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Elektrifizierung Bocholt - Wesel

Ab 5. Juli rollen die Bagger zwischen Bocholt und Wesel: Die Deutsche Bahn elektrifiziert die 22 Kilometer lange Strecke des "Bocholters" bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021. Stadt und Bahn sehen die Vorteile:

  • Zukünftig können Fahrgäste ohne Umstieg zwischen Düsseldorf, Ruhrgebiet und westlichem Münsterland reisen.
  • Außerdem fahren hier ab dem Fahrplanwechsel ausschließlich moderne Elektrotriebzüge, die deutlich weniger CO2 ausstoßen.

Busse als Ersatz für den "Bocholter"

Aufgrund der Sperrung der Strecke werden die Züge der Linie RE19A "Der Bocholter"in dieser Zeit durch einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ersetzt.

Die Busse halten an den folgenden Haltepunkten:

  • Bocholt, Bushaltestelle Bahnhof
  • Hamminkeln-Dingden, Bushaltestelle Bahnhof
  • Hamminkeln, Bushaltestelle Bahnhof
  • Wesel, Feuerdornstraße
  • Wesel Bahnhof, Bussteig 5

Der Fahrplan des SEV ist so ausgerichtet, dass in Wesel Anschluss zur Linie RE 5 besteht. Einzige Ausnahme hiervon ist die jeweils letzte Abfahrt des Tages ab Bocholt. Diese Fahrt hat in Wesel jedoch Anschluss an die Linie RE 19 nach Duisburg.

Die Fahrplanänderungen sind online unter www.abellio.de  (im Bereich „Verkehr aktuell“) sowie in den Online-Auskunftssystemen des VRR und der Deutschen Bahn enthalten und werden über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter www.bauinfos.deutschebahn.com/nrw  und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar.


Und was genau passiert alles? - Maßnahmen im Überblick

Für die kommenden Monate hat die Bahn ein anspruchsvolles Bauprogramm aufgesetzt. Sie werden zeitgleich an Oberleitung, Stellwerkstechnik, Gleisen, Weichen, Bahnübergängen und Bahnhöfen arbeiten. „Wir wollen die lange Sperrpause bestmöglich nutzen und haben daher eine Vielzahl an Arbeiten zu einem Gesamtpaket geschnürt. Die Strecke wird zum Fahrplanwechsel im Dezember einmal rundum erneuert und auf dem aktuellsten Stand der Technik sein“, sagt Sebastian Brinkmann von der DB Netz AG.

Insgesamt fließen in das Elektrifizierungsprojekt rund 50 Millionen Euro, finanziert durch den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Deutsche Bahn (DB).

Neue Oberleitungsanlage

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Bau einer neuen Oberleitungsanlage. Hierfür werden 355 Fundamente entlang der Strecke gegründet, bevor die bis zu 14 Meter hohen Stahlmasten aufgestellt werden. Anschließend werden Befestigungen und Anbauteile an den Oberleitungsmasten montiert und auf der gesamten Strecke insgesamt 24.000 Meter Fahrdraht und Kettenwerk angebracht. Zudem werden rund 3.300 Meter Bahnenergieleitungen verlegt.

Ausbau für Fahrten bis 100 km/h

Damit die umweltfreundlichen Züge künftig noch schneller fahren können, baut die DB den Streckenabschnitt zwischen Wesel und Hamminkeln für Fahrten bis zu 100 km/h aus. Außerdem wird im Bahnhof Wesel ein sogenannter “Schaltposten” gebaut. Hiermit kann die Strecke Wesel – Bocholt vom übrigen elektrischen Streckennetz getrennt werden.

Fünf neue Bahnübergänge

Im Zuge der Maßnahme werden auch 19 Bahnübergänge (BÜ) angepackt. Dabei werden beispielsweise fünf BÜ zwischen Blumenkamp und Hamminkeln komplett neu gebaut. Auf dem zweiten Streckenabschnitt erhalten vier weitere, bereits bestehende BÜ jeweils eine neue Lichtzeichenanlage und Halbschranken. Der geschlossene BÜ „Auf dem Heiken“ wird zurückgebaut und im Bahnhof Hamminkeln wird der Zugang zum neuen Mittelbahnsteig ebenfalls durch Lichtzeichen und Schranken gesichert.

Gleis- und Weichenarbeiten

Auch Gleis- und Weichenarbeiten stehen auf dem Programm: In den Bahnhöfen Hamminkeln und Bocholt erneuert die DB vier Weichen und rund 1.500 Meter Gleise. Hierbei tauschen sie etwa 3.000 Meter Schienen, mehr als 3.400 Schwellen und rund 5.200 Tonnen Schotter aus.

Neue Bahnsteige auch in Bocholt

Die Sperrpause wird auch für die Modernisierung von vier Bahnhöfen genutzt. Die DB erneuert die Bahnsteige an den Stationen Dingden, Blumenkamp, Hamminkeln und Bocholt und erhöht diese auf 76 Zentimeter. So können die Fahrgäste zukünftig stufenfrei in die Züge ein- und aussteigen.

Außerdem bekommen alle vier Haltepunkte ein neues Blindenleitsystem sowie neue Bahnsteigausstattung (Beleuchtung, Wartebänke, Wetterschutz, etc.). Die DB saniert am Bocholter Bahnhof auch das denkmalgeschützte Bahnsteigdach.



Ihre Ansprechpartner

Sascha Terörde
Telefon+49 (2871) 953-324
E-Mailan Sascha Terörde