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"Muko-Biker" kämpfen für kleine und große Wunder

6. Muko-Bike-Tour startet erstmals auf neuer Strecke mit rund 400 Teilnehmern


Den Menschen im südlichen Kreis Borken bietet sich am kommenden Samstag, 18. August, ein beeindruckender Anblick: Hunderte Hobbyradler fahren bei der Muko Bike Tour von Bocholt über Raesfeld erstmals auch nach Anholt. Darunter der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Hendrik Wüst, einige ehemalige Profi-Radrenner und Patienten der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose, für deren Erforschung die Erlöse der Tour bestimmt sind.
Auch Reiner Heske aus Wiehl wird sich das schwarze Trikot der Muko Bike Tour 2018 überstreifen. Für ihn ist die 85 Kilometer lange Strecke heute kein Problem mehr – vor wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus. Um den Mukoviszidose-Patienten stand es 2013 sehr schlecht und nur eine Spenderlunge konnte sein Leben retten. „Schon mit 15 war meine Lunge schwer geschädigt und ich da schon den großen Wunsch, es einmal erleben zu dürfen, wie es ist, richtig Luft zu bekommen. Dank der Lungentransplantation darf ich nicht nur mit Freude weiterleben, sondern kann sogar Ausdauersport machen“, so der 49-jährige, der seitdem Marathons läuft und bei Radrennen wie „Rund um Köln“ mitfährt. „Dass ich aber überhaupt erst 40 Jahre wurde, war schon ein echtes Wunder. Als die Ärzte bei mir im Alter von vier Jahren Mukoviszidose feststellten, gaben sie meinen Eltern zu verstehen, dass ich wohl nicht erwachsen werden würde.“ Mit viel Disziplin, Medikamenten und der Teilnahme an Mukoviszidose-Forschungprojekt<wbr />en gelingt ihm jedoch das Wunder und er lebt heute sogar nahezu beschwerdefrei. Seinen Kampf gegen die seltene Krankheit hat er deshalb ausgeweitet. „Noch immer ersticken viele Patienten an der Krankheit, bevor ihr Leben richtig beginnt. Passende Spenderlungen sind sehr rar und auch Transplantation bergen viele Risiken. Am besten wäre es daher, wenn es gar nicht so weit kommen müsste“, erklärt Reiner Heske. „Darum möchte ich die Forschung unterstützen, wo ich nur kann. Erst recht, wenn es so viel Spaß macht wie bei der Muko Bike Tour.“

Rekord-Starterfeld mit Prominenter Unterstützung
Beim Kampf um Spendengelder zur Erforschung der Mukoviszidose ist Reiner Heske nicht allein, denn die Muko Bike Tour genießt in Radsportkreisen einen sehr guten Namen und die Anfragen für die Trikots und Startplätze kommen aus ganz Deutschland. „Wir waren immer schnell ausgebucht, denn aus Sicherheitsgründen war bei 400 Startern Schluss“, so Tourleiter Franz-Wilhelm Tielkes vom RC 77 Bocholt e.V. „Weil die Polizei mit der Disziplin der Fahrer, Tourguides und Helfer im vergangenen Jahr sehr zufrieden war, dürfen wir jetzt erstmals mit bis zu 450 Fahrern starten.“ Den Startschuss gibt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst gegen 10.30 Uhr vor ROSE BIKETOWN und wird sich dem Feld voraussichtlich auch selber anschließen. Wie in den vergangenen Jahren führen die Olympia-Zweite von 1988 und Tourkapitänin Jutta Tielemann sowie der ehemalige Bahnrad-Weltmeister Andreas Bach das Peloton an. „Wir freuen uns über so viel prominente Unterstützung aus Sport und Politik, denn sie und alle anderen Muko-Biker helfen uns so, auf die seltene und kaum bekannte Krankheit aufmerksam zu machen, an der alleine in Deutschland rund 8000 Menschen leiden“, so die Vorsitzende von Muko Life e.V. und stellvertretende Landrätin Silke Sommers. „Unser Ziel ist es, dass niemand mehr an der Krankheit sterben muss und die Patienten ein langes und unbeschwertes Leben führen können. Darum geht der Erlös der Muko Bike Tour wie in den vergangen Jahren an den Mukoviszidose-Forscher Wolf Michael Weber und sein Team aus Münster, das eine Therapie entwickelt, die genau das für viele Patienten möglich macht.“

Forschungserfolge geben Hoffnung, doch das Geld fehlt
Die Erbkrankheit Mukoviszidose blockiert den Wasseraustausch in den Zellen, sodass sich in den Organen wie etwa der Lunge ein zäher Schleim bildet. Noch vor 40 Jahren erstickten die meisten Patienten bereits im Kindesalter oder starben an Infektionen. Dank gezielter Forschung gelang es zwar, die Lebenserwartung bei vielen Betroffenen deutlich zu erhöhen, eine Heilung ist bislang jedoch nicht in Sicht. „Lange Zeit hatte man gehofft, Patienten mit einer Gentherapie heilen zu können. Aber bis heute ist das nicht gelungen“, erklärt Prof. Dr. Wolf-Michael Weber von der Universität Münster. „Wir haben darum auf molekularer Ebene eine sogenannte Transkript-Methode entwickelt, bei der wir mit natürlichen und gut verträglichen Botenstoffen den Wasseraustausch in den Zellen wiederherstellen. Damit diese Therapie auch angewandt werden kann, muss sie zunächst noch klinisch erprobt werden.“
Für diese klinische Erprobung fehlen jedoch rund 2,5 Millionen Euro und ein entsprechender Geldgeber. Auf dem ersten Blick scheinen da die zu erwartenden Erlöse der Muko Bike Tour von rund 50.000 Euro nicht besonders viel. „Jeder gespendete Euro könnte bald ein Vielfaches wert sein“, so Silke Sommers. „Denn mit den Spenden wollen wir den Forschern helfen, ihre Therapie noch weiter zu erproben und so für Geldgeber noch interessanter zu machen. Das ist uns bereits bei anderen Forschergruppen gelungen, welche Therapien und Diagnoseverfahren entwickelten, die heute weltweit eingesetzt werden.“ Dafür erhielt der Geschäftsführer und Mitbegründer von Muko Life e.V. Friedhelm Kegelmann nach dem Bundesverdienstkreuz 2017 auch den Landesverdienstorden.

Noch Plätze frei
„Wir freuen uns, dass nicht nur Einzelfahrer oder kleine Gruppen mitfahren, sondern auch Unternehmen eigene Mannschaften bei der Tour anmelden – sozusagen als teambildenden Betriebsausflug. Im Optimalfall dann auch in Verbindung mit einem Sponsoring“, so die Marketing-Mitarbeiterin von ROSE Bikes Julia Geisler. „Das Ergebnis der diesjährigen Tour können wir noch nicht absehen, weil wir noch Startplätze frei haben und auch der Verkauf der neuen schwarzen Muko-Bike-Tour-Trikots mit und ohne Starterplatz weitergeht. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir an die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre anknüpfen werden.“ Übrigens spendet ROSE Bikes den Umsatz aus dem Trikotverkauf bis auf die Mehrwertsteuer komplett an die Deutsche Förderungsgesellschaft zur Mokuviszidoseforschung e.V. Wer ebenfalls ein Trikot für den guten Zweck (mit Starterplatz für 59,95 Euro und ohne Starterplatz zum Preis von 49,95 Euro) erstehen möchte, schaut am besten auf rosebikes.de/mukobiketour.

Samstag, den 18. August 2018

Treffpunkt: 9:30 Uhr ROSE BIKETOWN, Werther Straße 44, 46395 Bocholt
Start: 10:30 Uhr
1. Stopp: Schloss Raesfeld ca. 11:50 – 12:20 Uhr
2. Stopp: Wissing Filzenberg Barlo ca. 13:20 – 13:50 Uhr
3. Stopp: Schneidkuhle Anholt ca. 14:50 – 15:35 Uhr
Ziel: Rose Biketown 16:15 Uhr



17.08.2018 11:45
Kategorie: Sport
Von: Bruno Wansing
v.l.n.r.: Friedhelm Kegelmann, Franz-Wilhelm Tielkes, Reiner Heske, Julia Geisler,Tobias Heidemann, Michael Schabon und Silke Sommers freuen sich auf die 6. Muko Bike Tour - Foto: Veit Dange

v.l.n.r.: Friedhelm Kegelmann, Franz-Wilhelm Tielkes, Reiner Heske, Julia Geisler,Tobias Heidemann, Michael Schabon und Silke Sommers freuen sich auf die 6. Muko Bike Tour - Foto: Veit Dange



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