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Wussten Sie, ...

… dass östlich der Königsmühle einst eine öffentliche Fussbadeanstalt bestand? Die städtische Badeanstalt eröffnete 1891 und bot - zuerst nur Männern - über mehrere Jahrzehnte Abkühlung bei heißen Sommertemperaturen. Stolze 42 Jahre lang tat hier der städtische Bademeister Johann Lemken Dienst und sorgte für Ruhe und Ordnung, während er rd. 2000 Bocholterinnen und Bocholtern das Schwimmen gelehrt und rd. 430 vor dem Ertrinken gerettet haben soll. Wer unbeaufsichtigt schwimmen gehen wollte, der vergnügte sich beispielsweise in der Aa wenige hundert Meter in Richtung Innenstadt, nämlich auf der anderen Seite der Königsmühle zwischen dem heutigen Textilmuseum und dem IBENA-Grundstück. Nach dem Kriege konnte die Flussbadeanstalt erst nach behelfsmäßiger Instandsetzung im Sommer 1948 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, doch währte die Eröffnung nicht allzu lang. Denn bereits 1952 musste die Badeanstalt ihre Pforten schließen, weil die zunehmenden Verschmutzung der Bocholter Aa durch Abwässer aus den Industriebetrieben den Aufenthalt nicht mehr gestatteten. Damit war Bocholt erst einmal ohne jede Bademöglichkeit, bis das 1957 Meckenem-Schwimmbad und 1962 das Waldbad als Freibad nördlich der "Walderholung" eröffneten. In einigen Bocholter Familienalben finden sich noch Aufnahmen wie diese aus den 1920er Jahren. Sie zeigen mehrere Bocholterinnen, die mit Badeanzügen und Badehauben bekleidet eine der Holztreppen hinabsteigen, um in der Aa zu baden. Anschließend sitzen sie auf dem Holzlaufsteg vor den Umkleidekabinen in der Sonne und posieren für eine Fotografie, welche an unbeschwerte Sommertage in den 20er Jahren erinnern. Und? Hätten Sie's gewusst?

(Marius Lange, 07.10.2019)


Junge Bocholterinnen suchen im August 1926  Abkühlung in der Aa (Foto: Marius Lange)Junge Bocholterinnen suchen im August 1926 Abkühlung in der Aa (Foto: Marius Lange).
Die Flussbadeanstalt in den 1920er Jahren - Foto: Marius LangeEin Sonnenbad vor der Umkleidekabine im Jahr 1926 (Foto: Marius Lange).