Bocholt auf Facebook Bocholt auf Twitter

"Bocholt.de Logo"
"Bocholt.de Banner"

Obelisk im Stadtwald

Obelisk im Stadtwald - Collage zweier Bilder von 2017 und 1936Obelisk im Stadtwald - Collage zweier Bilder von 2017 und 1936

Überbleibsel eines Denkmals, das am 16. August 1936 von der SA in Bocholt errichtet worden war. Es war gewidmet den „toten Kameraden aus Österreich [...], die am 25. Juli 1934 ihre Treue zum Führer und zum deutschen Volke mit dem Leben besiegelten.“ So lautete die damalige Inschrift am Sockel des Denkmals.  

Die österreichische SA hatte 1934 in Wien gegen die autoritär herrschende Regierung geputscht und Bundeskanzler Dollfuß ermordet. Der Putsch wurde niedergeschlagen. Viele SA-Männer entzogen sich ihrer Verhaftung und Verurteilung durch die Flucht vornehmlich in das Deutsche Reich. Unter anderem in Bocholt entstanden im Frühjahr 1935 „Hilfswerk-Lager“. In diesen wurden die SA-Männer militärisch ausgebildet und ideologisch geschult.

Die gewalttätige nationalsozialistische Ideologie entlud sich bald in Übergriffen der „Österreicher“ auf die Bevölkerung: Der gewaltsame Überfall auf eine Veranstaltung im Vereinshaus der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Rhede, die Zerstörung des Kolping-Denkmals an der St. Georg-Kirche in Bocholt im Frühjahr 1935 und das rüde Vorgehen gegen Menschen jüdischen Glaubens sind nur einige ihrer Untaten. Nach der Annexion Österreichs kehrten die SA-Männer Ende März 1938 in ihre Heimat zurück.

Das Denkmal

Es trug auf der Spitze einen Adler mit ausladenden Schwingen sowie am Fuß ein Hakenkreuz im Eichenkranz und eine Widmungsinschrift. Die Tafel und die NS-Embleme wurden nach 1945 laienhaft entfernt. Das heute im Unterholz stehende, kaum wahrgenommene Relikt des ehemaligen SA-Denkmals ist  eine stumme Erinnerung an Verbrechen, die auch in Bocholt ausgeführt wurden.

Auf dem früheren Lagergelände befand sich ab Herbst 1939 das Kriegsgefangenenlager Stalag VI F. Fast 2000 sowjetische Kriegsgefangene kamen hier elend zu Tode, ihre Leichen wurden unweit des Lagers auf dem heutigen Russischen Friedhof in Massengräbern würdelos verscharrt.


Kontakt

Laura Blankenhorn
Telefon+49 (2871) 252242
Fax+49 (2871) 252249
E-Mailan Laura Blankenhorn
WWWhttp://www.bocholt.de
Isabel Testroet
Telefon+49 (2871) 25 22 34
Fax+49 (2871) 184724
E-Mailan Isabel Testroet
WWWbocholt.de
WWWVHS
WWWSadtbibliothek
WWWJunge Uni in Bocholt