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  • Die Dozenten o. v.l.n.r.: Marius Lange, Alexandra Bloch Pfister, Fleming N. Feß und Martin Schmidt, u.v.l.n.r.: Hans-Walter Schmuhl, Wiebke Neuser (Foto: Kathrin Nolte, LWL), Katrin Minner und Sarah Thieme (Foto: Caroline Queda)

Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte 2021

Zum 800-jährigen Stadtjubiläum Bocholts im Jahre 2022 wird für alle Bürgerinnen und Bürger eine Stadt­ge­schichte des 20. Jahrhunderts erscheinen. In zwei Hauptbeiträgen werden die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen von 1896 bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts dargestellt; in Kurzbeiträgen gehen verschiedene Autorinnen und Autoren auf einzelne Aspekte gesondert ein. Die Redaktion liegt bei Prof. Hans-Walter Schmuhl, Universi­tät Bielefeld. Realisie­rt wird das Projekt in Zu­sammen­ar­beit mit Dr. Alexandra Bloch Pfister, Büro für Geschichte & his­torische Kommunikation und dem LWL-Insti­tut für westfälische Regio­nal­geschichte in Müns­ter.



Vortragsreihe "Bocholt im 20. Jahrhundert"

1 | Prof. Dr. H.-W. Schmuhl, Zeitenwende - 21.1.2021

Zeitenwende. Der Wandel der politischen Kultur in Bocholt zwischen dem Arbeits­kampf von 1913 und dem Beginn der Weimarer Republik

Der große Arbeitskampf in der Bocholter Textilindustrie im Juni/Juli 1913 mar­kierte in der politischen Kultur der Stadt eine tiefe Zäsur. Die Klassengegens­ätze zwischen Unternehmern und Arbeiterschaft traten schärfer hervor, der Stil der Auseinandersetzungen zwischen der Fabrikanten-Vereinigung und den christli­chen Gewerkschaften wurde zusehends konfrontativer, die Spaltung der städti­schen Gesellschaft nahm zu. Unter den Bedingungen des Ersten Welt­kriegs setz­ten sich diese Entwicklungen beschleunigt fort. Nach der Novem­ber­revolution of­fenbarte die Kommunalwahl vom 2. März 1919, wie sehr sich die politische Land­schaft verändert hatte.

Herr Prof. Schmuhl ist der wissenschaftliche Leiter des Projekts 'Stadtgeschichte Bocholts im 20. Jahrhundert'. In seinem Grundlagenbeitrag widmet er sich der Zeit von 1896 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

 

Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, Universität Bielefeld

Donnerstag, 21. Januar 2021, 18.30 – 20 Uhr, Videokonferenz

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und anschließend auf der Homepage der Stadt Bocholt gepostet.

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, per Video, Tonbeitrag oder Chat Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für historische Lan­deskunde des westlichen Münsterlandes e.V.  

Die technische Durchführung der Konferenz liegt bei Sebastian Borgert, Ewibo. 

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2 | M. Lange, Leben im Lager - 25.02.2021

Leben im Lager. Das Bocholter Stadtwaldlager und seine Bewohner in zeitgenössi­schen Fotografien

„Um auf andere Ideen zu kommen, gab es außer Theater, Konzerten und Vorträgen Fußball-, Basketball-, Volleyball- und Tischtennisspiele, außerdem spielte man Karten. Ein Bocholter Fotograf kam zu unseren Veranstaltungen und machte Fotos, die die Kriegsgefangenen zur Erinnerung kauften.“ U.a. mit diesen Worten beschrieb der ehemalige französische Kriegsgefangene Ghislain Wilmo seine Zeit im Bocholter Stadtwaldlager. Einige dieser von Wilmo erwähnten Fotografien sind in den vergangenen Jahren wieder aufgetaucht. Sie und weitere fotografische Hinterlassenschaften bieten einen spannenden Zugang zu der Frage: Wer waren die Menschen im Stadtwaldlager und wie lebten sie dort?

Referent: Marius Lange, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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3 | Dr. K. Minner, Bocholter Stadtjubiläen 1922/1972 - 25.3.2021

Von der Textil- zur Europastadt? Geschichte und Zukunftsentwürfe in den Bocholter Stadtjubiläen 1922 und 1972

Seit dem 19. Jahrhundert griffen viele Städte die Faszination der „runden Zahl“ auf: Orientiert an Stadtrechtsverleihungen oder ersten urkundlichen Erwähnungen erinnerten sich Städte und Gemeinden an einschneidende geschichtliche Ereignisse, feierten ihre gegenwärtige Gemeinschaft und entwarfen Vorstellungen für die Zukunft des Gemeinwesens. Die Stadt Bocholt nutzte 1922 und 1972 einen solchen Anlass, um die eigene Geschichte und Zukunftsentwürfe darzustellen sowie sich einer städtischen Identität zu versichern. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Ereignisse, Zäsuren, Entwicklungen und Pfadwechsel als identitätsstiftend aufgegriffen und welche wiederum nicht berücksichtigt wurden. Welche Akteure setzten diese Vorstellungen, Normen und Werte? Von den Zeichen ihrer Zeit geprägt, zeichneten die Stadtfeste an der Aa unterschiedliche Bilder.

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4 | Flemming N. Feß, Rundfunk im Westmünsterland - 27.4.2021

Über den Äther angebunden. Der frühe Rundfunk und Bocholt in den 1920er Jahren

1924 begann in der Region die Zeit des Rundfunks. Das bedeutete nicht nur den Beginn einer neuen Epoche in der Medienwelt, auch für Bocholt war dieses Ereignis bedeutsam: Entfernungen veränderten ihre Bedeutung, Öffentlichkeit wurde neu definiert. Wie durch Zauberei kamen Nachrichten aus aller Welt nun durch die Luft „geflogen“. Der Vortag beschäftigt sich aus medienhistorischer Sicht mit dem Einzug der elektronischen Medien und seiner Bedeutung für Raum und Zeit in Orten jenseits der großen Weltmetropolen.

Flemming N. Feß ist Medienwissenschaftler und Historiker. Als Kurator betreut er im kult Westmünsterland des Kreises Borken Sonderausstellungen und hat dort zuletzt die Veränderung der Lebenswelt der Menschen im Westmünsterland während der 1920er Jahre untersucht.

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5 | W. Neuser, Die Bocholter Aa - 19.5.2021

Die Bocholter Aa zwischen Angstraum und Lebensraum

Die Stadt Bocholt ist ohne ihren Fluss – die Bocholter Aa – kaum denkbar, durchfließt sie doch das Herz der Stadt. Umso interessanter ist ein historischer Blick auf den Umgang der Stadt und ihrer Bewohner*innen mit ihrem Fließgewässer. Aus umwelthistorischer Perspektive möchte die Vortragende ein Bild von den Gefahren und Potentialen des Flusses für die Stadt zeichnen und zeigen, wie die Wahrnehmung des Flusses zwischen Angst- und Lebensraum changierte. Der Fluss als Ursache für schwere Überschwemmungen insbesondere 1960 und die Eindämmung dieser Gefahr gegen alle Widerstände sind somit ebenso Themen wie Diskussionen über die Wasserqualität, den Zugang zum Wasser für Erholungs- und Freizeitzwecke oder in der jüngsten Zeit über naturnahe Gestaltungsmaßnahmen und das Leben am Fluss.

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6 | Dr. S. Thieme, Von Kollaboration bis Widerstand - 10.6.2021

Zwischen Kollaboration bis Widerstand: Zum Verhältnis von katholischem Milieu und Natio­nalsozialismus in Bocholt

Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich das Verhältnis zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus in den Jahren 1933–1945 gestaltete. Er zeigt die Heterogenität der Verhaltensformen von Katholikinnen und Katholiken auf, die von Formen der Anpassung und Kollaboration, von Opportunismus und Zusammenarbeit, etwa bei der Erstellung von sogenannten Arier-Nachweisen durch die Kirchengemeinden, bis hin zu Unzufriedenheit, Demonstrationskatholizismus und christlich motiviertem Widerstand, beispielsweise durch die katholischen Arbeitervereine reichten. Insbesondere die Ausgestaltung der religiösen Praxis und die Schulpolitik führten zu Konflikten. Gleichzeitig integrierten sich viele katholische Menschen in die nationalsozialistische »Volksgemeinschaft«. Der Vortrag nimmt auch die Vor- und Nachgeschichte der NS-Zeit in Bocholt in den Blick.

Dr. Sarah Thieme, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Donnerstag, 10. Juni 2021, 18.30 – 20 Uhr

teilnahmelink: https://bit.ly/32hBLEg


7 | M. Schmidt, Krise war immer! - 21.9.2021

Krise war immer! Das 20. Jahrhundert und die Bocholter Textilindustrie

 

Martin Schmidt, LWL-Industriemuseum Bocholt

Dienstag, 21. September 2021, 18.30 – 20 Uhr

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8 | Dr. A. Bloch Pfister, Bocholt 1945 - 2020 - 25.01.2022

Hauptlinien von Stadtentwicklung und Stadtgeschichte 1945-2020

1948 gab es in Bocholt 138 Autos, 1971 waren es 8.931. Das bedeutet, dass 1948 einer von ungefähr 250 Einwohnern ein Auto besaß, 1971 aber jeder fünfte. Dieser Wandel hinterließ tiefgreifende Spuren in Stadtraum und Umwelt, beeinflusste Wirtschaft, Alltagsleben und Gesellschaft. Die Perspektive der longue durée, der langen Zeitspanne, die Vergleiche zwischen einem früheren und einem späteren Zustand ermöglicht, ist für die Untersuchung der Stadtgeschichte sehr aufschlussreich. Das Referat stellt drei dieser Bereiche in ihrer langfristigen Entwicklung vor: Die räumliche Stadtentwicklung inklusive der Eingemeindung der umliegenden Gemeinden, die wirtschaftliche Entwicklung der ehemaligen Textilstadt sowie die Entwicklung von Kultur- und Alltagsleben. Das Augenmerk liegt dabei sowohl auf den verantwortlichen Akteuren, ihren Netzwerken und Handlungsspielräumen wie auch auf den Auswirkungen dieser Handlungen für Alltag und Gesellschaft der Bocholter und Bocholterinnen. Vor allem aber interessieren die Veränderungen, die dieses Zusammenspiel im Laufe der Zeit prägten.  Frau Dr. Bloch Pfister zeichnet für den zweiten Grundlagenbeitrag der 'Stadtgeschichte Bocholts im 20. Jahrhundert' die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart verantwortlich.

Dr. Alexandra Bloch Pfister, Büro für Geschichte & historische Kommunikation, Münster

Dienstag, 25. Januar 2022, 18.30 – 20 Uhr

Link zum Vortrag:

 

https://bit.ly/3yMR4Uc


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