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Klärwerk und Kanäle


Einführung einer neuen Verfahrensstufe S::Select mit Umbau Rückschlammpumpwerk II

Bild BMU und Nationale KlimaschutzinitiativeGefördert durch das Bundeministerium für Umwelt, Natur und nukleare Sicherheit.
Klaeranlage 035 1944x1296Foto: ESB. Die Bocholter Kläranlage von oben

Kläranlage Bocholt - Energetische Ertüchtigung-

Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Förderkennzeichen 03K12250: Energieeffizienzsteigerung durch hocheffizente Pumpen und IE4 Motoren auf der Kläranlage Bocholt (01.10.2019 - 30.09.2020)

Förderkennzeichen: 03K12252: Einsatz innovativer Verfahrenstechniken zur Verbesserung des vorhandenen Belebtschlammverfahrens auf der Kläranlage Bocholt (01.11.2019 - 31.10.2020)

Link zum Projektträger Jülich

Projektbeschreibung als PDF

Einführung

Bei der Kläranlage Bocholt gelangt das Abwasser nach einer mechanischen Vorreinigung in das Belebungsbecken. Hier erfolgt durch Mikroorganismen der Abbau der Schmutzstsoffe. Die Bakterien schweben dabei als Schlammflocken frei im Wasser und werden mittels Rührwerke oder durch Einblasen von Luft in Schwebe gehalten.

Die Schlammmenge im System wird dabei konstant gehalten, der anfallende überschüssige Schlamm wird dem Faulturm zugeführt. Dafür muss der Schlamm abgetrennt werden. Dies geschieht durch eine Beruhigung des Wassers im Nachklärbecken. Dabei setzt sich der Schlamm am Boden ab und wird abgezogen. Die Absetzfähigkeit der Bakterienflocken bezeichnet man auch als "Schlammindex".

Vergleichsweise häufig kommt es zur Bildung von Blähschlamm. Grund hierfür ist die individuelle Zusammensetzung der angeschlossenen gewerblichen und privaten Einleiter. Um das gereinigte Abwasser vom Schlamm zu trennen ist daher eine hohe Aufenthaltszeit in der Nachklärung erforderlich.

Bei hydraulischen Spitzen kann es dann zum Schlammabtrieb kommen, so dass die angestrebte Reinigungsleistung nicht erreicht wird und das Risiko zur Überschreitung der im Ablauf der Kläranlage vorgegebenen Werte steigt. Durch den fadenförmigen Aufbau der Schlammflocken lässt sich der Schlamm zudem schlecht entwässern.

Der Schlammindes ist daher ein wesentlicher Einflussfaktor für weitergehende Betrachtungen, wie z.B.. für die Dimensionierung von Nachklärbecken, für notwendige Fördermengen und für den Energieverbrauch.

Einführung einer neuen Verfahrensstufe S::Select

Die Einführung der neuen Verfahrensstufe S::Select zielt darauf ab, den Schlammindex unter Bildung von Granulen aus Muschelkalk zu verbessern. Dies gelingt durch die Überführung von fadenförmigen zu optimierten kugel- bzw. granulenförmigen Schlammstrukturen.

Der wesentliche Bestandteil des Verfahrens ist die Trennung der fadenförmigen von der granularen Schlammstruktur und Ausschleusung aus dem System. Hierdurch erhöht sich sukzessive der granulare Anteil.

Erzielt wird dies durch die Einführung einer zusätzlichen Verfahrensstufe (Hydrozyklone), in welcher der Schclamm behandelt wird. Hierdurch werden positive Effekte auf das Absetzverhalten und damit insgesamt stabileres Verfahren erzielt.

Umbau des Rückschlammpumpwerkes II

Durch den Umbau des Rückschlammpumpwerkes II unter Verwendung neuester, frequenzgesteuerter IE 4 Motoren soll der Energieverbrauch der Kläranlage Bocholt weiter gesenkt werden.

Nach einer Potentialanlyse aus dem Jahr 2014 sollten u.a. die sechs vorhandenen Rückschlammpumpen gegen sechs gleiche Pumpen mit höherer manometrischer Förderleistung ausgetauscht werden. Der Austausch hätte zum damaligen Zeitpunkt das Fördervolumen aber nur unwesentlich erhöht. Der Energieverbrauch wäre dagegen von 148kw/h auf 222kw/h gestiegen und hätte damit einen großen Teil der Energieersparnis durch den Umbau der Belüfung zunichte gemacht.

Mit der maschinellen und energetischen Optimierung des Rücklaufschlammpumpwerkes II kann nun aber die Energieeffizienz der Kläranlage Bocholt verbessert werden. Es werden hier zukünftig statt sechs nur noch vier Pumpen mit verbesserter Laufradgeometrie und modernsten IE4-Motoren (Synchronreluktanzmotoren) eingesetzt. Die Förderleistung wird dabei leicht erhöht. Gleichzeitig wird aufgrund des verbesserten Wirkungsgrades der Pumpen weniger Antriebsleistung benötigt. Die Synchronreluktanzmotoren werden mit Frequenzumrichter betrieben. Dadurch besteht die Möglichkeit, den Rücklaufschlammförderstrom an die hydraulische Belastung der Kläranlage anzupassen. Das spart weitere Energie.

Allgemeine Hinweise

Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiave trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.



Informationen zur Zustands- und Funktionsprüfung privater Abwasserleitungen

Aufnahme eines defekten Kanalrohrs (Foto: Stadt Bocholt)Aufnahme eines defekten Kanalrohrs (Foto: Stadt Bocholt)

Unser Grundwasser muss geschützt werden!
Versickert Abwasser durch defekte Rohre ins Grundwasser und wird verschmutzt, ist auch unser tägliches Trinkwasser gefährdet. Andersherum kann aber auch sauberes Grundwasser durch defekte Leitungen eintreten und führt zu höheren Reinigungskosten. Auch aus Sicht des Rückstauschutzes macht es Sinn, die Abwasseranlagen zu überprüfen.

Nach dem bundesweit geltenden Wasserhaushaltsgesetz ist jeder Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, seine private Abwasseranlage nach den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten. Ebenso ist dort die Verpflichtung geregelt, den Zustand und die Funktionsfähigkeit seiner Abwasseranlage selbst zu überwachen.

Im Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen sind die Anforderungen an die Selbstüberwachung im Oktober 2013 in einer Verordnung konkretisiert worden. Aus der Verordnung geht u.a. hervor, wer, was, und bis wann prüfen muss.

Im Juli 2020 ist diese Verordnung geändert bzw. neu gefasst worden. (Die Verordnung können Sie hier als pdf nachlesen.) Die Änderungen betreffen hauptsächlich die privaten Abwasserleitungen, die häusliches Abwasser führen, innerhalb einer Wasserschutzgebietes liegen und nach dem Jahre 1965 errichtet worden sind. Diese müssen nun nicht mehr bzw. nur im Verdachtfall geprüft werden. Geblieben ist die Überprüfung der privaten Abwasserleitungen bei Neubau und wesentlichen Änderungen, sowie private Abwasserleitungen im Wasserschutzgebiet, die vor 1965 errichtet worden sind. Ebenso ist die Überprüfung für gewerbliche und industrielle Abwasserleitungen geblieben.

Geprüft werden müssen alle im erdreich verlegten Abwasserleitungen, die Schmutz und Mischwasser sammeln und fortleiten, sowie deren zugehörigen Schächte und Inspektionsöffnungen.

Die Fristen für die Überprüfungen sind folgendermaßen:

Nach Neubau oder wesentlicher Änderung:

  • Häusliches Abwasser -> unverzüglich
  • Gewerbliches und industrielles Abwasser -> unverzüglich

Innerhalb Wasserschutzgebiet:

  • Häusliches Abwasser mit Baujahr vor 1965 -> bis 31.12.2015
  • Häusliches Abwasser mit Baujahr nach 1965 -> nur im Verdachtsfall
  • Industrielles und gewerbliches Abwasser mit Baujahr vor 1990 -> bis 31.12.2015
  • Industrielles und gewerbliches Abwasser mit Baujahr nach 1990 -> bis 31.12.2020

Außerhalb Wasserschutzgebiet:

  • Industrielles und gewerbliches Abwasser, für das Anforderungen in einem Anhang der Abwasserverordnung festgelegt sind -> bis 31.12.2020

Private Abwasserleitungen, die zwischen 1996 und 2013 auf Zustand und Funktionsfähigkeit geprüft worden sind, bedürfen keiner erneuten Prüfung, sofern Prüfung und Prüfbescheinigung den zum Zeitpunkt der Prüfung geltenden Anforderungen entsprochen haben.

Ob Ihr Grundstück im Wasserschutzgebiet liegt können Sie im Fachinformationssystem ELWAS des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein- Westfalen nachsehen: Mit einem Klick öffnet sich der Link in einem neuen Fenster.
Ob Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt entnehmen Sie bitte der Karte.

Informationen über die Prüfverfahren, die Sachkundigen, die die Prüfungen durchführen dürfen und welche Unterlagen Ihnen ausgehändigt werden müssen, finden Sie in einem Flyer des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein- Westfalen.
Den Flyer als PDF finden Sie hier.
Eine Musterbescheinigung als pdf finden Sie hier.

Für weitergehende Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Entsorgungs- und Servicebetriebes Bocholt (ESB) unter der Telefonnummer 0 28 71/ 24 63 42 zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Sie auf folgenden Seiten:



Zentralklärwerk in Mussum

Klärbecken um Klärwerk Mussum (Foto: Stadt Bocholt)Klärbecken um Klärwerk Mussum (Foto: Stadt Bocholt)

Sämtliche im Kanalnetz gesammelten Abwässer aus Haushalten und Betrieben, aber auch ein großer Teil des Regenwassers aus Straßeneinläufen und Dachentwässerungen, werden dem Zentralklärwerk-Mussum, welches sich am westlichen Rand des Industrieparks Bocholt befindet, zugeleitet.

Mit einer Kombination aus mechanischen, chemischen und biologischen Verfahren werden die Abwässer behandelt, um sie dann wieder gereinigt dem Flusslauf Alte Aa zuführen. Die hochmoderne Kläranlage ist auf eine Behandlung von 225.000 Einwohnerwerten ausgelegt. Um die vom Gesetzgeber geforderten strengen Ablaufwerte, insbesondere auch für Stickstoff (N) und Phosphor (P) einhalten zu können, wurde die Anlage im Jahr 1995 für umgerechnet rund 33 Mio. Euro erweitert.


Mitarbeiter im Klärwerk Mussum an einer Schalttafel bei der Arbeit (Foto: Stadt Bocholt)Der ESB setzt auf modernste Technik. (Foto: Stadt Bocholt)

In der Kläranlage Bocholt können täglich bis zu 108.000 cbm Abwasser mechanisch, chemisch und biologisch behandelt werden. Die bei der Abwasserbehandlung anfallenden Schlämme werden über Zentrifugen eingedickt und dann zur Ausfaulung in zwei Faulbehälter gepumpt. Anschließend erfolgt die Entwässerung in Kammerfilterpressen, um dann den entwässerten Klärschlamm der Klärschlammverbrennung zuführen zu können. Das im Faulprozess anfallende Klärgas wird im betriebseigenen Blockheizkraftwerk dazu genutzt, die Faulturmheizung sowie die Heizung des Betriebsgebäudes zu versorgen und zum anderen, um einen Teil des Strombedarfs der Kläranlage zu decken.



Kanalreinigung und Wartung

Kanalinspektion (Foto: Stadt Bocholt)

Die Aufgaben des Entsorgungs- und Servicebetriebes Bocholt (ESB) im Kanalnetzbetrieb sind die Kanalreinigung, die Zustandskontrolle, die Instandhaltung und die Kanalsanierung.

Die Abwasserableitung im Stadtgebiet Bocholt erfolgt sowohl im Trenn- als auch im Mischsystem. Im Trennsystem werden Schmutz- und Regenwasser in voneinander getrennten Kanalsystemen abgeleitet. Beim Mischsystem wird mit dem Schmutzwasser auch anfallendes Regenwasser mitgefördert. Im Stadtkern erfolgt die Abwasserableitung vorwiegend im Mischsystem, in den Außengebieten vorwiegend im Trennsystem.

Die Gesamtlänge des Bocholter Kanalisationsnetzes beträgt rund 405 km. Zum Kanalisationsnetz gehören rund 11.000 Schachtbauteile, rund 10.000 Sinkkästen (Straßenabläufe), 50 Pumpstationen, 20 Regenbecken sowie rund 60 km Druckrohrleitungen. Die größten Kanalhaltungen haben einen Rohrdurchmesser von 2,6 m.

Die Entfernung von Ablagerungen aus den Rohren und die Reinigung von Regeneinläufen erfolgt regelmäßig mit modernen Rohrreinigungsfahrzeugen, deren Kombinationsmöglichkeit von Wasserhochdruck- und Saugtechnik eine effektive Kanalreinigung ermöglicht. Der Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt (ESB) verfügt über zwei derartige Fahrzeuge und gewährleistet so eine weitestgehend störungsfreie Abwasserableitung. Die Zustandskontrolle des Kanalsystems erfolgt mit modernen Spezialkameras welche das Kanalnetz durchfahren und den Zustand aufzeichnet. Die mit diesen Spezialkameras festgestellten Schäden werden nach klassifizierten Kriterien abgestuften Schadenskategorien zugeordnet und bei hoher Dringlichkeitskategorie sofort oder im laufenden Wirtschaftsjahr saniert. Neben der Reparatur in offener Bauweise kommen auch moderne Robotertechnologien, welche eine grabungslose Sanierung im Rohr ermöglichen, zum Einsatz.



Sonderbauwerke

Zu den wesentlichen Sonderbauwerken der Bocholter Stadtentwässerung gehören 50 Pumpstationen und 20 Regenbecken, die wiederum mit ca. 100 Pumpen und 15 Notstromaggregaten bestückt sind.

Die Pumpstationen sind unzerzichtbarer Bestandteil des Kanalisationsnetzes der Stadt Bocholt. Aufgrund des sehr flachen Geländes ist es nicht immer möglich, dass Abwasser im freien Gefälle der Kläranlage zuzuleiten. Die Pumpstationen dienen sowohl der reinen Schmutz- und Mischwasserförderung als auch der Regenwasserhebung und anschließenden Weiterleitung zur Kläranlage bzw. bei Regenwasser in ein Gewässer. 

Die Regenbecken dienen dem Schutz der Kläranlage, der Kanäle und vor allem der Flüsse vor hydraulischer Überbelastung, indem Abflussspitzen bei Starkregen gespeichert und erst zeitversetzt weitergeleitet werden.

Regenüberlauf- und Klärbecken sichern zusätzlich die Rückhaltung von Schmutzstoffen im Regenfall. Alle wesentlichen abwassertechnischen Betriebspunkte werden mittels Fernwirktechnik von der Schaltwarte des Zentralklärwerks Bocholt aus überwacht.


Heinz Welberg
Telefon+49 (2871) 2463-40
E-Mailan Heinz Welberg
Andreas Wehren
Telefon+49 (2871) 24 63 48
E-Mailan Andreas Wehren

Verstopfte Kanäle und Gullys melden

Verschmutzungen durch Laub, Sand und Müll führen dazu, dass Straßeneinläufe verstopfen. Das Regenwasser fließt dann nicht mehr zügig ab. Melden Sie dem ESB verstopfte Straßeneinläufe. Beschreiben Sie die Lage des Gullys möglichst genau.

Hinweise per E-Mail oder Tel. 02871/24 63 11.