So. sowie an Feiertagen von 10 - 18 Uhr

Spinnerei: im Zeitraum vom 18.3.2012 - 18.11.2012 Di - So sowie an Feiertagen von 10 - 13 Uhr - Öffnungszeiten 2013 werden an dieser Stelle frühzeitig bekanntgegeben.

Führungen nach Vereinbarung. Kostenlos sonntags 16 Uhr durch die Weberei (ganzjährig) und sonntags 14 Uhr durch deie Spinnerei (18.3. - 18.11.2012).

Das Eintrittsgeld ist zu zahlen.

Eintrittspreise

Erwachsene     3,00 Euro

Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren, Schüler     1,50 Euro 

Schüler bei museumspädagogischen Programmen u. ähnlichen Veranstaltungen 1,10 Euro

Familien-Tageskarte 7,50 Euro

Gruppen ab 16 Personen, pro Person 2,50 Euro

Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose, Wehr- bzw Zivildienstleistende, Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte 2,00 Euro

LWL-MuseumsCard


(Jahreskarte für den Eintritt in alle 17 Museen des LWL):

35 Euro (Familien, OmaOpaEnkel, Ich&Du)

25 Euro (Einzel)

10 Euro (Jugend)

Museumsrestaurant:

Das Museumsrestaurant "Schiffchen" bietet Mittags- und Abendtisch, Kaffee und Kuchen an.

Räume für bis zu 120 Personen stehen zur Verfügung. Reservierungen und Telefon: 0 28 71/ 75 08.

Weitere Seiten zu diesem Thema

>> Textilgeschichtlicher Stadtplan

Links zu diesem Thema

>> Homepage des Textilmuseums

>> Baumwollroute - Nachschlagewerk des Europäischen Textilnetzwerkes

Bruno Wansing (06.05.13 10:02 Uhr)


Theissing, Johannes

Der Künstler Johannes Theissing unterrichtete dreißig Jahre lang, von 1927 bis 1957, am St.-Georg-Gymnasium in Bocholt.

Geboren am 19. Mai 1902 als Sohn eines Chirurgen in Waldenburg/Schlesien, besuchte er nach dem Abitur von 1920 bis 1924 die Breslauer Kunstakademie und schloss dort mit der Lehramtsprüfung für Zeichnung ab. Bis zur Aufnahme seiner Tätigkeit am städt. St.-Georg-Gymnasium in Bocholt im Jahre 1927 unterrichtete er an schlesischen Gymnasien in Breslau, Liegnitz und Glogau. 1934 heiratete er die Bocholterin Martha Bielefeld. Er nahm am zweiten Weltkrieg teil und war bei Kriegsende Unteroffizier bei der Flak.  

Nach der Heimkehr aus dem Krieg beeinflusste er als Künstler zunehmend das kulturelle Leben der Stadt Bocholt. Neben seinem Beruf als Erzieher leitete er viele künstlerische Arbeitsgemeinschaften in der Volkshochschule, hielt zahlreiche Vorträge, führte Gruppen auf Kunstausstellungen in Münster, Essen, Düsseldorf, Arnheim und Amsterdam und organisierte Studienfahrten nach Paris. Während seiner eigenen Ausbildungszeit lernte er die Augustinusstätten in Nordafrika kennen, später folgten viele Reisen nach Italien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Griechenland und Spanien.  

Nicht nur als Zeichenlehrer konnte Johannes Theissing seine Schüler begeistern, er weckte in ihnen auch die Liebe zur Schauspielkunst. Mit seiner Spielschar, deren Regisseur er war, führte er viele Stücke außerhalb der Schule auf. Sein Beiname "der lange Hannes", bezog sich zwar auch auf seine körperliche Erscheinung, meinte aber mehr noch seinen Charakter und seine Fähigkeiten im Sinne von "großer Johannes".  

Johannes Theissing hinterließ ein umfangreiches malerisches Werk. Dass er so viel gemalt hatte, überraschte viele Bocholter bei der Theissing-Gedächtnisausstellung im Bocholter Kunsthaus im Jahre 1958. Im Bocholter Klarissenkloster hängt eine große Kreuzigungsszene, das Kapuzinerkloster besaß daß Bild "Franziskus und die Tiere", ein Glasfenster in der Christuskirche wurde nach seinem Entwurf angefertigt. Manchmal standen dem Künstler auch Bocholter Schüler Modell. Fünfzig hinterlassene Skizzen zeigen Theissings Entwicklung vom Naturalismus, über Expressionistisches bis zur Abstraktion. Auf seine Malerei trifft zu, was er selbst in einem Text "Wege zur Gestalt" zu der Gestalt des Moses in der vierten Fassung der gleichnamigen Ölstudie schrieb: "...Nun aber tritt hier noch etwas auf, was mir immer erneut als Aufgabe in den folgenden Jahren vorgeschwebt hat. Nämlich jene merkwürdige Dunkelheit, die den großen gottbegnadeten Menschen isoliert, die ihn loslöst, trennt von seiner Umgebung. Der Eintritt des Irrationalen in die diesseitige sichtbare Wirklichkeit, das ist es, was immer wieder, zunächst noch unklar und dunkel geahnt, allmählich aber deutlicher und in stärkerem Maße verpflichtend aufstand und nach einer Lösung rief..."

Johannes Theissing starb am 6. Oktober 1957. Anläßlich des 50. Todestages zeigte das Stadtmuseum sechzig seiner Werke, darunter zehn Gemälde.    

Lit.:

Susanne Scholz, Dank an Johannes Theissing, in: UNSER BOCHOLT Jg. 9 (1958); H.1, S. 3 - 6.        

Thomas Grochowiak, Der Maler Johannes Theissing, in: UNSER BOCHOLT Jg. 9. (1958); H. 1, S. 8 - 13.

Ketteler, Georg/ Ratermann, Irmgard (14.09.10 10:53 Uhr)


Theo Benning Elektrotechnik und Elektronik GmbH & Co KG

Am 1.03.1938 gründete Theo Benning sen. in einer Holzbaracke in der Münsterstraße 22 in Bocholt eine Werkstatt für Elektroinstallation und Reparatur von elektrischen Maschinen. 1946 erwarb er ein 3600 qm großes Grundstück in der Münsterstraße 135-137 zur Erweiterung der Produktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte und produzierte die Firma 1948 den Spannungsprüfer Duspa und erhielt 1951 vom Oberbergamt die Genehmigung zur Reparatur von schlagwettergeschützten Motoren und Geräten. 1954 folgte die Entwicklung und Fertigung des Spannungsprüfers Duspol und des ersten Ladegleichrichtergerätes mit einem Pöhlerschalter.  

1972 zog das Unternehmen in die neuen Werkshallen auf ein 50 000 qm großes Grundstück in der Robert-Bosch-Straße 20 um und begann mit der Produktion von Stromversorgungsgeräten von IBM.  

1976 wurde die erste  Auslandsvertriebstochter in Frankreich gegründet, der in den Jahren von 1977 - 2005 weitere in Österreich, Schweden, in den Niederlanden, in England, Tschechien, Polen, in der Schweiz, in Kroatien, Spanien, Russland, Singapur, Belgien, in der Slowakei, in den USA, in Italien, Weißrussland und in der Ukraine folgten.  

Seit der Gründung vor mehr als 60 Jahren entwickelte sich das Unternehmen Benning von einer Reparaturwerkstatt zu einem Hersteller von Wechsel- (AC-) und Gleich- (DC-) Stromversorgungen. Die Instandsetzung und der Service von elektrischen Maschinen sind auch heute ein Teilgebiet der Unternehmenstätigkeit. Weitere Produkte sind: Ladegeräte für batterieelektrische Fahrzeuge, Gleich- und Wechselrichtersysteme, USV-Anlagen für den Industrie-, IT- und Telekombereich, Einbaustromversorgungen für die Daten- und Medizintechnik.

Die weltbekannte Spannungsprüferfamilie Duspol wurde zu einem umfangreichen Prüf- und Messprogramm ausgebaut und ist ebenfalls ein wichtiger Produktbereich des Unternehmens.  

Lit.:

Egon Borkers, Firmenchronik der Firma Benning, Bocholt 2005.

Egon Borkers und Burghard Fehre (29.03.07 08:58 Uhr)


Thonhausenschule Bocholt-Lowick

Die Geschichte der Hauptschule Lowick begann im Jahre 1962, als der Gemeinderat die Erweiterung der bestehenden Volksschule beschloss. Die Entscheidung für eine sogenannte "Mittelpunktschule", in die alle Kinder der Gemeinden Lowick, Liedern und Werth gehen sollten, fiel aber erst 1966. Wegen der bevorstehenden Neuordnung des Schulwesens in Nordrhein - Westfalen wurde der Bau zunächst bis 1968 zurückgestellt, erst nachdem die Neuordnung Gesetz wurde, genehmigte der Kultusminister die Errichtung einer 2-zügigen Hauptschule am Standort Lowick. Am 1.8.1970 begann der Unterricht in 5 Gebäuden in Lowick, Liedern, Holtwick und Spork. Erster Rektor wurde Dr. Georg Scholz, der aber nach einem Jahr in den Ruhestand trat. Sein Nachfolger wurde Werner Sundermann. Im März 1971 begann der Neubau der Schule am Elsenpaß, am 9.12.1971 konnte er bezogen werden. Die Entwicklung der Schülerzahlen erforderte schon bald einen Erweiterungsbau, der 1975 fertiggestellt wurde.

Am 14.6.1975 erhielt die Schule den Namen "Thonhausenschule"(Familie Thonhausen). Sie wuchs weiter und erreichte im Schuljahr 1977/78 ihre höchste Schülerzahl mit 614 Schülern. Danach begann ein allmählicher Rückgang der Schülerzahlen bis zum Tiefsstand 1990 (286), um dann wieder anzusteigen bis 2001 (451). Seitdem pendelt die Zahl sich um etwa 400 Schüler ein.

1984 und 1985 wurde die Schule als erste und einzige Hauptschule Bundessieger im Leichtathletikwettkampf Sc "Jugend trainiert für Olympia".

1986 ging Rektor Werner Sundermann in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde Hans Nienhaus.

Im März 2002 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass das Schulgebäude mit PCB (Polychlorbiphenyl) belastet war, dessen Verwendung als Isoliermaterial ein gesundheitliches Risiko darstellt. Das ganze Gebäude wurde "entkernt" und saniert. Lehrer, Schüler und Schulverwaltung arbeiteten bis Schuljahresende 2004 in Containern, eine hohe Belastung für alle. Mit dem Ende der Sanierung ging Rektor Hans Nienhaus in Pension und Michael Karrelmeyer wurde neuer Schulleiter.

Am 9. September 2004 wurde die sanierte Schule wiedereröffnet.

Lit.:

10 Jahre Thonhausenschule, Festschrift zum Jubiläum, Bocholt, September 1980.

25 Jahre Thonhausenschule, Festschrift zum Jubiläum, Bocholt, 11.05 1995.

Hans Nienhaus (03.09.08 09:42 Uhr)


Thonhausenstraße

Die Thonhausenstraße wurde nach der Familie Thonhausen benannt.  

Lit.:

Gerhard Schmalstieg, Straßennamen in Bocholt nach nur hier bekannten Personen, in: UNSER BOCHOLT Jg. 55 (2004) H. 4, S. 53-72.

Wilhelm Seggewiß, Bocholter Straßen erzählen Geschichte, in: UNSER BOCHOLT Jg. 40 (1989), H. 3, S. 58.

(31.10.07 08:38 Uhr)


Karl Thöne

Karl Thöne, Begründer des Collegium musicum und des Israhel-van-Meckenem-Consort  

Geboren am 21.6.1924 in Menne bei Warburg, kam Karl Thöne  1953 nach Bocholt und unterrichtete an der Albert-Schweitzer-Realschule Musik und Deutsch. Schon bald baute er neben dem Unterricht mit seinen Schülern einen Bläserkreis auf, der bei verschiedenen Gedenkveranstaltungen und beim Martinszug spielte. Thöne schrieb auch die Musik für diese Bläsergruppe. Auf der Schallplatte "Alte und neue Bläsermusik" wird dieses dokumentiert. Das Martinslied "He, holla he" stammt ebenso aus seiner Feder.  

1954 gründete Karl Thöne das  Collegium musicum, ein Orchester, aus der Freude am gemeinsamen Musizieren geboren. Fast ausschließlich musizierten hier Laien, unter denen sich stets eine Reihe Schüler von Bocholter Schulen befanden. Vierzig Jahre lang dirigierte Karl Thöne das Collegium musicum, was dem Orchester eine lange Kontinuität gewährte. Das musikalische Repertoire reichte von Werken aus der Zeit des Barock bis hin zur Moderne.  

Unter dem Dirigat von Karl Thöne konzertierte das Collegium musicum nicht nur in Bocholt und der näheren Umgebung (Anholt, Marienthal, Zwillbrock) sondern u.a. auch in Wien, Brügge, Vezelay und Paris. Auch bedeutende Solisten wie Franz-Peter Goebels oder Tibor Varga wurden nach Bocholt geholt. In einer Dankurkunde der Stadt Bocholt von 1992 wird die Leistung dieses Orchesters gewürdigt: " Mit zahlreichen Konzerten in Bocholt hat das Collegium musicum mit einem anspruchsvollen Programm die Kulturarbeit der Stadtgemeinschaft bereichert und mitgestaltet."  

1977 gründete Karl Thöne das Israhel-van-Meckenem-Consort, das auf historischen Instrumenten Musik der Renaissance spielte. Auch diese Gruppe musizierte in vielen Konzerten und versuchte, das musikalische Leben aus der Zeit des Bocholter Kupferstechers Israhel van Meckenem (ca. 1440  1503) lebendig zu halten. Der Lions Club Bocholt gab eine Schallplatte hierzu heraus. Als Leiter der Gruppe spielte Karl Thöne auf verschiedenen alten Instrumenten selbst mit.  

Thöne komponierte auch. Der Musikverlag Klaus Schruff in Aachen z.B. gab die "Quarto Piezas für Kontrabass Solo" heraus. Einige Gedichte der Bocholter Lyrikerin Ursula Matenaer wurden von Karl Thöne vertont. 1994 gab sein Sohn Jost eine CD mit Werken seines Vater heraus, gespielt von Shin Kyung, Violine  Mathias Buchholz, Viola  Veronika Thöne, Viola  Young Chang Cha, Violoncello.

Am 20.11.1993 verstarb Karl Thöne in Bocholt.

Lit.:

Willi Arens, Musikfreudiges Bocholt, in: UNSER BOCHOLT, Jg. 9 (1958) H. 4, S. 13  18Maidi Empt und Lore Tinnefeld, 40 Jahre collegium musicum Bocholt, in: UNSER BOCHOLT, Jg. 45 (1994) H. 2, S. 46 47   

Irmgard Ratermann (19.03.09 09:25 Uhr)


Aloysianis, geb. Katharina Tielkes

(Ehrenbürgerin der Gemeinde Holtwick)

Katharina Tielkes wurde am 30.08.1893 in Holtwick geboren. Sie trat 1919 in den Orden von der Göttlichen Vorsehung in Münster ein. Im Ersten Weltkrieg war sie als Krankenschwester in verschiedenen Frontlazaretts tätig, wofür sie auf der Ehrentafel für die Kriegsteilnehmer der Gemeinde Holtwick genannt wurde. Am 14.07.1920 ging sie in die Mission in die von deutschen Auswanderern in Brasilien gegründete Stadt Blumenau. An dem dortigen primitiven Krankenhaus arbeitete sie zunächst als Röntgenschwester, wobei sie durch Verstrahlung einen Arm bis zum Ellbogen verlor. Durch ihre Tatkraft wurde das Krankenhaus modern ausgebaut. 1960 erhielt sie deswegen den Ehrenbürgerbrief dieser Stadt, dem am 24.04.1962 die Ehrenbürgerwürde ihrer Heimatgemeinde Holtwick folgte, in der eine Straße nach ihr benannt wurde. Am 29.04.1974 verstarb Schwester Aloysianis in Blumenau und wurde dort beerdigt.

Lit.:

Elisabeth Bröker, Von Holtwick nach Brasilien, in: UNSER BOCHOLT Jg. 11 (1960) H. 1, S. 33-34.

Werner Schneider, ...aus Steinen Gold machen. Adelgonde Wolbring, Schw. Marie Aloysia, Schwester Unserer Lieben Frau. Lebensbild einer deutschen Ordensfrau des 19. Jahrhunderts, in: UNSER B0CHOLT Jg.30 (1979) H.2, S.5-35.

Werner Schneider, LIAL-Schule. Eine Schule, benannt nach Lisette Kühling und Adelgonde Wolbring, in Whitehouse, Ohio,USA, in: UNSER BOCHOLT Jg. 35 ( 1984) H.4,S.33-45.

Gerhard Schmalstieg, Straßennamen in Bocholt nach nur hier bekannten Personen, in: UNSER BOCHOLT Jg. 55 (2004) H. 4, S. 53 ff.

Helga Sundermann (27.09.10 11:04 Uhr)


Tierheim Bocholt

Eröffnet wurde das Tierheim Bocholt 1967 durch den Tierschutzverein Bocholt an der Wiener Allee. 1972 wurden ein Katzenhaus erbaut, 1985 ein Wirtschaftsgebäude mit Verwaltungsräumen, 1986 und 1992 je zwei Hundeaußenanlagen und 2004 ein Kleintiergehege mit Quarantänestation.

Das Tierheim hat die Aufgabe herren- bzw. besitzerlose Tiere in Bocholt und Umgebung unterzubringen, zu versorgen und an Privatpersonen zu vermitteln. Für Hundebesitzer wird eine Hundeschule mit Grunderziehungs- und Aufbaukurs im Tierheim angeboten.

Es können bis zu 60 Hunde, 80 Katzen und 20 Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen etc.) aufgenommen werden. Außerdem besteht Platz für 3 Pensionstiere, vornehmlich Hunde. Ab Herbst 2006 wird ein Tiersitting angeboten.

Regelmäßige Vermittlungsveranstaltungen von Heimtieren finden im WDR-Fernsehen "Tiere suchen ein Zuhause" statt, in denen das Tierheim Bocholt gelegentlich auch eigene Tiere vorstellt.

Lit.:

Tierschutzverein Bocholt-Borken u. U. e. V. (Hrsg.), Tierheim Bocholt - Die Erste 2005.

www.tierheimbocholt.de

Burghard Fehre (22.06.06 15:04 Uhr)


Tierschutzverein Bocholt - Borken und Umgebung e. V.

Der Ursprung des heutigen Tierschutzvereins Bocholt-Borken und Umgebung e. V. liegt in dem im Jahre 1921 gegründeten Verein für Natur-, Tier- und Heimatschutz. 1955 spaltete sich eine Gruppe von ca. 30 Mitgliedern, der Sektion Tierschutz, ab und gründete den Tierschutzverein Bocholt mit der Aufgabe zur Betreuung und Vermittlung von herren- bzw. besitzerlosen Tieren. Anfangs erfolgte dies in privaten Pflegestellen, ab 1967 im neugebauten Tierheim mit Vereinsräumen und der Geschäftsstelle des Tierschutzvereins, Wiener Allee 28 in 46397 Bocholt.

Das Bocholter Tierheim vermittelt in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein gelegentlich herrenlose Tiere im WDR-Fernsehen "Tiere suchen ein Zuhause". Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird jährlich ein Sommerfest veranstaltet.

Lit.:

Tierschutzverein Bocholt-Borken und Umgebung e. V. (Hrsg),Tierheim Bocholt - Die Erste 2005.

http://www.tierheimbocholt.de

Burghard Fehre (22.06.06 15:02 Uhr)


Tölle-Honekamp, Anne

Anne Honekamp wurde in Borken am 22. Mai 1896 als sechstes von 13 Kindern geboren. Ihr Vater war Rektor an der Josefschule in Bocholt. In Bocholt verbrachte sie auch ihre Jugendjahre.   

Anne entstammte einer kinderreichen Familie. Sie musste verdienen helfen und wurde Lehrerin in Ochtendung, einem kleinen Dorf in der Eifel, in Leverkusen-Wiesdorf und in Bocholt. Sie fand in ihrem Beruf aber nicht das Ideal, das sie in ihm gesehen hatte. In einem Brief an ihre Freundin Margrete Windhorst schrieb sie: "Als Seminaristin träumt man von leuchtenden Kinderaugen, die an unseren Lippen hängen. Ach, wie banal ist das  in Wirklichkeit."  

Nach ihrer Verheiratung mit dem Schriftsteller Hermann Tölle schied sie aus dem Schuldienst aus. Aus ihrer Ehe gingen 3 Kinder hervor.  

Als Lyrikerin hat ihr Name in der Westfälischen Literatur guten Klang. Sie pflegte engen Kontakt zum Kreis der damaligen westfälischen Dichter Heinrich Luhmann, Karl Wagenfeld, Friedrich Castelle. Ihre ersten Arbeiten erschienen in den Jahreskalendern "Münsterland", Monatsschrift für Heimatpflege, 1920/21. Der Schriftsteller Wilhelm Uhlmann-Bixterheide, stellte sie in seinem Sammelwerk "Westfalens Dichter und Erzähler" zuerst einer breiten Öffentlichkeit vor. Der Dichter Ernst Hardt, damals Intendant der 1927 gegründeten Westdeutschen Rundfunk AG, Köln, gab ihr öfter Gelegenheit, mit Vorträgen, Lesungen, Hörfolgen und Hörspielen im Programm zu erscheinen. Auch im Programm anderer Sender war ihr Name zu finden. 

1932 strahlte der "Vlaamsche National Omroep" in Brüssel ihr Hörspiel "Schicksal auf Drähten" aus.  

1933 zog sie sich zurück. So entstand in Berlin in den Jahren 1942/43 der Roman "Die silberne Straße", in dem sie in ihre Kinder- und Jugendzeit zurückkehrte. Hauptschauplatz dieses Werkes ist Bocholt, die Stadt ihrer Kindheit. Der Roman erschien 1948 bei der Laumannschen Verlagsbuchhandlung in Dülmen und war schon bald vergriffen.  

Bedingt durch den Krieg verließ die Familie ihren damaligen Wohnsitz in Berlin und sie zog mit den Kindern zu ihrem Mann, der damals zum Landessender Kaunas (Litauen) abkommandiert war.  

Anne Tölle-Holtkamp verstarb am 27. Juni 1944 im Andreaskrankenhaus im ostwestfälischen Neuhaus bei Paderborn.    

Lit.:

P. M Schulte: Lebensbilder westfälischer Frauen, in: Unser Bocholt, 12..Jg. (1961), H. 3, S. 18-19.

Margarete Windhorst: "Sehnsucht, Du von Urbeginn". Eine Erinnerung an die westfälische Dichterin Anne Honekamp, in:  Unser Bocholt, 4. Jg. (1953),  H. 4, S. 185-187.

Clarissa Leifer-Tölle. "Der Tod nur ist ewige Brücke". Erinnerungen an meine Mutter Anna Tölle-Honekamp, in:  Unser Bocholt, 8. Jg.(1957), H. 5-6, S. 71.

Johann Telaar (22.07.10 08:53 Uhr)


Totenbrauchtum

Im ländlichen Bereich wurde der Tod des Bauern oder der Bäuerin zunächst dem Vieh mitgeteilt. Die Nachbarschaft erfuhr als nächste vom Todesfall.

Die Leiche wurde auf der "Däle" aufgebahrt. Im Beisein der Nachbarn wurde das Gebet gesprochen und dann der Sarg vor aller Augen geschlossen. Darauf fuhr der "Dodennaober" selbst die Leiche auf einer mit Tannengrün ausgelegten Karre über den "Dodenweg", der von alters her festgelegt war und durchaus nicht der nächste oder der bequemste zu sein brauchte, zum Friedhof. In der Regel galt: so lange über den eigenen Grund und Boden wie möglich war. Der "Dodennaober" führte das Pferd selbst am Zügel; er durfte es nicht einem Knecht anvertrauen. Für das Gefolge hinter dem Sarg galt als alte Regel: zuerst kommen die auf dem Hofe verbliebenen Kinder und anderen Anverwandten.  

Lit.:

Dr. F. Herdemann, Heimat und Brauchtum in: UNSER BOCHOLT Jg. 3 (1952), H. 4, S. 60.

Elisabeth Heiduk (06.08.10 12:07 Uhr)


Trechter oder Totert

"Trechter" oder  "Totert" war ein winkliger Straßenzug, der eine Verbindung darstellte vom Schonenberg zur Ostmauer. Da diese Verbindung die Gestalt eines Trichters hatte, war der passende Name gefunden: "Trechter"  

Lit.: Werner Schneider, In drei Stunden nach England, Rom und Jericho, in: UNSER BOCHOLT, Jg. 9 (1958) H. 3, S. 8-15.

Johann Telaar (20.03.07 12:17 Uhr)


Dampftrambahn Bocholt-Aalten-Lichtenvoorde

Im April 1910 wurde diese Bahn gegründet. Den Anstoß dazu gaben die mangelnden Verkehrsverbindungen zwischen dem niederländischen Gelderland und dem niederrheinisch-westfälischen Gebiet auf preußischer Seite. Die neuen Eisenbahnen verbanden nur die Metropolen. In den ländlichen Gebieten musste nach wie vor alles mit den langsamen Pferdefuhrwerken transportiert werden. Deshalb waren Industrie und Landwirtschaft in diesen Regionen sehr benachteiligt.

Das Gesetz vom Juli 1892 ermöglichte es dann kommunalen und privaten Interessenten, strukturschwache Gebiete durch eine mit geringem Aufwand zu bauende Eisenbahn zu erschließen. Bei der o.a. Linie handelt es sich um eine Kleinbahn mit dem Charakter einer Straßenbahn. Man versprach sich davon eine bessere Bewältigung des starken Pendlerverkehrs aus dem Gelderland nach Bocholt. Träger wurde die 1905 gegründete Geldersch-Westfaalsche Stoomtram Maatschappij (GWSM) mit Sitz in Lichtenvoorde. Die Bahn hatte eine Spurweite von 750 mm. Die Bausumme betrug ca. 500.000 Gulden. Die Endstation lag in Bocholt auf dem Platz an der heutigen Meckenemstraße. Es gab dort ein kleines Stationshaus und einen Güterschuppen. Vier dreiachsige Dampfloks standen zur Verfügung, sowie sechs Personen- und 12 Güterwagen.

Die vom Meckenemplatz bis zum Bocholter Bahnhof gelegten Geleise durften nie - wie ursprünglich vorgesehen - befahren werden. Der Betrieb der Trambahn wurde im Ersten Weltkrieg am 1. Mai 1916 eingestellt. Die Gleisanlagen auf deutscher Seite wurden 1937 abgebrochen und durch Busse die Verbindung nach Holland gewährleistet.  

Lit.:

Werner Reckert, Dampftrambahn Bocholt-Aalten-Lichtenvoorde, in: UNSER BOCHOLT Jg. 31 (1980) H. 1, S. 12ff.

Margret Bongert (30.09.10 10:56 Uhr)


Trantenroth, Artur Dieter

Er ist der erste Stadtkünstler nach dem im September 1978 von der Stadt Bocholt ausgeschriebenen "Bocholter Kulturwettbewerb 78". Die Ernennungen wurden mit je 12.000 DM und einem einjährigen Aufenthalt in Bocholt dotiert.

Am 13. März 1979 bezog A. D. Trantenroth Räumlichkeiten in der ehemaligen Schule in Liedern. Seine Arbeiten und die von weiteren 80 Wettbewerbsteilnehmer/innen wurden über die Jahreswende in der Aula des St. Georg-Gymnasiums Interessenten zugänglich gemacht.

Am 29. April 1979 stieß eine Podiumsdiskussion auf großes Interesse. Stadtliterat Gerd-Peter Eigner und Stadtkünstler Trantenroth referierten zum Thema: "Das ist Kunst? - Was ist Kunst?"  

Die Ausstellung "Bocholter Stücke 1979 - 1981" mit Objekten von A. D. Trantenroth wurde vom 20. Mai bis 21. Juni 1981 im Foyer des Bocholter Kulturzentrums am Berliner Platz gezeigt. Den Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung am 19. April hielt Frau Sabine Kimpel-Fehlemann, Kustodin des städtischen Museums in Mönchengladbach.

Dem Künstler gelang es, mit banalen Gegenständen - z. B. mit Leisten, die scheinbar beliebig in den Raum gestellt waren, - in der Bevölkerung temperamentvolle Diskussionen auszulösen.

Viele Betrachter hatten Mühe, hinter der sehr einfachen Form der Komposition den Dialog von Form und Aussage oder von Material und Aussage sowie eine philosophische Begründung herauszufinden. In der Zeitschrift "UNSER BOCHOLT" stellte sie der Stadtkünstler mit einer Zeichnung als Druckgrafik-Beilage, ähnlich dem Aufriss einer Toblerone-Schachtel, vor.    

Lit.:

Zur Ausstellung "Bocholter Stücke" mit dem Kulturpreisträger A. D. Trantenroth in: UNSER BOCHOLT Jg. 32 (1981) H. 2, S. 49 - 50.  

Lucia Graefenstein (01.08.07 14:27 Uhr)


Trechter oder Totert

"Trechter" oder  "Totert" war ein winkliger Straßenzug, der eine Verbindung darstellte vom Schonenberg zur Ostmauer. Da diese Verbindung die Gestalt eines Trichters hatte, war der passende Name gefunden: "Trechter"  

Lit.:

Werner Schneider, In drei Stunden nach England, Rom und Jericho, in: UNSER BOCHOLT, Jg. 9 (1958) H. 3, S. 8-15.

Johann Telaar (20.03.07 12:17 Uhr)


Käthes Treff

In Zusammenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Bocholt mit dem Seniorenheim Käthe-Kollwitz-Haus entstand 2005  die Begegnungsstätte Käthes Treff. Haupt - und nebenamtliche Mitarbeiter/innen betreuen jeden Montag und Dienstag in der Zeit zwischen 8:30 und 14:30 Uhr im Wichernhaus Menschen mit demenziellen Veränderungen, die mit ihren Angehörigen zu Hause wohnen.

Durch gezielte Aktivitäten soll die Selbständigkeit der Patienten gefördert werden, die sie zur besseren Bewältigung des Alltags befähigt.

Für die pflegenden Angehörigen bedeutet das Angebot "Käthes Treff" eine spürbare psychische und physische Entlastung.

Adresse: Käthes Treff im Wichernhaus, Rudolf - Virchow -Str. 5 , 46397  Bocholt    

Lit.:  

Bocholt für Senioren (Broschüre),. Bocholt 2008, S.36 .  

Seniorenportal                                

Lucia Graefenstein (05.07.10 15:01 Uhr)


Trinkwasser für Bocholt

Wasser ist zwar zum Waschen da, wie es in einem Lied heißt ,aber Wasser ist auch das wichtigste Lebensmittel. Es ist durch nichts zu ersetzen. Um Trinkwasser werden in manchen Teilen der Erde weite Wegegegangen und sogar Kriege geführt.  

Bereits vor etwa 3500 Jahren kam es beim Auszug der Israeliten aus Ägypten zu Unruhen. "Da haderte das Volk mit Moses und sie sprachen: Gebt uns Wasser zu trinken. ..Warum hast du uns denn aus Ägypten herausgeführt, um uns, unsere Kinder und unseren Viehbestand vor Durst sterben zu lassen?" (Exodus 17,2-3). Dass dem Trinkwasser bereits in der Antike und vorher eine besondere Bedeutung zukam, bezeugen die noch heute zum Teil erhaltenen Aquädukte und Brunnen aus dieser Zeit.  

Die Abhängigkeit vom Wasser hat sich bis heute nicht geändert. Nur 20 Prozent der Weltbevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit zunehmender Industrialisierung und damit auch mit Zunahme der Bevölkerung war die Sorge um unser Trinkwasser auch bei uns dringender geworden. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Bocholt noch keine zentrale Trinkwasserversorgung. Die Bevölkerung deckte ihren Bedarf an Trinkwasser aus den über die ganze Stadt verteilten Brunnen, die nach ihrer Stilllegung als Abfall oder Fäkaliengrube benutzt wurden. Die hygienischen Verhältnisse wurden hierdurch nicht besser. Krankheiten waren die Folge. Eine Überprüfung im Jahre 1901 ergab, dass von den vorhandenen 34 Brunnen nur 5 genießbares Wasser hatten. Später wurde das Wasser durch eine Handpumpe direkt aus der Erde geholt. Erst eine Polizeiverordnung aus dem Jahre 1911 verpflichtete die Hausbesitzer, ihren Müll von der städtischen Müllabfuhr entsorgen zu lassen. Auch eine Latrinen- und Senkgruben-Reinigungs-Anstalt teilte den "geehrten Bewohnern Bocholts"mit, dass Senkgruben und Aborte mittels Maschinen und luftdicht verschlossenen eisernen Fässern geruchlos und ohne jeden Schmutz geleert werden.  

Johannes Ostendorf lässt in seinem Theaterstück "Denn Wäwedamp" den Tutemann seine Bekanntmachung ausrufen: "Es wird hiermit jedereene zu wissen getan, dat van wägen de Gesundheit van no af an kinne Mesthööpe mehr an de Straoten dörft staohn un kinne Fahlten achter de Hüser. Un well et doch noch dööt, betaalt 5 Daler an de Armen."  

Erst nach der polizeilichen Verordnung wurde unser Wasser wieder trinkbar. Nachdem man noch 1886 aus finanziellen Gründen Abstand von der Errichtung einer städtischen Wasserversorgung genommen hatte, ging man 1906 an die Vorarbeiten zu einer zentralen Wasserversorgung. Als Probebohrungen in den Gemeinden Biemenhorst und Büngern und im Gebiet des Holtwicker Baches negative Ergebnisse brachten, nahm man im Gebiet Siegeheide in Mussum im Jahre 1909 17 Bohrungen vor. Nach dem günstigen Ergebnis dieser Bohrungen beschloss man 1910 die Errichtung eines Pumpwerkes. Im Herbst 1912 nahm dies den Betrieb probeweise auf, nachdem man an Stelle des noch fehlenden Wasserturmes zwei Ausgleichbehälter auf dem Stumpf der alten Windmühle installiert hatte.  

1912/13 baute man den heute unter Denkmalschutz stehendenden Wasserturm . Damit wurden die alten Pumpen, die Generationen kostenlos mit Wasser versorgt hatten, aus dem Dienst entlassen. Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts musste ein neues Wassergewinnungsgelände erschlossen werden. Hier wurde man in der Gemeinde Liedern fündig. Das Werk in Liedern ist seit 1962 voll in Betrieb. Aus 2 Brunnenketten mit je 7 Einzelbrunnen, beidseitig der B 67, wird das Wasser gefördert. Zusammen mit dem alten Wasserwerk Mussum werden heute 3,6 Millionen Kubikmeter bestes Trinkwasser gefördert. Ein Wasser, das bis jetzt keinerlei Zusätze bedurfte, um es genießbar zu machen.    

Lit.:  

Dietmar Wallisch. "Trinkwasser für Bocholt", in: Unser Bocholt, 32. Jg. (1981). H.4, S. 66 - 69.

Eduard Westerhoff, Zeugnisse ihrer Zeit - Dokumente zur Stadtgeschichte, Bd.1, 1850 -1918, Bocholt 1987, S. 72 - 73.  

Johann Telaar (10.09.10 12:19 Uhr)


Hilfe für tschernobylgeschädigte Kinder e.V. Bocholt

Der Verein hat seine Wurzeln in der Tschernobyl-Hilfe Bocholt, die am 14. September 1992 auf einer Sitzung der KAB-Vorsitzenden des Dekanates Bocholt in Anwesenheit des damaligen Bürgermeisters Bernhard Demming ins Leben gerufen wurde. Der Vorsitzende der KAB St. Bernhard Lowick, Theo Heming, übernahm die Organisation. Durch sein Engagement konnten sich bereits im Mai 1993 die ersten 80 tschernobylgeschädigten Kinder aus der weißrussischen Stadt Mogilev im Raum Bocholt erholen.  

Unter seiner Leitung entstand 1995 ein eigenständiger Verein. Bis Mai 2000 wurden 8 Kindererholungen für über 600 Kinder und 13 Hilfstransporte durchgeführt.

Am 18. Januar 2002 gründete Theo Heming mit Freunden den Verein "Hilfe für tschernobylgeschädigte Kinder e.V. Bocholt". Der Verein ist dabei bewusst neue Wege der Tschernobylhilfe gegangen und sieht seine Ziele als eine Hilfe, die zur Selbsthilfe führen soll, eine Hilfe, die in die Zukunft gerichtet ist.  

Mit dem Leitspruch: "Vertrauen und Freundschaft schafft Frieden und Hilfe den tschernobylgeschädigten Kindern", möchte der Verein vor Ort den Ärmsten der Armen, den Kindern aus den sozial schwachen und zerrütteten Familien helfen, Die Kindererholung im eigenem Land fördern und einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.

Dies kann erreicht werden

- durch Lieferung von Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln, Kinder- und Säuglingsnahrung,

- durch Lieferung von gut erhaltener Kleidung und Gütern des täglichen Bedarfs,

- mit Lieferung von vitaminreichen Lebensmitteln.

Dadurch kann die Kindererholung vor Ort gefördert werden. Der Verein ist dabei auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen.

Von 2002 bis 2009 hat der Verein mehr als 106 Tonnen Hilfsgüter im Werte von 622.000 Euro in die Region Mogilev gebracht und damit die Not bei den sozial schwachen Familien, bei den allein erziehenden Müttern und bei den Alten und Kranken gelindert. Durch Lieferung von vitaminreicher Nahrung wurde die Kindererholung vor Ort gefördert und ein Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.  

Adresse: 46395 Bocholt, Elsenpass 9 Telefon: 02871/222015 Weitere Informationen unter www.tschernobyl-hilfe-bocholt.com  

Theo Heming (05.07.10 14:54 Uhr)


Tunnel

Bocholts erster Straßentunnel.

Die Westtangente der Stadt erhielt mithilfe des Landes NRW eine ca.635 Meter lange Untertunnelungsanlage, von der 285 Meter reiner Tunnel und 350 Meter Rampen erstellt wurden. Die Höhe des Tunnels ist 4,7 m. Die Rohbauarbeiten wurden am 26, September 2003 in Auftrag gegeben, der erste Spatenstich erfolgte am 11.12.2005. Nach dem Richtfest am 25.09.2005 konnten die Roh- und Straßenbauarbeiten am 26.Juni 2006 abgeschlossen werden. Die offizielle Freigabe für den Verkehr erfolgte am 28. Juni 2006.

Schriftliche Auskunft der Stadt Bocholt, Fachbereich Tiefbau, Verkehr u. Stadtgrün, Geschäftsbereich Straße u. Verkehr.

Monika Brüggemann (19.07.10 11:16 Uhr)


Das Bocholter Turmuhrenmuseum, oder ein Besuch beim Konditor

Es ist schwer, den richtigen Titel zu wählen, wenn schon die Brötchentüten den Aufdruck tragen "Rund um die Uhr frische Brötchen". Das Bocholter Turmuhrenmuseum könnte auch als Spezialmuseum bezeichnet werden...

Eine Sammlung von mechanischen Zeitmessern, die der Bocholter Josef Schröer vor vielen Jahren begann, weitete sich inzwischen erheblich aus und könnte als Grundbestand eines Spezialmuseums bezeichnet werden.

Antriebsfeder für das Sammeln von Uhren war für Josef Schröer, wie er sagt, der Erwerb des ältesten Kirchturmuhrwerkes Bocholts, das im II. Weltkrieg erhalten blieb.
Inzwischen hat die Sammlung von Räderuhren, zum Teil mit Schlagwerken versehen und gewaltigen Gewichten bestückt, einen hohen Bekanntheitsgrad in Fachkreisen, wird aber auch von "Laien" gern besucht. Turmuhrwerke, aber auch Turmbekrönungen und Glockenspiele aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die jüngste Vergangenheit hinein beeindrucken den Betrachter. Jedes Einzelstücke ist ein vor allem "lebendiges" Werk des technischen Erfindungsgeistes und der Handwerkskunst.

Die Uhrensammlung, die einen guten Ruf weit über Bocholt hinaus besitzt, gibt einen Einblick in die Entwicklung der Uhr mit ihren sich im Laufe der Zeit verfeinernden Techniken.
Zugleich empfängt auch der Schönheitssinn an der gediegenen handwerklichen Ausführung und den verschiedenen Stilelementen, die bei den Uhren zu entdecken sind, Anregung und Freude.

So ist die Uhrensammlung Josef Schröer eine Sammlung, die nicht nur von menschlicher Erfindungsgabe, von wachsendem technischen Können, sondern auch von künstlerischer Betätigung die Jahrhunderte hindurch zeugt.

Uhrensammlung

Josef Schröer

Wesemannstr. 5

Telefon: (0 28 71) 1 76 30

Geöffnet und Führung nach Vereinbarung

Eine wunderschöne Außenuhr von 1886 und ein Wetterhahn, der einst auf einem Kirchturm den Wind anzeigte, weisen mir den Weg zur Turmuhren-, Turmbekrönungen- und Glockensammlung von Josef H. Schröer in Bocholts Wesemannstr. 5 "Rund um die Uhr" heißt aber auch, dass bei Uta Schröer Navel im Laden, und hier befinde ich mich, tatsächlich in einer Vitrine eine kleine Turmuhr steht, "gez. Gebrüder Schneider Schonach". Dieses Werk treibt zwei Turmuhrenziffernblätter an, die wirklich die genaue Zeit anzeigen, und dieses im Jahre des einhundertsten Bestehens der Bäckerei - Konditorei. Gegenüber, in einer zweiten Vitrine entdecke ich ein geschmiedetes Werk von 1797. An der Decke sind zwei stilisierte Uhren angebracht. So wurde beim Umbau des Ladenlokals das Hobby des Seniors ins Konzept integriert. Was treibt die Leute mit Tick (die anderen Turmuhrenliebhaber, -sammler und -forscher) hierher nach Bocholt? - Es ist Josefs privates Turmuhrenmuseum.

Ein kleines, aber feines Museum. Es setzt sich zusammen aus drei Sammlungen: Turmuhren, Turmbekrönungen und Glocken. Jede der drei Sammlungen umfaßt einen Zeitraum von vier Jahrhunderten.

Nach dem jahrelangen Sammeln wurde es ihm vor fünf Jahren möglich, seine Prachtstücke in würdigem Rahmen, auf 200 qm zu präsentieren. Eine ganze Wohnung ist nun das Refugium der ihm so lieb gewordenen Objekte. Es ist vor allem die technische Vielfalt hervorzuheben, der wir hier begegnen. Um so erstaunlicher ist, dass Schröer ja in erster Linie gar nicht der Techniker, sondern eher der geschickte Sammler ist. Ihm ist es durch seine freundliche und humorvolle Art, durch Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit, aber vor allem durch seine privaten Kontakte zu Pfarrern, Klöstern, Dachdeckern, Zimmerleuten, Schmieden, Schlossern, Architekten und Turmuhrfabrikanten gelungen, alle Hemmungsarten, die an Turmuhren auftauchen können, in seiner Sammlung zu vereinen. Aber auch eine große Portion Sammlerglück war ihm dabei behilflich. Ich denke noch an die beeindruckenden Momente, als wir im April 1992 mit dem Turmuhrenkreis der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie bei der von Josef Schröer vorbereiteten Bocholter Tagung erstmals vor einer Grashopperhemmung an einer Turmuhr standen, oder vor dem Denisongang, der ja an der Uhr des englischen Parlamentgebäudes erstmalig realisiert wurde.

Nachdem man bei geeigneten Temperaturen auf der Terrasse eine Tasse Kaffee mit frischem Erdbeerkuchen zu sich genommen hat (frischer geht's ja wohl nicht) und die beeindruckende Fassade der Liebfrauenkirche mit den Augen vermessen hat, beginnt man vielleicht mit den Turmbekrönungen und Steinmetzarbeiten, die sich im Sammlerleben hier auf dem Firmendach zusammengefunden haben.

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Bruno Wansing (13.06.06 09:30 Uhr)