Die zentrale Stelle für Fragen zur Stadtgeschichte

Stadtarchiv Bocholt

 

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Das Stadtarchiv sammelt all die Unterlagen in Schrift, Ton und Bild, die für Verwaltung oder Rechtsstatus in Bocholt, für die Erforschung und das Verständnis der lokalen und regionalen Geschichte oder für die Sicherung berechtigter Belange der Bocholter Bürgerinnen und Bürger bedeutend sind. Die Abteilungen des Archivs umfassen mehr als 800 Urkunden und umfangreiche Aktenbestände von 1201-1815, als Bocholt nacheinander zum Fürstbistum Münster (bis 1803) zum Fürstentum Salm (bis 1810) und zum Französischen Kaiserreich (bis 1813) gehörte. Von 1815 bis 1945 reichen die Akten der Stadt unter preußischer Verwaltung. Hinzu kommen die Nachkriegsbestände und seit 1975 auch die Aktenüberlieferung des ehemaligen Amtes Liedern-Werth.
Ca. 2000 lfd. Meter abgeschlossener Akten werden im Zwischenarchiv im Kellergeschoss des neuen Rathauses und in einer Zweigstelle an der Bärendorfstraße verwaltet.
Zum Stadtarchiv gehört eine umfangreiche Bild- und schriftliche Materialsammlung über die Entwicklung der Stadt, über Straßen und Gebäude, Baudenkmäler, Kunstwerke, Industriebetriebe, Verkehrseinrichtungen, Persönlichkeiten und besondere Ereignisse. Außerdem verfügt das Archiv über eine wissenschaftliche Bibliothek, die Zeitungen (z.B.das Bocholter-Borkener Volksblatt seit 1895), Zeitschriften und Literatur über Bocholt, Westfalen, den Niederrhein und die benachbarten Niederlande enthält. Eine Foto- und Literatursammlung über die frühe deutsche Graphik ebenso wie über die frühe deutsche Zeichnung steht der wissenschaftlichen Forschung besonders zu den Bocholter Künstlern Israhel van Meckenem (gest. 1503) und Jan van Lintelo (gest. ca. 1632) offen.
Die Diepenbrock-Sammlung ist Kardinal Melchior von Diepenbrock, Fürstbischof von Breslau (gest. 1853), gewidmet, der 1798 in Bocholt geboren wurde (über 500 Originalbriefe und Aktenstücke, Photokopien von Akten über seine Tätigkeit, Bildmaterial und Literatur). Auch die Aufzeichnung der Stadtchronik gehört zu den Aufgaben des Stadtarchivs. Ihm angeschlossen sind Schriftleitung und Verlag der Zeitschrift für Kultur und Heimatpflege UNSER BOCHOLT, ebenso der Verlag der Schriftenreihe "Bocholter Quellen und Beiträge" und "Erbgang und Pächterfolge auf den Höfen und Kotten der Bauerschaften in und um Bocholt".
Seit 2005 erstellt das Stadtarchiv zusammen mit ehrenamtlichen Helfern ein Stadtlexikon, dessen Einzeleinträge über die Homepage der Stadt Bocholt abgerufen werden können.
 
Das Stadtarchiv Bocholt bietet Firmen und Personengruppen Hilfe bei Archivierungsfragen an. Es sammelt und verwahrt als lokales Wirtschaftsarchiv auch Akten von Bocholter Banken, Firmen und der Kreishandwerkerschaft.
Die "Genealogische Sammlung Heinrich Weber" steht hier neben anderen Personenstandsakten für genealogische Forschung jedermann offen. Ein großer Schulungsraum bietet Schülern oder interessierten Bürgerinnen und Bürgern ausreichend Platz und technische Möglichkeiten, sich anhand von Originalquellen mit der Geschichte dieser Stadt zu befassen (30 Plätze).
Im Gesprächskreis Bocholter Stadtgeschichte (zusammen mit der VHS), in eigenen Publikationen der Mitarbeiter, bei Ausstellungen und Führungen vermittelt das Stadtarchiv Historische Bildung aus erster Hand.
Seit 1979 ist das Stadtarchiv Bocholt neben dem LWL-Archivamt in Münster und dem Gelders Archief in Arnhem/NL Mitträger der zweijährlichen Fachveranstaltung "Deutsch-niederländisches Archivsymposium". Die 16. Veranstaltung findet 2010 wieder für Archivare und Archivarinnen aus ganz Deutschland und den Niederlanden in Bocholt statt.
Symbolisch deutet der Janus-Kopf auf einer Bronzeplatte im Foyer des Hauses an der Münsterstraße an, dass man im Stadtarchiv Bocholt aus der Geschichte für die Zukunft lernen kann.



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Dr. Hans D. Oppel (14.06.10 10:40 Uhr)

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