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Segeln: Bocholter Yachtclub steigt in die zweite Bundesliga auf

Das J/70 Team des Bocholter Yachtclub wird Fünfter beim Deutschen Segelliga Pokal und qualifiziert sich damit als bester Amateurverein für die Bundesliga. Das berichtet aktuell Nicolai Paus vom BOH YC in seiner Pressemeldung.


Die Entscheidung ist gefallen: Als bester Neueinsteiger qualifiziert sich der Bocholter Yachtclub mit dem fünften Platz beim Deutschen Segelligapokal in Hamburg für die 2. Segelbundesliga.

Damit gehört der BOH-YC zu den vier von insgesamt 24 Segelvereinen, die am Wochenende (2. bis 4. November) beim Deutschen Segel-Liga-Pokal (DSL-Pokal) in Hamburg gegeneinander angetreten sind und nun 2019 in der 2. Segel-Bundesliga segeln. Dazu gehören der Lübecker Segler-Verein (LSV),  der sich als Absteiger wieder qualifizieren konnte, der Bocholter Yachtclub (BOH-YC), der Westfälische Yachtclub Delecke (WYCD) sowie der Segel-Club Ville (SCV). Den diesjährigen DSL-Pokal gewinnt der Norddeutsche Regatta Verein (NRV), der damit das Double aus Deutscher Meisterschaft und Pokalsieg perfekt macht.

Amateure messen sich mit Profis

Was im Fußball längst etabliert ist, steckt im Segelsport noch in den Kinderschuhen: Beim DSL- Pokal messen sich zum zweiten Mal in der Geschichte ambitionierte Clubs aus der J/70-Szene mit den „Profis“ aus der 1. und 2. Segel- Bundesliga.

An diesem Wochenende verfolgten die Teilnehmer des DSL-Pokals zweierlei Ziele: Einerseits ging es um Titel des Pokalsiegers, andererseits um den Aufstieg bzw. Verbleib in der 2. Segel-Bundesliga. Durchgesetzt und damit einen Startplatz für die 2. Bundesliga 2019 gesichert haben sich der LSV mit dem 3. Platz, der BOH-YC mit dem 5. Platz, der WYCD auf Platz 8, sowie der SCV auf Platz 9.

Vier Jahre harte Arbeit

„Ja, es ist einfach unfassbar ... wir arbeiten jetzt seit 4 Jahren hart dafür und haben es nach einer tollen Saison diesmal endlich gepackt ....  das DSL-Pokal-Format ist echt schön, so hat man mal die Möglichkeit mit und gegen die Profis zu segeln und sich zu messen oder was abzuschauen ... wie z.B. gegen den deutschen Meister den NRV“, so Kolja Paus, von der Jayday Crew des Bocholter Yachtclub im späteren Interview mit der DSBL. Mit ihm segelten in Hamburg Thorsten Willemsen (Steuermann), Michael Tenbensel und Johannes Rösing.

Wie auch in der Deutschen Segel-Bundesliga, wurde im Fleetrace-Modus auf One Design Booten gesegelt. Neben den Qualifikanten der J/70 Klassenregatta (Kieler Woche) setzte sich das Teilnehmerfeld des DSL-Pokals zusammen aus Platz 1-3 der 1. Segel-Bundesliga, Platz 1-3 der 2. Segel- Bundesliga, Platz 15-18 (Absteiger/Relegationsplätze) der 2. Segel-Bundesliga, sowie den zwei besten Teams der Junioren Segel-Liga.

Im zweiten Rennen zuviel gewollt

Der erste Start war am Freitag um 11 Uhr beim NRV, Schöne Aussicht 37 in Hamburg auf der Alster. Alle Teams werden mit Motorbooten zu den J/70 Regattabooten gefahren. Getauscht wird, wie im Bundeligabetrieb üblich, auf dem Wasser. Danach hat man ca. 3-4 Minuten Zeit, sich das Boot einzustellen bevor das Startsignal einen auf den Regattakurs entlässt. Bei mittlerem Wind um 3 Beaufort startete das Bocholter Team mit einem guten 3. Rang im ersten Lauf. Alle Teams segelten auf Augenhöhe und die Platzierungen 4, 6 und 2 folgten. Im letzten Lauf des ersten Regattatages lag der BOH-YC lange Zeit souverän auf dem ersten Platz. „Dann wollten wir zu viel – vermutlich auch durch den vorangegangenen zweiten Platz etwas zu euphorisch – und anstatt das Feld weiter zu kontrollieren, gaben wir am Leegate die Kontrolle auf und vielen dann noch auf Platz 6 zurück. Das haben wir uns selbst versaut“, sagte Michael Tenbensel am Abend nach dem Rennen. Und weiter: „Jetzt brauchen wir erst mal ein Reset.“

Plätze eins und drei am Samstag

Das Reset schien funktioniert zu haben, denn nach dem Start am Samstag, der aufgrund von Flaute erst am Nachmittag erfolgen konnte, fuhr das Jayday-Team bei leichten Winden um zwei bis drei Beaufort die Plätze eins und drei heraus. Dabei zeichnete, wie bereits am Freitag, der enorme Bootspeed-Vorteil das Team aus. Im gesamten Lauf war die Jayday-Crew mit einer höheren Geschwindigkeit unterwegs als der Deutsche Meister NRV und konnte so alle Angriffe des Bundesligisten und späteren Pokalsiegers abwehren.

„ Man hat uns gerade geadelt“, so Michael Tenbensel zum Rest der Crew nach der Siegerehrung am Sonntag, „... der Taktiker vom NRV hat mich gerade angesprochen und gefragt, warum wir so sauschnell gewesen sind ... das ging vielleicht runter .... hat wohl doch ein bisschen Eindruck gemacht, dass wir den Deutschen Meister im direkten Duell geschlagen haben!“

Insgesamt lag man nach dem Samstag auf einem guten 7. Rang und wäre mit diesem Ergebnis als drittbester Qualifikant qualifiziert gewesen. Man hatte sich ein gutes Punktepolster erarbeitet, ebenso ausgelassen war die Stimmung am Abend.

Luft knistert am Sonntag

Am entscheidenden Sonntag konnte man das Knistern in der Luft förmlich spüren. Es herrschte extrem angespannte Ruhe bei allen Vereinen. Der Titelkampf war noch genauso offen, wie das Rennen um die vier Qualifikationsplätze zur zweiten Bundesliga.

Die BOH-YC Crew machte es dann nochmal richtig spannend. Im ersten Lauf reichte es nur für Rang 5. Das bedeutete erst mal einen Rückschlag und das Punktepolster war beinahe aufgebraucht. Nun galt es Ruhe zu bewahren. Gesegelt wurde nun knallhart gegeneinander. Teilweise konzentrierten sich die Teams nur noch darauf, ihre direkten Mitbewerber um den Aufstieg zu kontrollieren und gar nicht mehr auf das Endergebnis. Es folgten im 10. und 11. Rennen die Platzierungen drei und fünf. Damit hatte man sich wieder eine bessere Ausgangsposition erarbeitet, so dass zumindest die anderen Qualifikanten nun wieder unter Druck waren. Im letzten und entscheidenden zwölften Rennen lief alles perfekt. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg in einem fehlerfreien Rennen machte die Crew des Bocholter Yachtclub den Aufstieg perfekt. Taktisch und wiederum mit einem enormen Bootspeed wehrte der BOH-YC alle Angriffe ab und ließ mit dem Flensburger Segelclub und dem Mühlenberger Yachtclub auch die Bundesligisten hinter sich.

Abschluss eines perfekten Jahres

„Wir hatten das ganze Wochenende einen super Bootsspeed und eine konstruktive und gute Stimmung im Team. Die Crew hat super dafür geackert! - Ein perfektes Jahr für uns. Den Aufstieg in diesem hochkarätigen Feld geschafft zu haben, ist für uns eine riesige Freude! Nach der schweren Qualifikation während der Kieler Woche bei mehr als 25 Knoten Wind und der gewonnenen Landesmeisterschaft ist das nun hier die absolute Krönung! Jetzt genießen wir erst mal den Augenblick und müssen uns dann mal die Ziele für 2019 neu stecken! Auf jeden Fall werden wir die Farben von Bocholt bundesweit vertreten. – Ein tolles Ergebnis auch für unsere Stadt mit ihrem beschaulichen kleinen Aa-See.“, so Thorsten Willemsen, Teamkapitän und Steuermann des Jayday-Teams.

Kaum wieder an Land, standen die Telefone nicht mehr still. Alle, die online mitgefiebert und die Läufe live verfolgt hatten, gratulierten und freuten sich mit dem Team. Es erreichten das Team unterschiedlichste Gratulationen von Yachtclubkollegen, Freunden und Familie, aus aller Welt – selbst aus Indien. Einige hatten bei der Arbeit, im Auto oder beim Polieren der Boote im Winterlager immer wieder am PC oder Tablet die Läufe verfolgt, kommentiert, aufgemuntert und mitgefiebert. Entsprechend groß war die Freude nun nicht nur beim Team, sondern bei allen, die die J/70-Gruppe in den letzten Jahren unterstützt hatten.

Nach der Siegerehrung fand dazu Johannes Rösing die entsprechenden Worte: „Danke an das gesamte Team und an alle anderen im Hintergrund, denn ich würde mal sagen der Erfolg ist nur zu meistern, wenn man auch so ein starkes Team im Rücken (sprich in Bocholt) hat. Alle haben die letzten vier Jahre an einem Strang gezogen, das gesamte Jayday-Team, das ja nicht nur aus uns vieren besteht, viele Club-Verantwortliche und Sponsoren, die mit der Anschaffung einer J/70 erst ideale Trainingsbedingungen möglich gemacht haben. Und so haben wir es letztlich alle zusammen wahr gemacht ... und natürlich auch ein Danke an unsere Freunde aus der Trainingsgemeinschaft des WSV Giesbek (NL), die mit uns zusammen an den letzten beiden Trainingswochenenden noch mal richtig gepowert haben.“

Erste Bundesligasaison für einen Bocholter Segelverein

Die Planung für die nächste Saison – die erste Bundesligasaison für einen Bocholter Segelverein überhaupt – hat bereits begonnen. Sicherlich wird sie die Segler des BOH-YC auch vor neue Herausforderungen stellen, sowohl in leistungssportlicher als auch in finanzieller Hinsicht. Denn es gilt natürlich weiterhin das Niveau zu steigern und alle Ligaspieltage mit Startgeldern, Unterkünften etc. müssen vorfinanziert werden. Daher würde sich der Bocholter Yachtclub natürlich sehr über einen Hauptsponsor freuen. Werbemöglichkeiten sind sowohl auf der Kleidung als auch der clubeigenen J/70 gegeben.

Weitere Informationen dazu erteilt gerne Nicolai Paus (nicolai.pausping@paus-medienpong.de). Außerdem möchte der Bocholter Yachtclub nochmals deutlich darauf hinweisen, dass eine Erweiterung des Jayday-Teams, in dem zur Zeit 10 Seglerinnen und Segler aktiv trainieren und an Regatten teilnehmen, gewünscht ist. Daher steht die Teilnahme an der J/70-Bundesligagruppe allen Seglern frei. „Wir sind für alle Segler/innen offen, die gewillt sind Leistung zu bringen, und das im Sommer- und im Wintertraining, denn nach wie vor trainieren wir das ganze Jahr durch. Nur so können wir uns weiter steigern.“, sagte Thorsten Willemsen mit Blick auf die J/70 Weltmeisterschaft 2019 und den Bundesligabetrieb.


Hintergrundinfos:

Deutsche Segel-Bundesliga:

Die Deutsche Segel-Bundesliga wurde 2013 von der Deutschen Segel-Bundesliga GmbH (DSBL GmbH) gemeinsam mit 17 Segelvereinen gegründet. In der 1. Segel-Bundesliga und der 2. Segel-Bundesliga treten jeweils 18 Clubs gegeneinander an. 2019 stehen von April bis Oktober für die Erstligisten sechs und für die Zweitligisten fünf Regatten auf dem Programm. Jeder der 36 Vereine nominiert einen Kader von bis zu 20 Seglerinnen und Seglern, von denen vier pro Verein und pro Regatta starten. 48 Wettfahrten auf baugleichen Booten (J/70) entscheiden jedes Wochenende über die Punktzahl für die Tabelle. Ende der Saison darf sich der Sieger der 1. Bundesliga „Deutscher Meister der Segelvereine“ nennen und erhält die begehrte Meisterschale.

  • Weitere Informationen unter : www.bocholter-yachtclub.de
  • Alle Ergebnisse der Wettfahrten finden Sie auf dsl-pokal2018.sapsailing.com.
  • Pressekontakt Deutsche Segel-Bundesliga GmbH Julia Egge, Tel.: +49 (0)40 226 316 4-65 E-Mail: j.eggeping@konzeptwerftpong.com

Video:https://www.youtube.com/watch?v=DpuPcR30d8M



07.11.2018 10:40
Kategorie: Sport
Von: Bruno Wansing
Die vier Aufsteiger für die 2. Segel-Bundesliga 2019: Der Lübecker Segler-Verein (LSV); der Bocholter Yachtclub (BoYC) (ganz rechts mit v.l.n.r. Kolja Paus, Michael Tenbensel, Johannes Rösing und Thorsten Willemsen); der Westfälische Yachtclub Delecke (WYCD); der Segel-Club Ville (SCV) © DSBL/Oliver Maier

Die vier Aufsteiger für die 2. Segel-Bundesliga 2019: Der Lübecker Segler-Verein (LSV); der Bocholter Yachtclub (BoYC) (ganz rechts mit v.l.n.r. Kolja Paus, Michael Tenbensel, Johannes Rösing und Thorsten Willemsen); der Westfälische Yachtclub Delecke (WYCD); der Segel-Club Ville (SCV) © DSBL/Oliver Maier

Das Bild zeigt das Setzen des Gennackers bei Erreichen der Luv Tonne (v.l.n.r: Thorsten Willemsen, Kolja Paus, Johannes Rösing, Michael Tenbensel). Als Michael Tenbensel das Bild später sah, sagte er: „Mann, waren wir da fix. Wir sind ja noch nicht mal an der Tonne vorbei und der Gennacker ist schon oben!“ - © DSBL/Oliver Maier

Das Bild zeigt das Setzen des Gennackers bei Erreichen der Luv Tonne (v.l.n.r: Thorsten Willemsen, Kolja Paus, Johannes Rösing, Michael Tenbensel). Als Michael Tenbensel das Bild später sah, sagte er: „Mann, waren wir da fix. Wir sind ja noch nicht mal an der Tonne vorbei und der Gennacker ist schon oben!“ - © DSBL/Oliver Maier



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